Bausätze
Der riesige Karton wird nach oben geöffnet und enthält drei Tüten mit den Gussästen der Kampfjets. Eine weitere Tüte enthält sechs Revell Farben, einen Pinsel für grobes Lackieren und eine Packung Kleber, der für alle Aufgaben reichen sollte. Weiterhin ist eine farbige Anleitung für alle drei Modelle enthalten. Der Modellbauer wird sicherlich aus Platzgründen den Karton schnell entsorgen. Die Fotos/Zeichnungen rings um den Karton regen ebenfalls nicht zum Aufbewahren an.

Bausatz 1 – Eurofighter Typhoon

Es kann der EF 2000, 30+68 LuftZaffe mit geheimen? Standort Neuburg gebaut werden. Die gleiche Kennung konnte auch aus dem „60 Jahre Luftwaffe“ Set gebaut werden. Allerdings damals in Jubiläumslackierung. Weiterhin können im Netz auch Fotos der gleichen Kennung mit dem Wappen aus Nörvenich gefunden werden. Ich habe diesen Bausatz bereits 2022 beschrieben. Die Form ist unverändert und zeigt die gleichen unwesentlichen Mängel.

Interessant ist, dass wiederum nur wenige der Außenlasten verwendet werden. Eine Chance, den Tornado mit IRIS-T statt den Sidewindern auszurüsten.

Die Cockpithaube ist nicht verpackt und zeigte bereits einige Schrammen und auch eine unproblematische Fischhaut.

Bausatz 2 – Tornado IDS

Gebaut werden kann der 43+50 mit Standort in Büchel (September 2014). Den unveränderten Rohling habe ich bereits im letzten Jahr beschrieben. Schade, dass der ursprünglich (1998) perfekte Bausatz, in die Jahre gekommen, nur noch mittelmäßig zu bewerten ist.

Wer auf Details verzichtet und mit viel Schleifen und Spachteln arbeiten will, wird ein ansehnliches Modell bekommen. Allen anderen empfehle ich eine Revell Edition zwischen 1998 und 2010. Schade, dass ein perfekter Bausatz so ins Nirwana verschoben wird. Insbesondere die Backbordseite der Tragflügel Abdeckung lässt sich nur noch mit Schraubzwingen formen.

Bausatz 3 – F-4F Phantom II

Gebaut werden kann der 38+74 mit Standort in Wittmund. Dieser Fliegerhorst war der erste, der am 18. Mai 1973 mit der 37+01 den Phantom eingeflogen hat. Am 29. Juni 2013 wurde mit der 37+01 der letzte Phantom der Bundeswehr ausgeflogen. Revell spendierte diesem Ereignis damals einen Bausatz mit dem „Pharewell“. Der Rohling des hier beschriebenen Bausatzes, liegt dem von 2013 zu Grunde. Auf drei Spritzlinge konzentriert, macht der Bausatz einen sehr guten Eindruck. Die Teile weisen feine Gravuren auf, die nach dem Lackieren die ganze Schönheit des Modells erstrahlen lassen werden.

Wie von vielen modernen Revell Bausätzen bekannt, ist auch hier die Liebe zum Detail zu sehen. Die Bauanleitung führt in 36 Bildern, wovon zehn Bilder die möglichen Außenlasten beschreiben, zum fertigen Modell. Auch Neulingen sollte es gelingen, diese Aufgaben zu bewältigen.

Die beiden Sitze werden aus jeweils fünf sehr filigranen, Teilen zusammengebaut. Das Cockpit besteht aus fünf weiteren Teilen. Die Instrumente sind sehr flach angedeutet und werden durch 14 Decal-Teile perfekt detailliert. Das früher übliche Abschleifen kann entfallen.

Für die Kanzel gibt es vier Klarsichtteile in mäßiger Qualität. Die Hauben können geöffnet (mein Favorit) oder geschlossen montiert werden.

Das Fahrwerk ist wesentlich einfacher als beim Tornado oder Typhoon ausgeführt. Die Last andeutenden, gewölbten Reifen begeistern einfach. Es besteht auch die Möglichkeit, das Modell mit geschlossenen Fahrwerksklappen zu bauen. Für diesen Fall fehlen mir dann allerdings die Piloten.

Schon recht früh muss man sich entscheiden, welche Außenlasten das Modell tragen soll. Die notwendigen Bohrungen sind auf der Innenseite vorbereitet und müssen vor dem Verkleben gebohrt werden. Dieses empfinde ich besser als das Spachteln nicht benötigter Löcher. Neben Zusatztanks können alle 2007 im Einsatz befindlichen Lasten wahlweise montiert werden.

Bauanleitung

Die insgesamt 44 Seiten umfassende farbige Bauanleitung beginnt wie üblich mit Erläuterung typischer Arbeitsweisen, nicht mit Worten, sondern ausschließlich mit Zeichnungen. Auf den nächsten Seiten werden die verwendeten Symbole und die benötigten Farben in jeweils 21 Sprachen erklärt. Anschließend folgt die eigentliche Bauanleitung der drei Modelle. Der Typhoon wird ab Seite 8, der Tornado ab Seite 20 und der Phantom ab Seite 34 beschrieben. Informationen zum Anlass des Bausatzes, zu den Jets sucht man vergebens. Gerade für die von mir vermutete Zielgruppe etwas wenig Material.

Lackierung
Der Bausatz enthält neben den Gussästen eine Tüte mit sechs Revell Aqua Farben. Neben Weiß (06) und Anthrazit (09) sind Mittelgrau (43), Lichtgrün (55), Grau (57) und Hellgrau (76) enthalten. Laut Anleitung werden 22 Farben benötigt. Die Darstellung in der Anleitung ist auf Grund der vielen Sprachen unübersichtlich. Ich habe versucht diese auf zwei Fotos zu reduzieren.

Die meisten dieser Farben werden nur kleinteilig z.B. im Cockpit oder am Fahrwerk benötigt und können sicherlich durch ähnliche Farben ersetzt werden bzw. entfallen. Interessant ist, dass Revell von den Klarfarben für die Positionsleuchten abgekommen ist und stattdessen Feuerrot (360) und Laubgrün (364) vorschlägt. Sorgfältig aufgetragene Klarfarben empfinde ich interessanter und näher am Original. Die Anleitung sieht sechs Mischfarben vor. Die Farbe „U“ wird bei allen Modellen für die Abgasdüsen verwendet. Hier findet sich sicherlich eine fertige Farbe in der Bastelkiste. Die anderen Mischfarben werden für 99% der Fläche der Modelle benötigt.  Bis auf Blaugrau (79) sind alle für das Mischen erforderlichen Farben im Set enthalten. Ob die mitgelieferten Farben für alle drei Modelle ausreichen, wage ich zu bezweifeln. Meine Empfehlung, mit dem Typhoon beginnen. Dann die Farben für den Phantom mischen und aus dem Rest den Tornado bemalen. Die Unterschiede sind marginal. Unter Umständen kann auch vieles mit einer Grundfarbe erreicht werden.
Achtung – Der Typhoon und der Phantom sind zweifarbig!

Decals
Der gelieferte Decal Bogen glänzt durch sehr gute Qualität. Die Bilder der einzelnen Modelle sind durch Streifen deutlich getrennt. Zum anderen ist die Nummerierung der Bilder ohne Überschneidungen. Auf diese Weise ist garantiert, dass auch stark zerschnittene Bögen immer dem Modell zugeordnet werden können.

Wie schon genannt, stehen eine ganze Reihe Bilder für die Cockpits zur Verfügung. Da es sich um Einsatzmaschinen handelt, sind die restlichen Bilder umfangreich, aber winzig und schwer zu positionieren. Es dürfte insbesondere auf den Tragflächen schwierig werden, die Bilder im richtigen Abstand und in der richtigen Orientierung zu montieren. Nach meiner Erfahrung neigen die kleinen Bilder auch Stunden nach der Montage zu unerklärlichen Wanderungen. Hier gilt: „Lieber nicht als falsch dekorieren!“

Eurofighter:

Tornado:

Phantom:

Fazit

Das Set ist für alle, die im Gebiet Kampfjets der Bundeswehr einsteigen möchten, ein tolles Weihnachtsgeschenk. Es werden die drei, in den letzten Jahrzehnten erfolgreich im Dienst befindlichen Maschinen im Maßstab 1/72 angeboten. Von dem eher schwachen Tornado abgesehen sind die Modelle von sehr hoher Qualität. Der Bau sollte auch Anfängern gelingen. Schwierig wird es beim Hauptfahrwerk von Tornado und Typhoon. Wer ohne Fahrwerk baut, sollte sich nach Piloten umsehen! Die Lackierung ist vergleichsweise einfach und sollte auch mit dem Pinsel gelingen.

Reinhard Rudolf, Berlin (November 2025)

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