Das Vorbild: Die P-51D Mustang wurde in großen Stückzahlen hergestellt und ab 1944 eingesetzt. Die Hauptveränderungen zur Version D bestanden im Einbau einer neuen Plexiglashaube – die die Rundumsicht bedeutend verbesserte – und zwei zusätzlichen schweren Maschinengewehren. Für das innere MG-Paar standen je 380 Schuss zur Verfügung, für die äußeren zwei Paare jeweils 270 Schuss pro Waffe. Mit zusätzlichen zwei Abwurftanks, die je 110 Gallonen (415 Liter) Treibstoff fassten, war eine Maximalreichweite von 3300 Kilometern möglich, was die mit Abstand höchste Reichweite aller einmotorigen alliierten Kampfflugzeuge war. Die North American P-51 Mustang wurde unter anderem von der 65th Fighter Wing der Eighth Air Force genutzt. Die amerikanischen Bomberverbände wurden von diesen Begleitjägern auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet. Die P-51 K wurde ab 1945 eingesetzt und unterschied sich nur unwesentlich von der D-Ausführung.
Die in dieser Besprechung verwendeten Fotos stammen von Eduard und werden mit Genehmigung von Eduard verwendet. Eigene Fotos finden sich in den unten aufgeführten Besprechungen.
Der Bausatz: Eduard brachte seine neue P-51D-Familie 2019 auf den Markt. Den Auftakt bildete die Limited Edition Chattanooga Choo Choo (Besprechung hier). In den Jahren danach folgte eine ganze Familie von Ablegern. Mighty Eighth 65th Fighter Wing stellt keinen völlig neuen Bausatz dar, sondern stellt verschiedene konkrete Flugzeuge in ihrer eigenen Bemalung aus den Jahren 1944 und 1945 dar, Flugzeuge der 65th Fighter Wing eben. Weitere Besprechungen kann man hier finden: Eduard P‑51D‑5‑NA Mustang ProfiPACK (1:48), NAA P‑51D Mustang Royal Class (1:48), P‑51K Mustang Nr. 82105 ProfiPACK (1:48), F‑51D / RF‑51D „Mustangs over Korea“ (1:48).
Der Bausatz eröffnet mit einem sehr schönen farbigen Titelbild, das schon vier verschiedene Markierungsversionen der Mustang zeigt. Auf der Seite der Verpackung sind alle Markierungsoptionen gezeigt. Das Pin-Up-Modell daneben setzt die sehr farbige Anmutung fort. Der stabile Obenöffner enthält graue Spritzgussteile, Klarsichtteile, einen farbig bedruckten Ätzteilsatz, Masken für Kanzel und Räder und Markierungen für 13 Maschinen der 65th Fighter Wing. Resin liegt insbesondere für Räder und zwei Auspufftypen bei.
Die Maschinen unterscheiden sich. Es zeigen sich unterschiedliche Sitzvarianten, Instrumentenbretter und Ausstattungsdetails. Hinzu kommen verschiedene Leitwerkskonfigurationen, mehrere Propellertypen sowie unterschiedliche Ausführungen von Lufteinlässen und Kanzeln
Die Bauteile zeigen feine Gravuren und Nietreihen. Besonders überzeugend fällt das Cockpit aus. Schon ohne Zurüstteile ist die Detaillierung hoch; mit den beiliegenden farbigen Fotoätzteilen ergibt sich eine sehr vollständige Darstellung von Instrumentenbrett, Seitenkonsolen und Gurten. Auch die Fahrwerksschächte sind fein gezeichnet. Mängel konnten an den Teilen nicht entdeckt werden.





Die hervorragenden Räder sind als Resinteile separat beigefügt und zeigen auch das Profil der Reifen.

Die Fotoätzteile für das Cockpit begeistern. Sie sind farbig und mit erhabenen Instrumenten versehen. Damit kann ein hochdetailliertes Cockpit gebaut werden. Es empfiehlt sich, das Modell mit geöffneter Kanzel zu bauen, wie es die Anleitung anbietet.

Die Klarsichtteile sind ohne Fehl und Tadel. Dem Bausatz liegt auch ein Maskensatz bei, was die Lackierung nicht unerheblich erleichtet.

Die Wasserschiebebilder sind gut. Dreizehn Markierungsoptionen sind selbst für eine Limited Edition großzügig. Dabei bleibt die Auswahl innerhalb des selbst gesetzten historischen Rahmens. Die farbigen Seitenleitwerke, Staffelcodes und Nose-Arts sorgen für visuelle Vielfalt, ohne beliebig zu wirken.

Die Bauanleitung ist übersichtlich aufgebaut. Das hochglänzende Papier könnte störend wirken. Für diesen Fall kann man die gesamte Anleitung bei Eduard herunterladen. Entsprechend der vielen baubaren Varianten und der Beigabe von Resin- und Fotoätzteilen geht auch mal die Übersichtlichkeit verloren. Die Farbangaben erscheinen plausibel und werden durch Hinweise zu metallischen Lackbereichen ergänzt. Die Anleitung widmet einzelnen Maschinen teilweise überraschend viel Kontext. Dadurch entsteht eher der Eindruck eines kleinen Themenhefts als einer bloßen Bauanleitung. Der historische Teil der Bauanleitung – ungewöhnlich umfangreich für einen Modellbausatz – erläutert auf mehreren Seiten die Rolle des Verbandes und seiner unterstellten Gruppen während des Luftkriegs über Europa. Besonders behandelt werden die Fighter Groups 4th, 355th, 361st und 479th, aus denen die Markierungsoptionen des Bausatzes stammen.














Fazit: Eduard Nr. 11196 Mighty Eighth: 65th Fighter Wing ist eine sorgfältig zusammengestellte Themenedition eines seit 2019 bewährten Form, die man durchaus als den Goldstandard der P-51 im Maßstab 1/48 bezeichnen darf. Oberflächenstruktur, Cockpit und Fahrwerksschächte liegen auf sehr hohem Niveau; die Variantenvielfalt ist groß und die beiliegenden Ätzteile, Resin-Komponenten und Masken erhöhen den Gegenwert spürbar. Die Bauanleitung enthält Ausführungen zur Historie, ergänzt um Originalfotos. Aufgrund der Detailtreue des Modells sollte man beim Bau sorgfältig vorgehen. Der Bausatz ist etwas für Fortgeschrittene und sehr akkurate Anfänger. Von mir eine klare Kaufempfehlung!
BK, Mai 2026

