Vorbild: Die Peterbilt Motors Company ist ein Lkw-Hersteller der Paccar-Gruppe in den Vereinigten Staaten. Standorte befinden sich u. a. in Denton (Texas), Oakland und Newark im Bundesstaat Kalifornien. Eines der berühmtesten Modelle wurde der ab 1967 gebaute, höchst anpassungsfähige 359 Conventional, der für Überlandtransporte entworfen wurde und in zwei Längen erhältlich war. Der 359-13 hatte eine Stoßstange und Motorhaube aus glasfaserverstärktem Kunststoff, die beim 359-19 aus Metall gearbeitet wurden. Der Peterbilt 359 „Bull Nose“ gilt als typisch amerikanischer Truck mit leistungsstarkem Motor und vielen Chromteilen, wodurch er zum Favoriten der nordamerikanischen Fernfahrer wurde. Der Lkw konnte wahlweise mit Motoren von Caterpillar, Cummins oder Detroit Diesel ausgestattet werden. Aufgrund der Konzentration auf Lkw mit geringem Wartungsbedarf und Langlebigkeit behauptete Peterbilt auch Dank des 359 Conventional seine herausragende Position in den USA. Die letztendlich geringeren Betriebskosten, der effiziente Betrieb und der niedrige Wertverlust kompensieren den gegenüber der Konkurrenz höheren Anschaffungspreis.
Bei der Ausstattung zum Abschleppfahrzeug wurde ein amerikanischer Klassiker verbaut wie man ihn auch in den bekannten von der US Army während des Zweiten Weltkriegs benutzen Wrecker Diamond T 969 wiederfindet. Von Holmes hergestellt, erhielt er zwei Schwenkausleger, die zusammengekuppelt werden konnten, um die Tragkraft zu erhöhen. Jeder von ihnen besaß eine eigene Winde. Die Hubkraft der Holmes-Ausstattung verbunden mit der des Fahrzeugmotors machte aus dem Fahrzeug eine äußerst effiziente Maschine. (Wikipedia/ Heller)


Bausatz: Wer hätte das gedacht. Die Bausatzformen, zumindest die des Basisfahrzeuges, stammen aus dem Jahr 1973. Hersteller war damals die Firma AMT. Unter der Federführung von AMT/ Matchbox bekam der Modellbauer in den 80er Jahren die Wrecker-Version mit der Bestellnummer PK-7105. Unter dem Label Heller erschien dann 2003 ein LKW -Trio, genannt „American Trucks“, im Maßstab 1:43. Auch hier hatten alle Fahrzeuge ihren Ursprung bei der Firma AMT. Dieses Trio war nur kurzzeitig erhältlich und die Preise schossen wegen des interessanten Maßstabes auf Online-Auktionen in die Höhe. Dank Heller ist seit diesem Jahr die attraktive Wrecker-Version wieder erhältlich.
Der Bausatz ist trotz seiner ca. 190 Teile einfach gehalten, denn er soll ja schließlich auch Modellbaueinsteiger und jüngeren Modellbauer ansprechen. Der Lieferumfang besteht aus mehreren Spritzlingen, Reifen in Halbschalenbauweise, Metallachsen, Garn, Decals und der Bauanleitung.




Der Bau beginnt mit der Montage des mehrteiligen Motors. Die Detailierung fällt schon mal für diesen kleinen Maßstab recht gut aus. U.a. haben wir separate Zylinderköpfe, Ventildeckel und Abgaskrümmer vorzuliegen. Bevor es mit dem Fahrzeugrahmen weiter geht, folgt der Zusammenbau der Räder. Die Bereifung des Fahrzeuges ist aus Plastikspritzguss in Halbschalenbauweise gehalten. Das Reifenprofil fällt ordentlich aus. Beim Verkleben wäre es ratsam den Tamiya Extra Thin Kleber zu verwenden, um das Reifenprofil nicht zu sehr zu beschädigen. Die Felgen sind zweiteilig gehalten. Bei der Hinterachse auf die korrekte Montage der inneren Felgenringe (Bauteile 64 und 65) achten.
Beim Fahrzeugrahmen gibt es ordentlich was zu tun. Dieser setzt sich aus zwei Längsträgern und fünf Querträgern zusammen. Die Federpakete finden in diesem Bauabschnitt ebenfalls ihren Platz. Auf genaue Ausrichtung ist hier zu achten. Wichtig: Die Federenden an den Hinterachsen werden nicht mit den Federanschlägen verklebt, denn in dem Folgebauabschnitt sollen Federanschlagsbegrenzer noch zwischen geschoben werden. Ist dieser Bauabschnitt bewältigt, folgt die Montage der Differentiale und Stoßdämpfer sowie der Vorderachse mit angedeuteter Lenkung. Die erste Stahlachse wird dort gleich verbaut mit den Vorderrädern. Am Rahmen werden anschließend Motor, Riementrieb mit Lüfterrad und Kühler montiert. Die Kardanwelle zwischen Getriebe und Differentiale positioniert. Auf die korrekte Position des Kardanwellenmittellagers ist zu achten. Abschließend werden beide Hinterachsen mit Stahlachsen und Rädern bestückt. Mit dem Innenraum geht es weiter. Hier alles fertig lackieren und das Armaturenbrett mit dem Instrumentendecal versehen. Sitze, Lenkrad und Schalthebel sind vorhanden und werden mit dem Armaturenbrett zusammen in der Innenraumwanne verpflanzt. Im Folgebauabschnitt geht es um die Fahrerkabine und der Montage von Verglasung und Beschlägen in Form von Außenspiegeln, Positionslichter usw. Bei den Beschlägen macht es Sinn, diese am Ende zu montieren. Rasch bricht mal was ab oder geht verloren. So wird am Ende die Kabine mit der Innenraumwanne verbunden und mit dem Fahrzeugrahmen verklebt. Die Abgasanlage wird beidseitig platziert, Luftfilter mit Ansaugschlauch mit dem Motor verbunden. Bei der Abgasanlage ist auf die genaue Montage und Ausrichtung der Rohre (Bauteile 56 und 57) zu achten. Ungenaues Arbeiten führt hier schnell zu einem Versatz. Die Montage von der Motorhaube einschließlich der Kotflügel und dem Kühlergrill schließt diesen Bereich erstmal ab.




Der interessante Teil mit den Schwenkauslegern folgt. Auch hier ist präzises Arbeiten angesagt. Allerdings fallen hier einige Spachtelarbeiten an. Jede Menge sichtbare Sinkstellen und Auswerfermarkierungen finden sich auf einer Vielzahl der Wrecker-Teile wieder. Nach getaner Fleißarbeit ist hier auf die genaue Ausrichtung der Träger und der Montage von Führungsrollen und die Montagehinweise zu achten. Allerdings sollte man bei dem Bauabschnitt 22 die vielfachen Bohrungen an den Holmen zu den Umlenkrollen vor dessen Montage vorziehen. Durch diese Bohrungen wird dann das mitgelieferte Garn durchgezogen und soll somit beide Stahlseile simulieren. Ein strammer Sitz ist bei den „Stahlseilen“ wichtig, denn sie werden an den Umlenkrollen verklebt. Ein Schwenken der Holme ist laut Bauplan nicht möglich. Zu guter Letzt wird der Aufbau auf den Fahrzeugrahmen befestigt und mit dem Anbringen der Beschläge und den Decals sollten die Arbeiten abgeschlossen sein.




Bauanleitung / Bemalung: Die leicht verständliche Bauanleitung ermöglicht einen unproblematischen Zusammenbau. Ein wenig knifflig wird es bei der Montage des Wrecker-Aufbaues. Die Bemalungshinweise sind eindeutig, sollten vor endgültiger Montage abschlossen sein. Die Farbangaben beziehen sich auf das Heller- und Revell- Farbensortiment. Der Decalbogen ist randscharf auf dünnem Trägerfilm gedruckt und ermöglicht den Bau der auf dem Kartondeckel gezeigten Version. Ein Kennzeichen für den US-Bundesstaat Nevada bekommt der Modellbauer gleich mit dazu.




Fazit: Trotz des hohen Alters eine willkommene Wiederauflage eines in seiner Version sehr interessanten Fahrzeuges. Ein solides Modell welches mit jüngeren Modellen noch mithalten kann. Nervig sind allerdings die Sinkstellen an dem Wrecker-Aufbau, Auswerfermarkierungen und Grate speziell an den Kabinenaußenseiten. Mit ein wenig Eigeninitiative lässt sich aus dem Wrecker noch einiges an Details herausholen und aus ihm einen Blickfang zu erstellen.
Zu beziehen ist dieser Bausatz im gut sortierten Fachhandel oder für Händler bei glow2b.
Alexander Hilbig, Berlin (Dezember 2025)

