Das Vorbild: Bei der Bell Jet Ranger 206 handelt es sich um einen sehr erfolgreichen einmotorigen Hubschraubertyp, der auf eine Ausschreibung der US-Army Anfang der 1960-er Jahre für eine leichte Beobachtungsmaschine zurückgeht. Ursprünglich abgelehnt, entwickelte die Firma Bell daraus einen Zivilhubschrauber, der sich hervorragend verkaufte. Später wurden daraus militärische Varianten abgeleitet, die unter der Bezeichnung OH-58 Kiowa doch noch von den US-Streitkräften übernommen wurden. Zahllose weitere Varianten wurden aus dem Ausgangskonzept entwickelt, die auch heute noch von zivilen und militärischen Nutzern weltweit eingesetzt werden.

Das Modell: Die Atlantis Model Company ist hierzulande vermutlich nicht jedem Modellbauer bekannt. 2009 gegründete US-Modellbaufirma hat sich auf die Wiederauflage klassischer Bausätze von Revell, Monogram, Aurora und Renwal aus allen Bereichen des Modellbaus spezialisiert. Die Maßstäbe sind typisch für die Frühzeit des Plastikmodellbaus: Wer immer schon mal Flugzeuge im Maßstab 1/54, 1/104, oder Schiffe in 1/30 etc. für recht kleines Geld bauen wollte, wird hier fündig.

In einer dünnwandigen Pappschachtel, die man am besten ganz oben auf einem Stapel Modellbausätzen aufbewahren sollte, befinden sich zwei Klarsichttüten, eine für die beiden gelben Gussrahmen, die andere enthält einen Rahmen mit den Klarteilen. Dazu kommen die Bauanleitung und die Nassschiebebilder.

Das Modell ist ein sogenannter Snap-Kit, der auch ohne Klebstoff gebaut werden kann. Man kann aus der Schachtel sowohl eine Maschine auf Kufen als auch eine auf Schwimmern erstellen. Das Plastik ist in einem kräftigen Gelbton gehalten, sodass man auch ohne eine Lackierung auskommt. Leider sind auch der Rotor und der Rotorkopf in Gelb gehalten. Da wird man eventuell doch zu den Farbtöpfen greifen wollen. Insgesamt gilt es 21 gelbe und vier Klarteile zu verbauen. Der Detailreichtum hält sich in engen Grenzen, aufgeprägte Sitzgurte und dergleichen sucht man vergebens. Die Oberfläche ist sparsam sowohl mit erhabenen als auch mit versenkten Panellines versehen.

Die vier Glasteile sind zwar klar, verzerren aber wegen der Wölbungen und auch der beträchtlichen Dicke etwas den Blick ins Innere.

Bauanleitung/Dekoration: Die Abbildungen in der sw A5-Bauanleitung sind so gedruckt, dass man die wenigen Teile auch ohne Lupe eindeutig zuordnen kann. Zehn Bauschritte führen zum fertigen Modell.

Der zigarettenschachtelgroße Decalbogen stammt von Atlantis, ist auf hellblauem Papier gedruckt und enthält zehn Schiebebilder, mit welchen sich eine Maschine der US-Forstbehörde darstellen lässt. Für die Version mit den Doppelschwimmern werden dabei alle Decals benötigt, bei der Kufenvariante nur acht. Die Anbringung der Schiebebilder ist auf der Rückseite der Schachtel erläutert.

Fazit: Dieser Bausatz ist nur etwas für Nostalgiker und Einsteiger ins Gewerbe, die einen schnellen Bastelerfolg in kurzer Zeit haben wollen. Man braucht hier weder Klebstoff noch Farbe. Ein Wettbewerbsmodell wird sich daraus auch mit sehr viel Aufwand nicht erstellen lassen, dazu greift man besser zu neueren Bausätzen.

Dieter J. Schiller (BA Modellbau im VdRBw e.V., Landesgruppe Berlin)

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