Vorbild: Um die Möglichkeiten ihrer Fallschirmtruppen zu erhöhen und sie mit fehlenden schweren Waffen auszurüsten, entwickelte man in der ehemaligen Sowjetunion im Jahr 1965 die ersten Fahrzeuge der BMD – Familie. Entsprechend ihrer Einsatzbestimmung als Luftlandepanzer unterlagen sie strengen Vorgaben in Abmessungen und Gewicht. Die Panzerung, aus einer Aluminiumlegierung bestehend, schützte die Besatzung nur gegen Splitter und Handfeuerwaffen. Angetrieben von einem 240 PS starken Dieselmotor erreichte man auf der Straße eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h. Die Besatzung bestand aus Kommandant, Richtschütze, Fahrer und 4 Luftlandesoldaten. 1984 begann im Wolgograder Traktorenwerk die Serienproduktion des Nachfolgemodells BMD-2. Wanne und Laufwerk blieben dabei mehr oder weniger unverändert. Neu entwickelt wurde jedoch der Turm des Fahrzeugs. In ihm fanden eine 30 mm Maschinenkanone und ein 7,62 mm MG Platz. Außerdem konnten über die auf dem Turmdach von der Besatzung anzubringende Startanlage Raketen der Typen „Fagott“ und „Konkurs“ verschossen werden. Die Besatzung gliederte sich auf in Kommandant, Fahrer und 6 Luftlandesoldaten. Neben der Sowjetunion waren und sind die Fahrzeuge noch in vielen anderen Staaten wie z.B. Irak, Iran und Angola im Einsatz.

Quelle: https://de.wikipedia.org

Modell: Geliefert wird der Bausatz der Firma Zvezda in einem stabilen Karton mit einer Abbildung des BMD-2 auf dem Deckelbild. Enthalten sind 6 Spritzlinge in grünem Plastik und einer aus transparentem Kunststoff für die Optiken. Spritzling A enthält dabei die Bauteile für die Fahrzeugwanne, die sich aus 4 einzelnen Teilen zusammensetzt. Des weiteren finden sich Teile für die Luken, sowie weitere Kleinteile. Spritzling B widmet sich dem Turm und seinen Anbauten. Die Gießäste C und D sind jeweils doppelt vorhanden und enthalten Teile für die Laufwerke und die Bewaffnung, die in meinen Augen sehr vereinfacht dargestellt ist. Die Gussqualität ist insgesamt als sehr gut zu bezeichnen. Alle Teile sind ohne Verzug gegossen. Auswerfermarken sind so positioniert, dass sie später nicht mehr sichtbar sind. Wenn überhaupt, ist nur an einigen Kleinteilen ein wenig Grat zu entfernen. Das sollte den Modellbauer vor keine allzu großen Probleme stellen. Die Klarsichtteile sind wirklich klar gegossen und sind somit ohne Weiteres zu verwenden. Weniger schön finde ich die zur Darstellung der Ketten vorhandenen Bausatzketten aus Vinyl. Aber das ist Geschmackssache.

Bauanleitung/Bemalung: Die Bauanleitung besteht aus einem kleinen Heft im Format A4. Auf dem Deckblatt befinden sich ein paar Fakten über das Fahrzeug in mehreren Sprachen, was ich immer sehr angenehm finde. Zusätzlich findet man grundlegende Hinweise zum Bau des Modells. Es schließt sich eine Übersicht über die Gießäste an. Und schon beginnt der Bau des Modells mit der Montage der Wanne und des Laufwerks. Nach insgesamt 20 Bauschritten ist der Rohbau des Modells abgeschlossen und man kann mit der Lackierung beginnen. Die einzelnen Bauschritte sind in der Anleitung sehr übersichtlich dargestellt. Der Modellbauer kann aus 4 verschiedenen Lackiervorschlägen auswählen. Pro Fahrzeug steht nur eine Seitenansicht zur Verfügung. Diese ist in schwarzweiß gehalten. Das finde ich etwas dürftig. Das geht in meinen Augen besser. Der Hersteller bezieht sich auf die hauseigenen Farben, sowie auf die Farben der Firma Humbrol. Die Abziehbilder von Zvezda sind mit einem dünnen Rand auf einer dünnen Trägerfolie gedruckt.

Fazit: Der erfahrene Modellbauer mit Interesse an sowjetischer Militärtechnik wird sicherlich noch das eine oder andere aufwerten und ein sehr schönes Modell bauen. Doch auch der Anfänger wird an diesem Bausatz seine Freude haben und erfolgreich sein. Deshalb ist dieser Bausatz in meinen Augen für den Anfänger wie für den Profi zu empfehlen.

Zu beziehen ist der Bausatz im gut sortierten Fachhandel.

Sven Bednareck, Berlin (April 2022)

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