Das Vorbild: Die standardmäßige Startrampe für die V1-Flugbombe (Fieseler Fi 103), bekannt als Walter-Schleuder, war ca. 48 Meter lang. Diese Rampe bestand aus mehreren Stahlsegmenten und nutzte einen dampfbetriebenen Kolben, um die V1 auf eine Startgeschwindigkeit von 370 km/h zu beschleunigen.

Wichtige Fakten zur V1-Startrampe:

Alternativen: Neben den festen Betonbauten gab es auch fahrbare Varianten oder Starts direkt von Flugzeugen. 

Bauweise: Die Rampe war eine Konstruktion aus Stahlsegmenten, die oft in der Nähe von Betonfundamenten errichtet wurde.

Funktionsweise: Über ein Schlitzrohr (Walter-Schleuder) wurde die V1 mittels eines dampfbetriebenen Kolbens gestartet.

Einsatz: Die Rampen wurden im Zweiten Weltkrieg ab 1944 intensiv von der Nordküste Frankreichs, Belgien und den Niederlanden aus eingesetzt.
(Mit Hilfe von KI erzeugt)

Das Bauprojekt:

Die Startrampe

Wie bereits im Artikel zur V1 auf Transportwagen TW 76a angekündigt, hat mir Lukas vom Fertigungswerk16 ein Paket mit im 3D Druckverfahren hergestellten Teilen zum Thema V1 geschickt, worin auch noch Segmente zum Bau der Startrampe enthalten waren.

Eine komplette Startrampe im Maßstab 1:16 wäre 3 Meter lang, was keine wirkliche Option darstellt. Ich habe deshalb beschlossen, lediglich ein vorderes Segment bestehend aus zwei Rampenteilen und zwei Stützstreben zu bauen. Alleine damit hatte das Rampenteil bereits eine Länge von ca. 50cm. Im ersten Schritt erfolgte – wie üblich – das Verschleifen der beiden Rampenteile zunächst mit grobem Schleifpapier gefolgt von einer feineren Körnung, bis glatte Oberflächen erzielt wurden. Bei den einfachen Seitenflächen und dem oberen Bereich war dies absolut kein Problem. Die seitlichen, durchbrochenen Bereiche erwiesen sich allerdings als ziemlich zeitaufwändig. Um das Rampensegment noch etwas aufzupeppen, habe ich entsprechend einem Foto vom Original eine Verbindungsplatte mit Schraubenköpfen an beiden Seiten ergänzt.


Im Nächsten Schritt ging es dann mit den Stützstreben weiter, die ich an die Rampenneigung anpassen musste. Dabei war es erforderlich beim vorderen Segment die Betonsockel unten zu entfernen und an der Stirnseite der Rampe musste noch ein Sockel aus Plastikmaterial erstellt werden.


Interessanterweise habe ich von Lukas auch noch den Beschleunigungskolben als Bauteil erhalten. Natürlich musste ich auch diesen dazustellen und optimal präsentieren. In einem Museum habe ich ein Bild davon gefunden, das den Kolben auf einem Holzsockel zeigt. Ob dieser auch in der Praxis genutzt wurde, kann ich nicht sagen, aber es sieht auf alle Fälle ansprechend und logisch aus. Der Holzbock konnte schnell aus passenden Plastikprofilen zusammengebaut werden, wobei ich die Oberfläche noch etwas mit einem Sägeblatt einer Mikrosäge angeraut habe, um eine Holzstruktur zu imitieren.


Weiter ging es dann mit der Grundierung und Bemalung der Rampenteile mit Hilfe meiner Airbrush. Wie ich inzwischen lernen musste, resultiert die Bemalung von Modellen im Maßstab 1:16 in einem erheblichem Materialverbrauch. Zusätzlich dauert es ziemlich lange, bis alles sauber und einheitlich grundiert ist. Nach der Grundierung folgte ein Farbauftrag von Tamiya Sand Yellow, das ich an einigen Stellen noch etwas aufgehellt habe. Anschließend wurden unregelmäßige Streifen in Resedagrün aufgetragen. Bei dem Tarn-Muster habe ich mich an Fotos aus dem InterNet bzw. an dem Farbschema des Bausatzes von Meng orientiert.



Der Schleuderkolben erhielt nach Grundierung einen Farbauftrag mit „Steel“ von Vallejo und wurde dann mit Ölfarben etwas gealtert um Gebrauchsspuren darzustellen.


Damit war auch dieses Projekt abgeschlossen und für die Rampe fehlte jetzt noch die V1.


Die Fieseler Fi-103 / V1 – Zweites Modell

Beim Studium von Fotos des Originals ist mir aufgefallen, dass zwar das Aufsetzen der V1 auf den Beschleunigungskolben sauber beschrieben und sogar in einem tollen Video-Clip auf You-Tube gezeigt wird, ein weiteres Detail dabei aber nicht angemessen berücksichtig wurde: Damit der hintere Bereich der V1 nicht auf der Startrampe aufliegt und dadurch Schleifspuren hinterlässt, existierte der sogenannte Rollenwagen. Dabei handelte es sich um eine simple kleine Platte mit Rollen, die unter dem Rumpf der V1 gelegt wurde und nach dem Start genauso wie der Beschleunigungskolben hinter der Rampe nach dem Start nach unten gefallen ist und erneut verwendet werden konnte.

Klare Abbildungen davon konnte ich nicht finden, weshalb ich den Rollenwagen auf Basis eines unscharfen Fotos nach meinen persönlichen Vorstellungen mit Hilfe von Plastikmaterial so konstruiert, dass das Teil passt und seinen Zweck erfüllen würde.


Die zweite V1 wurde schließlich genauso wie das erste Modell gebaut, wobei für die Lackierung eine Variante umgesetzt wurde, die ich aus dem Bauplan des Revell Bausatzes übernommen habe.

Nach der Lackierung wurden alle Teile zusammengefügt. Den Rollenwagen kann man unter der V1 in Höhe der Vorderkante des Triebwerks sehen.


Fazit: Mit dem Bau der Startrampe für die V1 habe ich mit einer Länge von ca. 50cm das größte Modell erstellt, das ich bis jetzt auf meinem Basteltisch hatte. Neben dem hohen Farbverbrauch will ich an dieser Stelle auch daran erinnern, dass beim Lackieren wegen der schädlichen Stoffe darauf zu achten ist, Atemschutz zu tragen und man für eine angemessene Belüftung oder Absaugung sorgen sollte. Ich werde von meiner besseren Hälfte zu diesem Thema regelmäßig angemahnt.

Das fertige Modell kann im Mai in der Vitrine des Modellbaufachgeschäftes “Werken, Spielen, Schenken” in Berlin Steglitz an der Schloßstr. 110B, begutachtet werden.

Ach ja, hatte ich fast vergessen: Im Paket befanden sich auch noch Teile für den sogenannten Zubringerwagen und den Damperzeuger ….

Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

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