Das Vorbild: Die Grumman F6F Hellcat, ein US-amerikanisches trägergestütztes Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs, war das Nachfolgemodell der Grumman F4F Wildcat. Die schnell anlaufende Serienproduktion führte dazu, dass die erste F6F-3 bereits am 4. Oktober 1942 ausgeliefert wurde und ab Januar 1943 den ersten Einsatzverbänden zugeführt werden konnte. Im Gegensatz zur Wildcat war das Flugzeug als Tiefdecker ausgelegt. Somit konnte das Hauptfahrwerk vom Rumpf in die Tragflächen verlegt werden. Dadurch wurde ein wesentlich richtungsstabileres Fahrwerk geschaffen.

Obwohl größer und schwerer, zeigte sie doch beträchtlich bessere Flugleistungen. Mit ihr erkämpften die USA endgültig die Luftherrschaft im Pazifik. Von den 6477 bestätigten Luftsiegen der US Navy errang die F6F Hellcat 4947. Auch die Fleet Air Arm (FAA) setzten das Muster ein, wovon ca. 252 Stück der Ausführung F6F-3 von der Royal Navy unter der Bezeichnung Hellcat Mk I geführt wurden.
(Auszug aus Wikipedia)

Das Bauprojekt: Bei dem letzten Bauprojekt, das ich mir für 2025 vorgenommen habe, sollte es nochmals eine Hellcat sein. Aber nicht in der späten Version und amerikanischen Abzeichen, wie ich sie bereit umgesetzt habe (link). Nein, ich wollte unbedingt noch eine Version MK I der Fleet Air Arm umsetzen und das außerdem im kleinen Maßstab 1:72. Als Bausatz war der Combo Bausatz der MK I / II von Eduard vorgesehen, aber der war nur zu horrenden Preisen bzw. gar nicht verfügbar. Also musste ich umdisponieren. Als Ausgangspunkt erschien mir der gängige und preiswerte ProfiKit Bausatz der F6F-3 von Eduard geeignet (Nr. 7976) und bei den Abziehbildern wurde ich im Sortiment der Firma Techmod fündig. Der Bogen mit sauber gedruckten Abziehbildern enthält unter anderem die Markierungen der Maschine 6-R FN430, die an Bord der HMS Indominable stationiert war.

Verwendete Materialien:
F6F-3, Eduard, 7976
FAA Decals, Techmod, 72035


Der Bau: Das Zusammenfügen der Bauteile für das Cockpit verlief völlig problemlos und hat mich extrem an die Montage beim Modell in 1:48 erinnert, nur handelte es sich dieses Mal um deutlich kleinere Teile.

Nach der Grundierung mit verdünntem Mr. Surfacer 1500 Black erfolgte der Farbauftrag mit einem aus Tamiya Farben selbst zusammen gemischten Interior Green (XF-4 Yellow Green mit ein Paar Tropfen XF-58 Olive Green). Im nächsten Schritt wurden dann diverse kleine Ätzteile und Placards angebracht. Das war schon in Bezug auf kleinste Hebelchen in 1:48 eine Herausforderung und jetzt das Gleiche nochmals in 1:72! Es folgten anschließend Washes, Pin-Washes und das Betonen von Highlights.


In gleicher Weise habe ich auch die Rumpfinnenseiten für den Einbau der Cockpitteile vorbereitet und konnte dieses problemlos einpassen und die beiden Rumpfhälften miteinander verkleben. Der Einsatz von Spachtelmasse war dabei nicht erforderlich.


Entsprechend Bauplan habe ich den Zusatztank unter der Rumpfmitte angeklebt und die Spanngurte aus den beiliegenden Ätzteilen angebracht. Danach widmete ich mich mit der Motorabdeckung und dem Motor, der mit Zündkabeln aus dem PE Set noch weiter verfeinert werden konnte. Die Optimierung, die ich durchgeführt habe, betraf das Reflexvisier, das aus einem soliden grauem Plastikteil bestand. Mit einer Mikrosäge wurde eine Einkerbung so angebracht, dass die „Glasscheibe“ am Visier von der Halterung getrennt erscheint.


Nach dem Einbau der Fahrwerksbeine, die noch Ölleitungen aus Bleidraht erhielten und dem Abkleben des Cockpitbereiches erfolgte der Auftrag einer Grundierung mit Mr. Surfacer 1500 Grey auf alle Teile.


Nach leichtem Überschleifen der Oberflächen und einer Überprüfung auf Fehlstellen wurden dann alle Fugen auf der Unterseite mit verdünntem Mr. Surfacer Mahagonibraun und die auf der Oberseite mit Mr. Surfacer Schwarz betont.


Für die Lackierung der Oberseite folgte ich der Empfehlung von Eduard in Bezug auf das Farbsortiment von Gunze. Für die Unterseite kam XF-21 Sky von Tamiya zum Einsatz. Die Farben wurden mit der Airbrush in dünnen lasierenden Schichten aufgetragen, wobei ich darauf achtete, das Pre-Shading nicht völlig zu überdecken. Als Vorbereitung für die Anbringung der Decals am Modell folgten mehrere dünne Schichten Future als Versiegelung.

Für die beiden hinteren Cockpitfenster ist in der Bauanleitung zu sehen, dass an deren Innenseiten jeweils eine Strebe anzubringen ist. Weil mir die Angaben im Bauplan nicht ausreichend klar erschienen, habe ich im Internet nach entsprechenden Aufnahmen vom Original gesucht und wurde fündig. Entsprechend dieser Vorlage fanden die Streben dann ihren Platz hinter den Scheiben.


Die Abziehbilder aus dem Decal-Set erwiesen sich als hauchdünn und schmiegten sich hervorragend an die Oberflächen und den Fugen an. Nur an wenigen Bereichen musste ich einen Weichmacher anwenden.


Nach einer weiteren Versiegelung mit Future und 24 Stunden Trockenzeit konnten die Fugen mit Panel Line Wash Produkten aus dem Haus AMMO MIG betont werden. Schließlich habe ich noch leichte Alterungsspuren mit Ölfarben und Pigmenten aufgebracht, die Positionsleuchten am Rumpfrücken, der Rumpfunterseite und den Flügeln bemalt. Das Entfernen der Abdeckmasken zeigte erneut, dass Eduard die perfekte Wahl in Bezug auf das Material getroffen hat. Es waren keine Nacharbeiten erforderlich! Das Projekt konnte nun nach dem Auftragen von Ölspuren hinter den Auspuffbereichen und dem Anbringen der Antennenanlage mit Material von Uschi abgeschlossen werden.

Fazit: Mit der Hellcat in 1:72 bietet die Firma Eduard einen wirklich tollen Bausatz an, der sich in punkto Qualität und Details durchaus mit seinem Pendant im Maßstab 1:48 messen kann.

Mit Hilfe des Abziehbildersatzes von Techmod habe ich nun endlich auch eine Maschine der FAA umsetzen können.

Gert Brandl, Berlin (Dezember 2025)

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