Original: Der McLaren 750S ist der leichteste und stärkste Serien-McLaren. Der Supersportwagen wird von einem 4,0 l-V8-Biturbo angetrieben, der 750 PS leistet. Er beschleunigt in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 332 km/h. Der McLaren 750S ist voraussichtlich das letzte Modell des Herstellers ohne teilelektrifizierten Antrieb. Die Preise beginnen als Neuwagen bei etwa 300.000 Euro. (Wikipedia)


Bausatz: Wenn man von McLaren 750S Diecast- Modellen diverserer Anbieter absieht, ist die Firma Revell im Plastikmodellbau der einzige Hersteller, der solch ein Modell im Maßstab 1:24 als Plastikbausatz auf dem Markt gebracht hat. 2025 wurde die Modellneuheit von Revell angekündigt, die Auslieferung im Folgejahr. Das Resultat ist wieder beachtlich ausgefallen. Der 750S besteht aus ca. 112 Bauteilen, die sich auf acht Spritzlinge zuzüglich der Karosserie und vier Vinylreifen verteilen. Dazu gibt es einen umfangreichen Decalbogen und die Bauanleitung. Der Bau beginnt mit dem umfangreichen 4 Liter V8 Biturbomotor. Revell hat sich hier die Mühe gemacht, eine Vielzahl von Motorkomponenten und Anbauteilen als Einzelteile darzustellen. So werden u.a. Ansaugbrücke und Ventildeckel, Steuerdeckel, Abgaskrümmer in Topdetaillierung Stück für Stück dem Motor zugeführt. Besonders erwähnen möchte ich hier die exzellent aufgeprägten Zündspulen auf den Ventildeckeln. Allerdings gibt es auch etwas Kritik. Revell hat nämlich auf den Riementrieb samt Lichtmaschine und Klimakompressor verzichtet. Sollte etwa der Bereich später bei Bauabschluss nicht mehr sichtbar sein? Jedenfalls gibt es an den zu verbauenden Teilen nichts zu mäkeln. Null Sinkstellen und die wenigen Auswurfmarkierungen verstecken sich später in nicht sichtbaren Bereichen. Nicht anders geht es beim Aufbau des Fahrgestelles zu. Die Achsschenkel, gehalten durch die Doppelquerlenkerachse, sorgen für ein authentisches Aussehen des Achsbereiches. Die Achsschenkel wurden dazu im Slide Mold Verfahren hergestellt. Wie es mit der Lenkbarkeit des Fahrzeuges aussieht ist eher fraglich. Laut Bauplan sollen diese Bereiche verklebt werden. Ich würde hier versuchen die Lenkung beweglich zu halten. Wenn das Resultat unbefriedigend ausfällt, kann immer noch zum Kleber gegriffen werden. Ergänzt werden die Achsschenkel mit hervorragend detaillierten Bremssätteln samt gelochter Bremsscheiben. McLaren-Decals auf den Bremssätteln sorgen für den nötigen Aha-Effekt. Verfolgt man den weiteren Bau geht es hier dann um die Montage der Antriebseinheit und deren Anbauteile. Hier sollte man, wie in den anderen Bauabschnitten auch, die Lackierarbeiten abgeschlossen haben. Auch an diesen Teilen gibt es qualitativ nichts zu beanstanden. Kurzum, die Detaillierung der Teile in dieser Bauphase kann man als hervorragend bezeichnen.




Nicht anders geht es im Innenraum zu. Hier gibt es für rechts- oder linksgelenkte Fahrzeuge das passende Armaturenbrett und die Multifunktionskonsole. Aber ab hier heißt es auch aufpassen. In der Bauanleitung wird immer wieder darauf hingewiesen. Da geht es unter anderem um die richtige Anordnung und die Verwendung der richtigen Scheibenwischer auf dem Windleitblech. Hierzu werden die passenden Löcher gebohrt.
Die sehr gut detaillierten Sitze sind einteilig gehalten. Ebenso positiv zu erwähnen sind das Lenkrad mit separat zu montierenden Schaltwippen. Wie zuvor finden sich nur wenige Auswurfmarkierungen in später nicht sichtbaren Bereichen und keine feststellbaren Sinkstellen. Detaillierung auch hier Topp. Bei der folgenden Karosserie geht es den Anbau der Beleuchtung, diversen Beschlägen, Verglasung und Verbindung mit dem Unterteil. Die Verglasung fällt von der Materialstärke absolut zufriedenstellend aus und weist auch keine Schlieren oder sonstige Unregelmäßigkeiten auf. Sie sollte mit größter Vorsicht behandelt werden, um Kratzer zu vermeiden. Bei den weiteren Klarsichtteile gibt es ebenfalls nichts zu beanstanden.




Die Karosserie fällt ebenfalls in ihrer Detaillierung sehr zufriedenstellend aus. Lediglich am Vorderteil finden sich seitlich zwei minimale Sinkstellen, die für eine gewisse Unruhe auf der Oberfläche sorgen. Mit ein wenig „Aufbauarbeit“ lassen sich diese beseitigen. Am Heckspoiler findet sich am Rand etwas Fischhaut, die sich mit geringem Aufwand entfernen lässt.
Bei den Felgen handelt es sich um die Originalfelge TPMS OEM. Null Nacharbeiten. Lackieren, zusammenbauen, fertig. Die Bereifung fällt namenlos an der Flanke aus. Beim Original finden immer wieder Pirelli-Reifen Verwendung. Das Profil macht einen soliden Eindruck und kommt dem Pirelli P Zero ähnlich.


Bauanleitung/ Bemalung: Die 20-seitige Bauanleitung führt einfach und übersichtlich durch 59 Bauabschnitte. Die Bemalungsanleitung bezieht sich wie immer, auf das firmeneigene Farbensortiment. Auf Chrom wird bei diesem Bausatz gänzlich verzichtet. Ein randscharf gedruckter Decalbogen mit diversen fahrzeugspezifischen Features und Kennzeichen verschiedener Nationalitäten liegt bei.





Fazit: Der Modellbauer wird mit erstklassiger Ware belohnt. Revell hat hier wieder ein Top-Bausatz geliefert. Eher nichts für den Novizen denn wegen seiner Komplexität ist der McLaren doch eher was für den erfahrenen Modellbauer. Preislich liegt der McLaren im Durchschnitt bei etwa ca. € 35,-.
Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel und bei Revell erhältlich.
Alexander Hilbig, Berlin (Juli 2026)

