Vorbild: Der Leopard 2A8 gilt als einer der weltweit modernsten Kampfpanzer der Gegenwart. Er stellt einen Meilenstein für die deutsche Panzerentwicklung dar, denn er ist seit 1992 der erste vollständig neu entwickelte und gebaute Leopard 2 – alle bisherigen Versionen (z. Bsp. 2A6 oder 2A7) waren Upgrades oder Umbauten auf Basis des Leopard 2A4. Der Leopard 2A8 wurde von KNDS Deutschland (ehemals Krauss-Maffei-Wegmann) als direkte Reaktion auf ein sich stark veränderte Bedrohungslage moderner Konflikte entwickelt- insbesondere durch Panzerabwehrwaffen und Drohnen. Als bewährte Hauptwaffenanlage dient weiterhin die 120mm Glattrohrkanone L55A1, die konventionelle, sowie auch moderne, programmierbare Mehrzweckmunition verschießen kann. Als Neuerung aktiver Schutzmaßnahmen, wurde der Leopard 2A8 mit dem Schutzsystem „Trophy“ ausgestattet. Dies ermöglicht, mittels Sensoren zur Luftraumüberwachung um den Panzer, eine Ladung Schrot auf anfliegende Panzerabwehrmunition oder Drohnen zu verschießen und bereits zur Wirkung zu bringen, bevor diese in den Gefahrenbereich des Panzers gelangen. Als passives Schutzsystem wurde die physische Panzerung, im Bereich der Wanne und vor allem im Bereich des Turmdachs, wesentlich verstärkt oder mit einer neuartigen, mehrschichtigen Verbundpanzerung ausgestattet. Ebenfalls wurde im Bereich der Sensorik und Digitalisierung einiges an Änderungen vorgenommen. Hier exemplarisch der Einsatz eines neuen Kamerasystems zur Rundumüberwachung am Tag und bei Nacht und die Einrüstung digitaler Führungssysteme zur Verknüpfung von Einheiten auf dem Gefechtsfeld.

Bausatz: Der vorliegende Bausatz von Meng führt die schon bekannte Tyrannosaurus Series mit der Nummer TS-057 fort. Der Bausatz ist eine Neuentwicklung. Im Bausatzkarton, wie von Meng gewohnt ein stabiler Stülpkarton, finden wir neben der Bauanleitung im Heftformat noch einen kleinen Decalbogen, die Ober- und Unterwanne, das Turmoberteil, ein Metallkabel, Polycaps, einen Bogen mit vorgeschnittener Spiegelfolie, einen kleinen und einen großen PE-Satz, einen klaren Kunststoffspritzling, sowie 18 graue Kunststoffspritzlinge. Ober- und Unterwanne, sowie das Turmoberteil lassen das Herz des Modellbauers bereits höher schlagen. Im Slide Mould Verfahren gefertigt, zeigt sich eine schöne und realistische und maßstäbliche Antirutschbeschichtung.

Ebenfalls voll überzeugen können auch alle anderen Spritzgussteile durch knackscharfe Details, auch gibt es weder Fischhaut, Gussgrat oder sonstige negative Auffälligkeiten zu entdecken. Man bekommt die gewohnte Meng Qualität vom kleinsten bis zum größten Bauteil. Eine tolle Idee ist die Beigabe von vorgestanzten Spiegelfolien für die Rückspiegel. Etwas dürftig fällt der Decalbogen aus. Lediglich die eisernen Kreuze der Bundeswehr und ein paar Warntafeln für die hinter Schmutzfänger sind enthalten. Warum ist das so? Ganz einfach, der Leopard 2A8 ist durch Deutschland und Norwegen zwar bestellt, aber noch nicht geliefert und da kommen wir zum negativen Punkt des Bausatzes – die hier baubare Version stellt lediglich die Vorserie des Leopard 2A8 dar. Und zwar genau so wie sie im Jahr 2023 auf der IDET in Brünn bzw. 2024 auf der Eurosatory in Paris präsentiert wurde. Meng hat die damaligen CAD-Vorlagen für den Bausatz verwendet. Wer also eine deutsche oder norwegische Serienversion bauen möchte. muss entweder viel Arbeit in Kauf nehmen, auf den Aftermarket warten oder auf einen möglichen Folgebausatz hoffen.

Der Bau beginnt wie bei Panzerbausätzen so oft mit dem Bau des Fahrwerks. Hier ist zu erwähnen, dass der Spritzling mit den Teilen der Einzelgliederkette 4 mal vorhanden ist. Die Drehstäbe werden durch die Wannenöffnung gesteckt und auf der gegenüberliegenden Seite verklebt. So erhält man nicht nur eine bewegliche Kette, sondern auch eine funktionierende Federung der Laufrollen. Die Unterwanne wird durch eine verstärkende Minenschutzpanzerung ergänzt. Der Bau der Oberwanne folgt im großen und ganzen den bekannten Panzerbausätzen, insbesondere denen von Meng in Ablauf und Umfang.

Der Zusammenbau des Turms wiederum ist etwas aufwendiger als bei bisherigen Leopard 2 Modellen von Meng, da der Turm um eine optionale fernlenkbare Waffenstation, sowie die passiven und aktiven Bauteile des „Trophy“-Schutzsystem ergänzt wurde.

Bauanleitung/Bemalung: Die Anleitung führt, wie von Meng gewohnt, in übersichtlichen und nicht zu überladenen Schritten zum Erfolg. Wichtig ist sich vor dem Baubeginn diese Anleitung in aller Ruhe durchzulesen, da gerade im Bezug auf das bewegliche Fahrwerk ein paar Punkte und Klebestellen genau beachtet werden müssen. Wer, wie von anderen Herstellern gewohnt, eine Übersicht aller Bauteile sehen möchte, muss hier bis fast ans Ende blättern. Diese befindet sich vor den Bemalvorschlägen.

Es befinden sich zwei Vorschläge im Bausatz. Einmal die oben angesprochene Version der Eurosatory 2024 und einmal eine Bundeswehrvariante in NATO- Dreifarbtarn. Diese natürlich ohne Angabe von Ort, Zeit und Einheit. Im Bild unten noch eine Übersicht der von Meng vorgeschlagen Farben der Firma AK Interactive.

Fazit: Betrachtet man die Qualität der Bauteile und den Umfang, so handelt es sich hier wieder einmal um einen Spitzenbausatz von Meng. Aufgrund der Teilevielfalt würde ich diesen Bausatz allerdings eher einem fortgeschrittenen Anfänger oder erfahrenem Modellbauer empfehlen. Wobei die Ausstattung mit PE-Teilen immer häufiger wird. Wichtig ist doch immer, dass man sich Zeit lässt und etwas neues ausprobiert und lernt. Dass sollte mit diesem Bausatz absolut machbar sein.

Trotz der eingeschränkten Versionsmöglichkeit (Vorserie) gibt es von mir eine Kaufempfehlung.

SL, Potsdam (05.07.2026)

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