Vorbild: Der MH-6 Little Bird ist ein vielseitiger leichter Hubschrauber, welcher in diversen Konfigurationen bei der US Army eingesetzt wird. Es gibt ihn als leichten Aufklärer, Transporter oder wie hier als Light Attack Helicopter in der AH-6-Variante, welche ebenfalls im Laufe der Jahre verschiedene Modernisierungen erfahren hat.

Bereits 1960 schrieb die US Army die Anforderungen für einen leichten Beobachtungshubschrauber aus. Insgesamt nahmen zwölf Hersteller an dem Auswahlverfahren teil. Zunächst setzten sich Bell und Fairchild-Hiller durch, später wurde auch Hughes mit seinem Modell 369 nachnominiert. Jeder Hersteller sollte fünf Prototypen bauen, welche anschließend gegeneinander antraten. Hughes gewann schließlich den Wettbewerb und erhielt den Auftrag zur Serienfertigung der späteren OH-6 Cayuse.

Das 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne), besser bekannt als „Night Stalkers“, ist ein Spezialfliegerverband der US Army, welcher Hubschrauberunterstützung für Spezialeinsatzkräfte bereitstellt. Neben Black Hawks und Chinooks benötigte man auch einen kleinen, äußerst wendigen Hubschrauber, der in engsten Landezonen operieren konnte. Gleichzeitig musste er kompakt genug sein, um problemlos in die Transportflugzeuge der US Army verladen und schnell weltweit verlegt werden zu können.

Die hier dargestellte AH-6J ist die bewaffnete Variante des Little Bird. Sie verfügt über ein leistungsstärkeres Triebwerk, ein FLIR-System (Forward Looking Infrared) sowie ein GPS-/Trägheitsnavigationssystem. Dadurch eignet sie sich besonders für nächtliche Einsätze sowie die Unterstützung von Spezialkräften unter schwierigen Einsatzbedingungen.

Bausatz: Der Bausatz von Zimi Model stammt ursprünglich aus dem Hause Kitty Hawk und wurde erstmals 2017 auf den Markt gebracht. Nachdem Kitty Hawk seine Tore schließen musste, übernahm Zimi Model die Formen und vertreibt die Bausätze nun unter eigener Marke. Kitty-Hawk-Bausätze waren nicht immer für die beste Passgenauigkeit bekannt und genießen daher bei vielen Modellbauern einen eher durchwachsenen Ruf. Vermutlich auch deshalb hat Zimi Model verschiedene Verbesserungen angekündigt. Viel dringt davon allerdings nicht nach außen, meist erfährt man nur sporadisch etwas über Facebook.

So auch bei diesem kleinen Hubschrauber. Bereits auf dem ansprechend gestalteten Deckelbild wird mit einigen Neuerungen geworben, beispielsweise mit „Brand New Upgraded Molds“. Welche Formen konkret überarbeitet wurden und was genau verbessert wurde, lässt sich jedoch nicht herausfinden. Selbst auf Nachfrage bei Facebook gab es keine Antwort.

Dazu kommen wohl neue Decals sowie Metallläufe für die Gatling Gun und das MG. Die Klarsichtteile sollen ebenfalls auf neuen Formen basieren – zumindest ohne Gewähr. Ich hatte dazu einmal einen Beitrag von Zimi Model auf Facebook gesehen, in dem genau dies angekündigt wurde. Auf dem Karton wird ebenfalls darauf hingewiesen, ob die Teile tatsächlich neu gefertigt wurden, kann ich allerdings nicht mit Sicherheit sagen.

Was bei Zimi Model gefällt, ist grundsätzlich die Optik und Haptik der Verpackung sowie der Anleitung. Beides wirkt modern gestaltet und macht einen guten ersten Eindruck. Der Stülpkarton ist stabil und auch an den Seiten ansprechend bedruckt.

Im Inneren findet man, jeweils in Kunststofffolie verpackt, die drei kleinen Gussrahmen sowie einen weiteren mit den Klarsichtteilen. Die Metallläufe befinden sich in einer kleinen wiederverschließbaren Tüte, in der sie jedoch recht ungeschützt wirken. Da die Teile sehr filigran sind, ist die Gefahr des Verbiegen durchaus gegeben.

Dazu gibt es noch einen kleinen PE-Bogen sowie den Decalbogen.

Was direkt auffällt, ist die Farbe der Teile. Schwarzes Plastik habe ich so bisher noch nie gesehen und es schluckt tatsächlich viele Details. Ich finde diese Wahl nicht unbedingt gelungen.

Noch problematischer empfinde ich jedoch, wie unglaublich weich das Plastik ist. Ich hoffe, dass sich die Teile mit der Zeit nicht verformen. Ansonsten fällt tatsächlich auf, dass die Rahmennummern nun ein „ZM“ vorangestellt haben. Zumindest das scheint man an den Gussformen geändert zu haben.

Das Modell bietet einen kompletten Innenraum sowie die Möglichkeit, die Türen zum nett gestalteten Triebwerksraum geöffnet darzustellen. Das Cockpit wird zusammen mit der Mannschaftskabine nach und nach auf der Bodenplatte aufgebaut, bevor am Ende das Triebwerk im Heckbereich angesetzt wird.

Die Teile sehen insgesamt in Ordnung aus, mehr aber auch nicht. Müssen sie aber auch nicht. Der S-64 von ICM ist etwa dreimal so teuer, bietet dafür aber kein dreimal besseres Cockpit.

Die Qualität der Teile ist ebenfalls in Ordnung. An ein paar Stellen gibt es etwas Fischhaut und auf einigen Teilen finden sich, wie oben auf den Bildern zu sehen, kleine Kratzer. Ob diese nach der Grundierung noch sichtbar sein werden, kann ich nicht sagen, allerdings wirken sie sehr fein.

Sobald Cockpit und Triebwerk miteinander verbunden sind, wird die Hülle des Hubschraubers um das Innenleben gesetzt. Die beiden Rumpfschalen machen einen guten Eindruck und weisen bereits einige schöne Details auf. Ab und zu müssen kleine Löcher gebohrt werden, was vermutlich den verschiedenen Versionen des Bausatzes geschuldet ist.

Die Klarsichtteile sehen hingegen wirklich gut aus. Insbesondere das große Teil für den vorderen Rumpfbereich ist sehr ordentlich umgesetzt.

An Bewaffnung wird tatsächlich einiges geboten, und man hat eine gute Auswahl an verschiedenen Waffen und Konfigurationen für den Hubschrauber. Ein Highlight sind natürlich die MGs beziehungsweise Miniguns mit den PE-Gurten und Metallläufen.

Des Weiteren kommen außen diverse Antennen und Sensoren hinzu. Die Antennen wirken etwas dick dimensioniert, wobei das möglicherweise auch durch das schwarze Plastik verstärkt wird. Die Kufen sehen ganz ordentlich aus. Ein Trolley, um den Hubschrauber aufzubocken, liegt leider nicht bei, obwohl ansonsten viel kleines Zubehör enthalten ist.

Anleitung: Die Anleitung ist ein farbig gedrucktes Heft, in dem die Bauschritte klar abgegrenzt sind. Tatsächlich gibt es kleine, aber feine Verbesserungen gegenüber der Kitty Hawk-Anleitung. Einige Dinge, die man beachten sollte, werden hier deutlich hervorgehoben.

Beim Bauschritt 14 gibt es ein optionales Teil, wofür es gedacht ist oder für welche Version es vorgesehen ist, wird jedoch nicht erklärt. Das hätte man besser lösen können. Ansonsten ist die Anleitung gut bis sehr gut.

Lackierung: Black is beautiful und das ist auch das Hauptthema hier. Alle drei Bemalvorschläge sind eher Decal-Varianten, denn jeder Hubschrauber ist schwarz und wird nur durch die Einsatzmarkierungen bzw. Einheitenzugehörigkeit unterschieden. So gibt es einmal Decals für die 160th SOAR. Besonders interessant ist dabei der Hubschrauber mit der Kennung 90-25362, Stichwort Black Hawk Down. Diese Maschine ist historisch belegt und gehörte zu den AH-6J „Barber“-Gunships, die während der Operation in Mogadischu 1993 im Einsatz waren.

Beim dritten Vorschlag steht zwar auch „Operation Somalia“ dabei, allerdings konnte ich die angegebene Kennung keinem eindeutig belegten Vorbild zuordnen.

Die Decals sind meiner Meinung nach der größte Schwachpunkt des Bausatzes. Diese sind leider einfach schlecht gedruckt. Die Decals für das Cockpit wirken wirklich unsauber und liegen qualitativ auf dem Niveau eines Revell-Bausatzes aus den 90er Jahren.

Des Weiteren bin ich mir nicht sicher, wie es sich mit den Markenrechten verhält. Es ist ein Harley-Davidson-Logo enthalten, und es ist bekannt, dass Harley-Davidson sehr strikt auf seine Markenrechte achtet. Ob das hier alles offiziell lizenziert ist, kann ich nicht beurteilen. Insgesamt könnten die Decals definitiv deutlich besser sein.

Fazit: Sehr schön, dass die Bausätze wieder zurückkommen, da Kitty Hawk doch einige sehr interessante Modelle im Programm hatte, die es in dieser Form sonst kaum gibt. Der Bausatz ist solide, und die gute Anleitung sollte ihn auch für Anfänger zu einem angenehmen Bauerlebnis machen.

Die Decals brauchen allerdings dringend eine Verbesserung, aber im Großen und Ganzen ist der Bausatz eine Empfehlung.

Florian Schuster, Berlin (Juni 2026)

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