Vorbild: Als private Weiterentwicklung der Gauntlet mit geschlossenem Cockpit und leistungsstärkerem Triebwerk war die Gladiator der letzte Jäger der Royal Air Force in Doppeldeckerausführung. Ein gutes Jahr nach dem Erstflug im Juli 1935 gingen vom Air Ministry die ersten Bestellungen ein. Zwei Monate später erfolgte eine weitere Bestellung über 186 Maschinen. Im Januar 1937 wurden die ersten Doppeldecker in den Truppendienst der RAF übernommen. Zuletzt wurde auch der Fleet Air Arm im Februar 1940 mit 60 Stück zu Sea Gladiator umgebauten Exemplaren versehen, denen noch 38 Stück von der Royal Air Force folgen sollten. Die Gladiator wurde nach Kriegseintritt so schnell wie möglich durch modernere Eindecker ersetzt, kam aber dennoch in den ersten Kriegsjahren vor allem gegen die italienische Luftwaffe an verschiedenen Frontabschnitten zum Einsatz. Besonders erwähnenswert ist die wochenlange, heldenhafte Verteidigung Maltas mit nur drei Maschinen gegen die zahlenmäßig stark überlegene Regia Aeronautica.

Bausatz: Dieser Bausatz ist die Übernahme eines ICM-Bausatzes von 2019, der nun von Revell nach relativ kurzer Zeit zweitverwertet werden darf. Das leicht aufgeraute Plastik kann auf den ersten Blick mit seinen gelungenen Details und sauberen Gravuren begeistern. Klappen und Ruder können separat angebaut werden. Die stoffbespannten Strukturen sind sehr gelungen wiedergegeben. Gerade bei diesem entscheidenden Punkt kann der Bausatz überzeugen.

Auch der Sternmotor ist originalgetreu dargestellt und das Cockpit mit seinem Gestänge ist ein kleiner Bausatz für sich.

Die Klarsichtteile sind ebenfalls qualitativ einwandfrei.

Anleitung/Bemalung: Die seidenmatten Abziehbilder sind eine Eigenproduktion von Revell und von guter Qualität. Die Instrumente liegen als einzelne Abziehbilder für die erhaben gegossene Instrumententafel bei. Für die Bemalung stehen zwei Optionen zur Wahl.

Revell gibt für die Bemalung ausschließlich Farben der eigenen Produktpalette an. Die Bauanleitung ist klar verständlich und zeigt auch die Aufnahmepunkte für die Verspannung auf.

Fazit: Der markante Brite ist im Großmaßstab und in dieser Qualität immer ein willkommener Bausatz, der unter der Revell-Flagge zurecht eine noch größere Verbreitung finden wird. Sehr empfehlenswert!

Marco Doehring, Stuttgart (Juli 2021)

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