Vorbild: Die Junkers F13 war ein von der Junkers Flugzeugwerk AG/Dessau gebautes Ganzmetallflugzeug für die zivile Nutzung. Der Erstflug fand am 25. Juni 1919 statt. Anfangs mit mäßigen Erfolg bediente die F 13, durch Junkers-Aktivitäten, Mitte der 1920 Jahre bis zu 40% des weltweiten Luftverkehrsnetz. Durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten flog die F 13 auf jeden Kontinent und in jeder Klimazone. Nachdem Junkers im zivilen Bereich erste Erfolge verbuchen konnte, wurde auch das Militär auf den Typ aufmerksam, und so gelangte die F 13 auf unterschiedlichsten Weg in den Bestand einiger Luftstreitkräfte rund um den Globus, wobei sich die Art der Nutzung und die Zeitspanne stark unterschieden. Mit Hilfe von Rädern, Kufen oder Schwimmern konnte sie fast überall starten und landen. Der technische Fortschritt führte zu Verbesserungen und Veränderungen. Diese machten sich mit der Zeit auch im Aussehen der Junkers F 13 bemerkbar. Die Produktion endete 1932. Die Stückzahl schwankt zwischen ca. 320 – 350 Flugzeugen.

Bausatz: Seit 2024 erscheinen bei MiniArt in regelmäßigen Abständen Bausätze der Junkers F 13 in unterschiedlichen Ausführungen. Das nunmehr siebte Modell aus dieser Serie wird als eine Maschine der mittleren Produktion im ,,Military Service“ beschrieben. Bis auf den Decalbogen ist der Inhalt des Bausatzes bekannt. Trotzdem ist er eine Bereicherung. Mit ihm können Modelle der Junkers F 13 gebaut werden, die in dieser Ausführung auch einen etwas längeren Zeitraum im Einsatz waren. Ermöglicht wird das hauptsächlich durch die beigelegten Rumpfhälften und das Mittelstück der ,, mid. Prod.“, deren Aussehen sich bis zum Ende der Produktion wohl kaum noch veränderte. Eine ungefähre Zeitspanne für die Nutzung lässt sich aber durch das verwendete Leitwerk und die hinteren Ruderflächen geben. Im stabilen Stülpkarton befinden sich zwölf graue und ein farbloser Spritzling mit insgesamt ca. 150 Teilen, eine Platine mit Ätzteilen, der Decalbogen und eine A4-große Bauanleitung.

Der Detailreichtum ist überwältigend. Überzeugend wiedergeben ist die Wellblechstruktur mit den dazwischenliegenden Nietreihen oder Streben, deren Wellengröße überall gleich ist. Eindrucksvoll gestaltet ist ebenfalls der Innenraum mit Motor, Cockpit und Passagierkabine. Auch kann die Junkers im ,,Transportzustand“ gebaut werden, d. h. ohne / oder nur mit einer Tragfläche. In die dadurch entstehenden Öffnungen können Teile mit den Spanten und der Tankanlage eingesetzt werden. Der Rumpf entsteht in ca. 28 Bauschritten. Zur Ausgestaltung des Cockpits und der Passagierkabine sind Sitze mit Sicherheitsgurten, das Armaturenbrett mit Instrumenten (Decals), die Lenksäulen mit Steuerketten sowie Rückbank, Uhr, Deckenlampe, Vorhänge, Griffe und Hebel vorhanden. Das Einsetzen der Fenster erfordert besondere Aufmerksamkeit. Den Blick ins Innenleben der Kabine ermöglicht eine offene linke Tür. Die im Bauplan vorgestellten Flugzeuge wurden von einem BMW III, IV oder Junkers L 2 Motor angetrieben. Dieser gehört ebenfalls zum Kit und kann nach dem Zusammenbau noch mit Kabel individuell aufgewertet werden. Der Holzpropeller und das Abgashorn vervollständigen die Front, deren Motorverkleidung korrekt wiedergegeben ist.

Die Tragflächen sind mehrteilig mit separaten Rudern. Die Stabilität wird innenseitig durch zwei Spannten und ein Holm gewährleistet. Der Bauplan verspricht einen relativ einfachen Anbau, da der lange Holm nur in den Rumpf geschoben wird. Die hinteren Steuerflächen sind so aufgeteilt, dass sie scharfe Kanten haben. Abschließend das Fahrwerk. Dieses besteht aus den charakteristischen Beinen mit der Federung, einer Achse, mehrteiligen Rädern und für hinten einen Dorn.

Bauplan/ Bemalung: Das Heft führt in 33 Schritten zum Erfolg und sollte nicht nur kurz durchgeblättert werden, sondern den ganzen Bau begleiten. Nicht nur die Zeichnungen sind explosionsartig, auch der Wutanfall, wenn zum Ende noch etwas schiefläuft. Auf dem Decalbogen von Cartograf befinden sich die Markierungen für vier Versionen. Der Druck macht einen sehr guten Eindruck, alle Farben erscheinen kräftig genug, um das Aluminium zu überdecken. Beispielhaft ist das doppelte Vorhandensein der Decals für die Instrumente.

MiniArt bietet Markierungen für vier Flugzeuge aus Argentinien, Spanien, die ČSR und der Republik China, mit recht unterschiedlichen Einsatzgeschichten an. Die ersten drei verraten schon durch den Junkers Werksanstrich, Schwarz und Metall, ihre Herkunft. Eine ist nur in Aluminium.

Fazit: Ein überaus gelungener Bausatz. Für Bastler mit etwas Erfahrung geeignet. Leider sind bis jetzt nur Modelle der frühen und mittleren Produktion verfügbar.

Daniel Fritsch, Berlin (Juni 2026)

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