Das Vorbild: Die Gloster Meteor war das erste in Großbritannien in Serie hergestellte Strahlflugzeug und ebenfalls das erste der Alliierten, das die Einsatzreife noch in der späten Phase des Zweiten Weltkriegs erlangte. Das Flugzeug war als Tiefdecker mit einer ungepfeilten Tragfläche und Radialtriebwerken in großen Motorgondeln anstelle der schlankeren deutschen Axialtriebwerke ausgelegt.

Der Erstflug erfolgte im März 1943, und ab Juli 1944 wurden die ersten Meteor F.1 zur Abwehr der deutschen V1-Flugbomben über England eingesetzt. Im Februar 1945 wurden Maschinen des Nachfolge-Typs F.3 in die Niederlande verlegt und dort als Jagdbomber eingesetzt.

Insgesamt wurden ca. 3.900 Maschinen produziert, davon in Großbritannien 2.498 bei Gloster und 1.072 bei Armstrong Whitworth sowie 330 bei Fokker in den Niederlanden. Zwischen 1944 bis 1965 sollen 890 Meteor der RAF verloren gegangen sein. Dabei kamen 450 Piloten ums Leben.

Eingesetzt wurde dieses Flugzeug u. a. noch in Ägypten, Argentinien, Australien, Belgien, Biafra, Brasilien, Dänemark, Frankreich, Ecuador, Israel, Niederlande, Neuseeland, Schweden und Syrien.

Die Baureihe F.8 bzw. die daraus abgeleiteten FR.9 ist eine deutlich verbesserte Meteor mit längerem und verstärktem Rumpf, verkürzter Tragfläche, stärkeren Triebwerken, größerer Kraftstoffkapazität, modifiziertem Leitwerk und Martin-Baker-Schleudersitz. Das Jagdflugzeug F.8 bildete mit 1.550 gebauten Maschinen die Hauptvariante und war ab Anfang der 1950er Jahre das Standbein des Royal Air Force Fighter Command. Vom bewaffneten Aufklärer FR.9 wurden 126 Exemplare produziert. Die letzten Gloster Meteor wurden erst in den 1970er Jahren außer Dienst gestellt.

Der Bausatz: Der von der Größe her beeindruckende randvolle Stülpkarton mit einem attraktiven Deckelbild beinhaltet 14 Rahmen – davon jeweils zwei doppelte – mit insgesamt 405 Kunststoffteilen, davon zwölf Rahmen in grauem Polystyrol mit zusammen 388 Teilen und zwei weitere in klarem Kunststoff mit zusammen 17 Teilen. Der Karton beinhaltet weiter die Bauanleitung, einen großen Bogen mit Decals, Masken für die Kanzel (innen und außen) sowie eine Platine mit farbigen Fotoätzteilen.

Die einzelnen Bauteile machen einen sehr guten Eindruck und weisen einen sehr hohen Fertigungsgrad auf. Gussgrate, Fischhäute, Sinkstellen oder störende Auswerfermarken wurden nicht festgestellt. Daher werden beim Zusammenbau auch keine größeren Probleme bezüglich der Passgenauigkeit erwartet. Wichtig: Nicht den Einbau des Gewichtes von 50 g im Bug vergessen!

Das nach dem Zusammenbau gut einsehbare Cockpit wird aus ca. 30 Teilen aufgebaut und kann mit den beiliegenden hochwertigen Fotoätzteilen weiter detailliert werden, wobei z. B: die Instrumententräger zunächst plangeschliffen werden müssen.

Weiter gibt es reichlich alternative Bauteile, z. B. frühe oder späte Querruder, zwei verschiedene Kabinenhauben, unterschiedliche Turbineneinläufe, variantenspezifische Bugnasen und verschiedene Außenlasten (diverse Zusatztanks, Raketen). Davon werden viele Teile in die „Restekiste“ wandern.

Darüber hinaus bestehen wahlweise die Möglichkeiten, die Ruderflächen separat anzubringen, die Cockpithaube, die Luftbremsen sowie auch die Kanonenabdeckungen offen oder geschlossen darzustellen, die Triebwerke eingebaut oder separat auf Transportgestellen zu präsentieren, die Triebwerksgondeln offen oder geschlossen zu zeigen, die Einstiegshilfe eingefahren oder ausgeklappt anzubringen und die Maschine mit oder ohne Luftbetankungsstutzen auszustatten. Ebenso kann die beigefügte Pilotenfigur wahlweise mit Kopfhaube oder Helm versehen, nach Wunsch in das Cockpit gesetzt oder auch fortgelassen werden.

Die detailliert aufgebauten Strahltriebwerke bestehen jeweils aus rd. 45 Bauteilen. Die beiden Antriebsaggregate können eingebaut sowohl unter den geöffneten als auch den geschlossenen Triebwerksverkleidungen präsentiert werden.

Die Verglasung kann geöffnet oder geschlossen dargestellt werden. Beide Kanzelversionen sind separat beigefügt. Da das große Kabinendach später ebenfalls im geschlossenen Zustand einen hervorragenden Einblick ermöglicht, sollte hier sehr sorgfältig gearbeitet und auch lackiert werden.

Zu dieser auf nur 3.000 Exemplare limitieren „First Edition“ gehören noch ein Referenzbuch Gloster Meteor von Duke Hawkins sowie ein Poster im Format DIN A3 als Nachdruck eines historischen Werbeposters. Das Buch, erschienen bei HMH Publications, zeigt auf 84 Seiten nicht nur Museumsflugzeuge weltweit (z. B. in Hendon, in Cosford, in Brüssel und in Soesterberg), sondern auch noch flugfähige Maschinen. Darüber hinaus enthält es zahlreiche Detailfotos zu den Landeklappen, den Rudern, den Triebwerken und deren Verkleidungen sowie zum Cockpit einschließlich des Schleudersitzes, zum Fahrwerk, zu den Luftbremsen und zu den Außentanks. Insgesamt eine sinnvolle Ergänzung.

Bauanleitung/Bemalung: Die 48-seitige farbige Bauanleitung lässt keine Fragen offen. Sie führt in 119 ausführlichen Baustufen zum Ziel. Revell bietet fünf attraktive Bemalungs- und Markierungsvarianten für die einzelnen Varianten jeweils in Vierseitenansichten in Farbe an.

– F.8, WH 480, 41 Squadron, Royal Airforce, RAF Biggin Hill, UK, 1952

– FR.9, WB 121, 208 Squadron, Royal Airforce, RAF Ta Kali, Suez Krise, 1956

– F.8, A77-851, 77 Squadron, Royal Airforce, Royal Australian Airforce, Korea, 1953

– F.8 (TT), EG-216, Zielschlepper, Belgische Luftwaffe, 1960/62

– F.8, WA 286, 245 Squadron, Royal Airforce, Luftbetankungserprobung, UK, 1951

Dazu liefert ein großer Bogen randscharf gedruckte Decals in hoher Farbdichte auf dünner Trägerfolie mit allen erforderlichen Markierungen für die Hoheitsabzeichen, die individuellen Kennungen, die Verbandswappen und die notwendigen Wartungshinweise sowie auch eine Instrumententafel als Alternative zum Fotoätzteil.

Fazit: Erfreulich, dass mit diesem Bausatz ein Modell im Maßstab 1/32 erschienen ist, welches lange auf der Wunschliste der Modellbauer gestanden hat. Das „Level 5“-Modell ist für „erfahrene Modellbauer mit fundierten Kenntnissen beim Bemalen und Kleben“ gedacht. Der Bausatz kann aber aufgrund der durchdachten Konstruktion und der guten Passgenauigkeit ebenfalls fortgeschrittenen Anfängern empfohlen werden, da hier ohne weiteres Zubehör ein attraktives Modell gebaut werden kann. Die mehr als 400 Bauteile sollten aber nicht unterschätzt werden, weil sicherlich ein hohes Maß an Konzentration und Durchhaltevermögen erforderlich ist.

Die vielen Vorteile des Bausatzes überwiegen die wenigen Nachteile bei weitem. Die limitierte „First Edition“ ist zwar in der gehobenen Preisklasse zu finden, aber aufgrund der Ausstattung mit Fotoätzteilen, Masken und einem Referenzbuch ist der Preis durchaus gerechtfertigt. Meine Empfehlung: Unbedingt zulegen.

Literatur:

– Simon W.Parry, Gloster Meteor F.8/FR.9 in RAF Service, Wingleader Photo Archive No. 34, Wingleader Publications (2024)

– Martin Chorlton, Meteor, First Generation Jet Fighter         Historic Military Aircraft Series No.30, Key Books (2023)

– , Alex Crawford, Combat Meteors        White Series No. 9152MMP Books (2022)

– Glen Ashley, Meteor in Action No. 1152        Squadron/Signal Publications (1995)

– Meteor       Famous Airplanes oft the World No. 96, Burin-Do (1978)

Ulrich Brier (Juni 2026)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert