Vorbild: Das ikonische Raumschiff der Kopfgeldjägers Boba Fett hat bereits seit den 80er Jahren und Episode V „Das Imperium schlägt zurück“ der Star Wars-Saga hohen Wiedererkennungswert. Anders als zunächst anzunehmen, überlebte Boba Fett den tiefen Fall in das Sarlacc Pit in der Wüste Tatooines und baut sich nun in der neuen Star Wars-Serie „The Book of Boba Fett“ ein eigenes kleines Imperium auf dem Wüstenplanten auf. Sein Schiff, manchmal auch als „fliegendes Bügeleisen“ bezeichnet, ist wieder mit von der Partie.

Bausatz: Revell konnte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, den seit 2007 bekannten Easy Kit-Bausatz des Slave I für die frische Serie neu aufzulegen. Der Maßstab bleibt mit 1:88 ungewöhnlich. Wer ein Modell sucht, das für sich allein steht, wird damit keine Schwierigkeiten haben. Wer das Modell aber in Bezug zu anderen setzen möchte, vermisst den Größenbezug eines klassischen Maßstabs wie 1/72, der sich hier angeboten hätte.

Easy Kit bedeutet, dass sich der Bausatz im Wesentlichen durch Stecken und ohne Kleber zusammensetzen lässt. Um ihn zusammen zu halten und insbesondere Spalte verschwinden zu lassen, sollte man doch zum Klebstoff greifen. Da das Cockpit sich im Original beim Abheben dreht, kann auch das Bausatzcockpit in gelandeter oder fliegender Position (90° gedreht) eingebaut werden.

Die Detaillierung ist insbesondere auf der Unterseite (wo die Triebwerke sind) gut gelungen. Hier bietet sich viel Spielraum für Alterung und Akzentuierung. Das Cockpit unter der großen klaren Haube ist eher einfach gestaltet und wird mit Decals zum Leben erweckt.

Wo wir gerade bei der Haube sind: Das Klarteil ist groß und schlierenfrei. Es wurde separat verpackt, so gehört sich das. Schade ist nur, dass sich ein angegossener Gießast in der Tüte gelöst hat und die Haube zerkratzen konnte. Hier ist Nachpolieren angesagt. Das könnte man professioneller verpacken.

Eine kleine Boba-Fett-Figur ist auch an Bord.

Anleitung/Bemalung: Die farbige Anleitung führt übersichtlich durch den Zusammenbau. Bemalungsvarianten gibt es nicht – Herausforderung ist hier auch eher die Nachbildung der abgerockten Originallackierung.

Fazit: Dieser Bausatz bleibt ein Kompromiss. Man bekommt hier einerseits einen seltsamen Maßstab und Vereinfachungen aufgrund des Easy-Kit-Ansatzes, andererseits ein ansprechend großes Modell mit physischer Präsenz, teils sehenswerter Detaillierung und eine tolle Grundlage für Alterung und Beleuchtung. Schön: Auch junge Modellbauer kriegen hiermit ein tolles Modell für die Vitrine hin.

Christian Höcherl, Berlin (April 2022)

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