Das Vorbild: Informationen zum Original sind hier im entsprechenden First Look des Bausatzes zu finden.
Das Bauprojekt: Wie bereits im First Look (s.o.) geschrieben, hat mich dieser kleine aber feine Bausatz so begeistert, dass ich sofort nach dem Kauf mit dem Bau des Modells begonnen habe. Damit das „Kraftei“ aber noch mehr protzen kann, wurde dem Bausatz noch der entsprechende Ätzteilesatz von Eduard spendiert. Mit den Büchern zu dem Thema, die über die letzten Jahre gekauft wurden war ich dann perfekt für das Bauvorhaben ausgerüstet.
Verwendete Materialien:
Me-163 B, Hobby 2000, 72061
Me-163 Komet PE Set, Eduard, SS256


Das Bauprojekt: Obwohl Academy (Hobby 2000 hat ja die Formen übernommen) das Cockpit für den Maßstab 1/72 bereits sehr gut ausgestattet hat, konnte ich im Heft von Jens Nissen noch einige Bereiche finden, die unter Verwendung des Ätzteilesatzes von Eduard und mit Hilfe von selbst hergestellten Details aufgepeppt wurden. Letzteres gilt für die Ergänzung einiger Leitungen aus dünnem Bleidraht. Für das Verbauen der Eduard Ätzteile, die teilweise kleiner als 1 mm sind, musste ich dabei immer wieder Pausen einlegen und meine Nerven regenerieren.
Die größte Herausforderung dabei bestand im Anbringen von winzigen „T-förmigen“ Griffen, die ich wirklich nur mit Mühe mit einer Pinzette halten konnte. Beim Versuch, die Griffe anzukleben, fielen sie mir immer wieder herunter, und glücklicherweise hat Eduard von den Teilen mehr als die benötigten beigelegt, denn zwei davon sind irgendwie nach irgendwohin verschwunden – das Teppichmonster hat wieder ein paar Leckerlis bekommen.


Nach der obligatorischen Grundierung mit Mr. Surfacer 1500 Schwarz habe ich den Cockpitbereich mit RLM 66 bemalt, einige der Details noch farbig hervorgehoben und dann alles für einen Wash und Pin-Wash mit Klarlack versiegelt. im Anschluss daran wurden die bereits farbig bedruckten Ätzteile angebracht. Nach dem obligatorischen Wash versehen habe ich noch die Kanten mittels Drybrushing mit hellem Grau betont. Besonders positiv beim Eduard Ätzteilesatz sind die Gurte für den Piloten zu erwähnen, die das Cockpit wirklich sichtbar aufwerten.



Weiter ging es nun mit den Seitenwänden des Cockpits, für die Eduard auch noch einiges beisteuert. Nach dem Verschließen einer Aussparung über dem Armaturenbrett mit Plastik und Glätten des Bereiches erhielt auch der Cockpit Innenraum eine Behandlung mit Farbe.



Nun konnten die obere und untere Schale des Raketenjägers miteinander verklebt werden. Lediglich im Bereich vor dem Cockpit ergaben sich leichte Passprobleme an den Seitennähten, was ich mit Hilfe von Spachtelmasse und leichtem Verschleifen beheben konnte. Inzwischen glaube ich, dass man das vermeiden könnte, wenn man die Seiten der oberen Bereiche vorsichtig etwas spreizt. Vor dem Anbringen der beiden Klarsichtteile habe ich im Bereich hinter dem Pilotensitz noch die beiden Trennwände dem Original entsprechend angefertigt und eingeklebt. Dabei mussten diese im vorderen und hinteren Bereich an das Klarsichtteil anpasst werden, damit Letzteres auch sauber eingeklebt werden kann. Die Teile von Eduard für das Reflexvisier erwiesen sich leider als etwas zu groß, weshalb ich es komplett neu aus Plastik aufgebaut habe.


Für ein perfektes Finish der Cockpithaube und der Fenster hinter dem Piloten habe ich beide noch in Future getaucht und dann am Flugzeug mit Contacta Clear angeklebt. Vor dem Aufsetzen des vorderen Klarsichtteils musste ich allerdings feststellen, dass dieses etwas zu weit nach vorne aufsitzt, was ich durch vorsichtiges Schleifen an der Hinterkante beheben konnte. Für die bevorstehende Lackierung war es jetzt noch erforderlich, die Scheibenbereiche mit Hilfe der dem Bausatz beiliegenden Masken abzukleben. Die Öffnungen für die beiden Maschinenkanonen an den Flügelkanten habe ich mit einer Rundfeile noch etwas überarbeitet und die fehlenden Läufe der MK-108-Maschinenkanonen aus dünnem Rundmaterial ergänzt, die vorne noch mit einem Mini-Bohrer aufgebohrt wurden.


Um zu vermeiden, dass sich die hauchdünnen Gravuren mit zu vielen Farbschichten zusetzen, beschloss ich, auf eine Grundierung zu verzichten, und brachte das Pre-Shading mit verdünntem Mr. Surfacer Mahagony direkt auf das vorher gründlich gereinigte Modell auf. Für das Tarnschema fiel die Wahl auf die „Weiße 9“, die von Kurt Schiebeler und Brandis geflogen wurde. Diese Lackierung hat mich insofern angesprochen, weil man davon ausgeht, dass die Flügeloberseiten nicht mit RLM 81 und RLM 82 lackiert waren, sondern mit RLM 74 und RLM 75.
Nach einer Lackierung mit RLM 76 aus dem Vallejo Farbsortiment über alles in lasierenden Schritten um das Pre-Shading nicht zu überdecken, erfolgte das Abkleben und die Lackierung der entsprechenden Flächen auf den Flügeln. Für das Muster in RLM 74 und RLM 75 auf den Seiten des Rumpfes musste ich den Druck der Airbrush auf nahezu 1 psi reduzieren und mit der 0,2-mm-Düse war es nicht ganz einfach, die kleinen Flecken überzeugend aufzutragen. Nach der Lackierung der „Nase“ mit gelber Farbe folgte dann das Versiegeln mit Future in mehreren dünnen Schichten, bis eine einheitliche glänzende Oberfläche erzielt werden konnte. Ich wollte hier auf Nummer sicher gehen, um das Risiko eines Silverings der Abziehbilder so niedrig wie möglich halten. Und zumindest in diesem Fall kann ich bestätigen: Viel hilft viel! Nach Aufbringen der zum Teil mikroskopisch kleinen Abziehbilder wiesen diese weder Ränder noch das gefürchtete Silvering auf. Mit Hilfe vom Mr. Setter war es dann auch kein Problem, die Decals an die Fugen und Rillen anzupassen. Mit dem Ergebnis war ich mehr als zufrieden.




Zur Betonung der Paneele auf den Unter- und Oberseiten nutze ich Panel Line Washes von Ammo Mig Dark Blue und Grey. Am folgenden Tag habe ich noch die Funkantenne und das Pitotrohr ergänzt und das Ergebnis dann mit mattem Klarlack von Bergswerk gesichert, womit der Bau des Raketenjägers abgeschlossen war.





Scheuch-Schlepper
Dem Bausatz liegen erfreulicherweise noch Teile zum Bau eines Scheuch-Schleppers bei. Dieser wurde als Agrarfahrzeug sowie als Transportfahrzeug für die Landwirtschaft angeboten und vom Militär auch zum Rangieren von Flugzeugen eingesetzt. Der ursprüngliche Einachsschlepper war mit einem Einzylindermotor von DKW ausgestattet.
Das Modell war schnell zusammengebaut und zeigt klar die Form des „Taxis“, mit dessen Hilfe das Kraftei auf dem Flugfeld bewegt wurde. Allerdings hat Academy viele der Details vom Original stark vereinfacht oder einfach ignoriert. Ursprünglich wollte ich den Schlepper out-of-the-box bauen, habe dann aber doch zumindest die Bügel auf den Kotflügeln, Schalt- und Bremshebel sowie die Scheinwerfer überarbeitet bzw. ergänzt. Schließlich fand auch noch ein dünner Bügel aus Metalldraht vorne unten an der Motorhaube seinen Platz.



Nach Grundierung mit Mr. Hobby Mahagony habe ich den Schlepper mit Tamiya Dark Yellow lackiert, die Farbe versiegelt und Washes aufgetragen, Chipping und Weathering durchgeführt, damit das Fahrzeug ein etwas gebrauchtes Aussehen erhält. Weil mir noch ein paar der Decals mit Wartungshinweisen vom Flugzeugbausatz übrig geblieben sind, wurden diese noch an mir logisch erscheinenden Stellen angebracht. Dies gilt auch für ein Abzeichen des 1. /JG 400, das ich seitlich vorne platzierte.



Nun konnten das Kraftei auf den Hebemechanismus des Schlepper aufgelegt werden!

Für eine angemessene Präsentation fand ich noch eine Figur aus Resin von CMK, die nach Bemalung auf einem mit Hilfe von Magic Sculpt gestalteten Untergrund in Szene gesetzt werden konnte.


Fazit: Der Bausatz des Raketenjägers Me 163 von Academy im Maßstab 1/72 ist vergleichsweise einfach, aber wirklich klasse gemacht und ermöglicht zusammen mit dem auch noch beiliegenden Scheuch-Schlepper den Bau eines historisch und technisch interessanten Duos.
Toller Bausatz auch für den kleinen Geldbeutel!
Das fertige Modell kann im Februar in der Vitrine des Modellbaufachgeschäftes “Werken, Spielen, Schenken” in Berlin Steglitz an der Schloßstr. 110B, begutachtet werden.
Gert Brandl, Dezember (Dezember 2025)
Empfohlene Literatur:
- Messerschmitt Me 163, Museumsstücke Band 2, Jens Nissen
- Me 163 – Raketenjäger, Stephen Ransom, Motorbuch Verlag,



