Vorbild: 1931 legte das junge Unternehmen Renard Const. Aeronautiques einen Entwurf für ein Aufklärungsflugzeug vor, das im Dezember 1932 zu seinem Erstflug startete. Nach Erfüllung aller behördlichen Vorlagen erfolgte zwischen 1934-36 der Bau von 35 Flugzeugen für die Aviation Militaire Belge. Mit Ausnahme einiger zeitweise zu Schulflugzeugen umgerüsteter Maschinen verwendeten vorrangig die beiden in Bierset bei Liège/ Lüttich stationierten Escadrille d‘ observation Nr. 9 (Sioux auf blauem Kreis) und 11 (Sioux auf rotem Kreis) die R-31. Zu Beginn des Überfalls auf die Benelux-Staaten1940 sind noch ca. 20 Flugzeuge vorhanden, welche bei über 50 Aufklärungsmissionen zum Einsatz kamen. Alle Maschinen gingen bei Erfüllung ihre Aufgaben oder nach der Kapitulation durch Selbstzerstörung verloren. Die Renard R-31 war ein in Mischbauweise hergestellter Hochdecker mit Zweiblatt Propeller und einem 487 PS starken Rolls-Royce Kestrel II-Motor. Als Bewaffnung dienten zwei 7,62-mm-Maschinengewehre.

Modell: 2018 erschien bei Azur eine gut gelungene Renard in 1/72. Ihr folgt als großer Bruder die Neuerscheinung von Planet Models. Der feste Karton mit farbigem Deckelbild beinhaltet zwischen zusätzlichem Verpackungsmaterial alle 49 Bauteile aus Resin, den Bauplan, die Decals und eine kleine PE-Platine. Die Bauteile sind in PVC Tüten eingeschweißt oder im zusätzlichen Karton gesichert.

Die großen Elemente sind klassisch gegossen (helle Flecke sind nur farbliche Abweichungen). Der Rumpf ist zweiteilig und die Struktur des Originals wird außen wie innen gut wiedergegeben. Alle Steuerflächen sowie die Tragfläche sind einteilig und besitzen somit scharfe Hinterkanten. Die Darstellung der Stoffbespannung ist wie immer Geschmacksache, gibt dem Modell aber ein lebhafteres Aussehen.

Die kleineren Teile aus dem 3D-Drucker sind in unterschiedlicher Qualität. Cockpit, Kühler und Bewaffnung überzeugen. Andere Teile müssen etwas nachbearbeitet werden, da die Schichten sichtbar sind. Dazu gehören die beiden Kanzelfenster, Verstrebung und das Fahrwerk.

Der Innenraum besteht aus 15 Teilen. Für die Armaturen sind Decals vorhanden. Die Sitze bekommen geätzte Gurte.

Die restlichen Teile sind unter anderem: Propeller, Stromversorgung, Verstrebung, Fahrwerk und Einstiegshilfen.

Bemalung: Der klar gegliederte Bauplan führt in 19 Schritten zum Erfolg und schließt mit zwei Markierungsvorschlägen. Die Farbangaben sind für Gunze Color. Der beiliegende Decal Bogen ist versatzfrei gedruckt.

Fazit: Nach Säubern der ersten Teile zeigen sich die Stärken des Modells. Die Tragfläche liegt wie ein Brett, die Rumpfhälften passen. Der weiße Stab symbolisiert den Lauf des MGs im seitlichen Behälter. Für Modellbauer, die Erfahrung mit dem Material haben, ist dieser Bausatz von Planet Models zu empfehlen.

Daniel Fritsch, Dezember 2025

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert