Vorbild: Bei der Spitfire Mk. V handelte es sich um eine Weiterentwicklung der Mk. I/II mit dem stärkerem Motor Rolls Royce 45 mit 1440hp, einem neuen einstufigen Kompressor und neuem Vergaser, der den Antrieb auch bei negativen G-Kräften mit Treibstoff versorgte. Der Ölkühlereinlauf musste für diesen Motor vergrößert werden. Äußerlich unterschied sich die „V“ außerdem vor allem durch andere Propeller-Spinner-Kombinationen meist mit Rotol RX5-Propellern sowie oft ein integriertes Panzerglas in der Windschutzscheibe und eine neue zusätzliche seitliche Wölbung der Schiebehaube unter Wegfall des kleinen ovalen Fensters auf der Backbordseite. Die eingebaute Bewaffnung bestand in der A-Konfiguration aus achtmal Browning 0,303 mm-MGs, in der am häufigsten gebauten B-Konfiguration aus zwei Hispano-2cm-Kanonen und zwei außen eingebauten 0,303 Browning-MGs. Später kam der „universelle“ C-Flügel hinzu, der einen Einbauplatz für je eine weitere Hispanokanone bot. Mit vier Kanonen flog die Spitfire jedoch selten, meist waren auch die Maschinen mit dem C-Flügel in der B-Konfiguration bewaffnet, d.h. zwei Kanonen und vier MGs. Beim C-Flügel war dann die zweite Öffnung für Kanonen mit einem Gummistopfen verschlossen, das innere MG wurde einen Spant nach außen gerückt. Die Hispano-Kanonen waren zunächst mit einem 60-Schuß-Trommelmagazin ausgerüstet, das auf Ober- und Unterseite des Flügels eine zusätzliche Beule notwendig machte, welche anfangs auf der Oberseite breit und oval ausfiel um eventuell Platz für die angedachten zwei Kanonen pro Flügel zu bieten. Bei Verwendung nur einer Kanone wurde sie durch eine schmale Kanone ersetzt. Auf der Unterseite waren die entsprechenden Beulen anfangs oval, später dann nierenförmig.

Bausatz: Eduard setzt seine Reihe mit früheren Versionen der Spitfire weiter fort. Diesmal geht es um eine Dual Combo-Special Edition, mit der man zwei Mk. V-Modelle aus zehn Vorbildern bauen kann, alle mit B-Bewaffnung und, bis auf eine Variante mit clipped wings, alle mit normalen Flügeln. Bis auf zwei Vorbilder waren alle noch mit externem Panzerglas für die Windschutzscheiben ausgerüstet. Diese Maschinen flogen vom Sommer 1941 bis zum Herbst 1943 „sweeps“ von britischen Einsatzflugplätzen über dem besetzten Europa. Daher stammt wohl auch die Bezeichnung dieses Bausatzes, der in einer attraktiven Stülp-Box mit einer historischen Aufnahme einer Gruppe von britischen Piloten vor einer Spitfire geliefert wird. An elf grauen und zwei klaren Gussrahmen finden sich 428 graue und 42 klare Bauteile. Von den grauen Teilen sind 118, von den klaren Teilen 10 als nicht zu verwenden markiert und wandern in die Restekiste. Die Qualität der Bauteile ist wie von Eduard nicht anders zu erwarten hervorragend, die Oberflächen sind mit feinen Gravuren und versenkten Nieten in verschiedenen Größen versehen, ohne Gussgrate oder relevante Auswurfmarkierungen.

Weiter finden sich im Karton wie gewohnt zwei kleine Rahmen mit hauseigenen bedruckten Ätzteilen für Cockpit und Kühlergitter und ein Bogen Kabukitape-ähnliche Maskierfolien für Hauben und Räder. Ein annähernd DIN-A4-großer Bogen hält Decals für Kokarden, Finflashes und individuelle Abzeichen bereit, zwei kleinere Bögen die Wartungshinweise und Walkways. Die Decals stammen aus Eduards eigener Produktion.

Das Ganze wird abgerundet von einem 28-Seiten-starken farbigen Booklet mit ausführlichen historischen Anmerkungen und Fotos, einem Teile- und Farbplan für Gunze- und Mission-Models-Farben, neun Seiten gut verständlicher Bauanleitung, einem Plan für die Anwendung der Maskierfolien und einer Seite mit Platzierungsanweisungen für die Wartungshinweise. Den Schluss bilden wie immer die Bemalungshinweise in Form von farbigen Vierseitenrissen einschließlich einer kurzen Historie des jeweiligen Vorbildes.

Fazit: Dieser Kit ist definitiv etwas für Bausatz-Sammler und dürfte allein schon darum schnell ausverkauft sein. Für den ernsthaften Modellbauer bietet er neben der großen Auswahl an Vorbildern die Option verschiedener Hauben und Propeller, und die Qualität der Teile verspricht ungetrübten Modellbauspaß!

Sehr empfehlenswert!

Utz Schißau (Januar 2022)

Quellen:

  • Bauanleitung
  • Humphreys, R., The Supermarine Spitfire Part 1: Merlin Powered, Modellers Data File, SAM Publications, 2000
  • Scutts, J., Spitfire in action, Aircraft No. 39, squadron/signal publications, 1980
  • Green, B., Spitfire Mk.Vc and the Universal C-Wing (adapted from Wikipedia), Model Airplane International, Issue 197, 2022, 16f

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