Vorbild: Der sowjetische bzw. russische Fahrzeughersteller Gorkowski Awtomobilny Sawod (GAZ) baute bereits im Zweiten Weltkrieg Lastkraftwagen für die Armee, unter anderem den GAZ-63, der in den frühen 1960er Jahren einen moderneren Nachfolger erhalten sollte. Zunächst entstanden mehrere Prototypen aus denen später der GAZ-66 hervorging.

Der GAZ-66 bot gegenüber seinem Vorgänger einige Änderungen. So war er einer der ersten sowjetischen Lkw mit V8 Motor und Servolenkung. Die Spur wurde breiter und der Schwerpunkt abgesenkt um die Geländegängigkeit zu verbessern. Außerdem wurde großer Wert auf die Wartungsfreundlichkeit gelegt.

Bis 1999 wurden über 960.000 Fahrzeuge in den unterschiedlichsten Konfigurationen hergestellt. Bis heute ist der GAZ-66 in verschiedenen Armeen Osteuropas im Einsatz und auch unter Lkw Liebhaber*innen sehr beliebt.

Bausatz: Die Bausatzform stammt frisch aus dem Jahr 2025 und ist somit noch sehr neu. Das Modell liegt in einem sehr stabilen Karton, der von einer bunt bedruckten Schachtel umhüllt ist. Diese ist wirklich attraktiv gestaltet und auf der Rückseite findet man einige interessante Informationen zum GAZ-66 sowie ein gebautes Modell, das wirklich sehenswert ist. Der Text ist in Kyrillisch und Englisch gehalten, was nicht jedem zusagen dürfte.

Öffnet man den inneren Karton, findet man vier graue Gussrahmen, einen Rahmen mit Klarsichtteilen und fünf Vinylreifen. Außerdem liegen ein Decalbogen, die Anleitung und eine Spiegelfolie für die Seitenspiegel bei.

Ein Blick auf die Gussrahmen sorgt direkt für ein Grinsen. Die Teile sind sehr detailliert und sauber gegossen. Fehler im Guss oder Fischhaut sucht man vergeblich. Auffällig sind die vielen sehr kleinen Bauteile, hier braucht man gegebenenfalls etwas Übung, um nicht die Hälfte davon versehentlich zu beschädigen. Allein das Lenkrad wirkt so filigran, dass es schon beim Anschauen zu zerbrechen droht, also Obacht.

Das Modell bietet einen komplett ausgearbeiteten Innenraum und auch von unten gibt es einiges zu sehen. Der gesamte Antriebsstrang ist mit Antriebswellen, Leitungen und Motor nachgebildet. Der Lkw kann in drei Varianten gebaut werden; die Unterschiede betreffen jedoch ausschließlich die Konfiguration der Ladefläche. So kann er entweder mit geschlossener Plane, mit Sitzbänken und abgenommener Plane oder mit hochgeklappten Sitzbänken und völlig ohne Plane gebaut werden. Die Türen können wahlweise offen oder geschlossen dargestellt werden.

Fotos von den Gussästen können nicht gezeigt werden, da die Teile inzwischen schon verbaut wurden.

Dieses Modell ist wirklich auf dem aktuellen Stand der Zeit. Besonders auffällig sind die feine Struktur der Plane und die schön profilierten Reifen, die dem Gesamtbild zusätzliche Qualität und Realismus verleihen.

Die Passgenauigkeit kann ich anhand der Gussqualität natürlich nicht beurteilen, doch die Teile machen auf jeden Fall Lust aufs Bauen.

Anleitung: Die Anleitung kommt im Gegensatz zum Plastik eher rustikal daher. In einem geklammerten A4-Heft bekommt man in Schwarzweiß in rund 45 Bauschritten gezeigt, wie man seinen GAZ-66 vervollständigt. Auf der Deckseite findet man noch einmal einige Infos zum Fahrzeug und dann geht es auch schon los. Der Bau lässt sich grob in drei Abschnitte unterteilen.

Begonnen wird mit Motor und unterem Fahrgestell, danach folgt die Ladefläche und ganz zum Schluss die Fahrerkabine. Ich kann mich nicht so recht entscheiden, ob ich die Anleitung gut oder eher weniger gelungen finde. Auf den ersten Blick wirkt es zu viel pro Seite, doch durch die vielen kleinen Teile und Elemente, die ans Fahrzeug gesetzt werden, entstehen ständig kleine Baugruppen, die separat dargestellt und anschließend ans große Ganze angebaut werden.

Ich glaube, sobald man ein Auge dafür bekommen hat, ist die Anleitung durchaus einleuchtend.

Lackierung: Insgesamt gibt es vier Varianten, die man darstellen kann. Diese orientieren sich offenbar an wahren Begebenheiten, was interessante Dioramen ermöglicht. Die Variante der UN sticht dabei wohl am meisten hervor. Sie stammt aus dem Jahr 1993 und soll bei der UN-Friedensmission in Jugoslawien im Einsatz gewesen sein. Sehr schön, dass man diese Varianten mit aufgenommen hat.

Die Decals sind scharf gedruckt, wirken auf dem Trägerpapier jedoch recht dick.

Fazit: Das Modell macht im First-Look einen sehr überzeugenden Eindruck und weckt definitiv Lust aufs Bauen. Man bekommt es ab etwa 40€, was nicht unbedingt günstig ist, doch die Qualität überzeugt und der Truck dürfte das Geld wert sein. Etwas Erfahrung ist hilfreich, aber auch interessierte Anfänger sollten ihre Freude daran haben. Insgesamt eine klare Empfehlung.

Florian Schuster, Berlin (Januar 2026)

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