Vorbild: Der HMMWV (High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle), besser bekannt als Humvee, entstand aus dem Bedarf der US-Streitkräfte nach einem vielseitigen Geländefahrzeug, das mehrere ältere Fahrzeugtypen wie den M151 Jeep und verschiedene leichte Nutzfahrzeuge ersetzen sollte.
1979 formulierte die US Army die Anforderungen für das neue Fahrzeug. Neben hoher Geländegängigkeit und Nutzlast standen vor allem Vielseitigkeit und Robustheit im Vordergrund. 1981 erhielten AM General, Chrysler und Teledyne Continental den Auftrag, Prototypen für umfangreiche Vergleichstests zu bauen.
Nach zahlreichen Erprobungen setzte sich schließlich die Konstruktion von AM General durch. Im März 1983 erhielt das Unternehmen den Produktionsauftrag, 1984 begann die Serienfertigung und ab 1985 wurden die ersten HMMWV bei den US-Streitkräften eingesetzt. Durch seine zahlreichen Varianten entwickelte sich der Humvee in den folgenden Jahren zu einem der bekanntesten amerikanischen Militärfahrzeuge.
Die A2-Ausführung stellt eine modernisierte Version der HMMWV-Familie dar. Gegenüber den früheren Fahrzeugen erhielt sie verschiedene technische Verbesserungen, die vor allem Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Nutzlast erhöhen sollten. Zu den auffälligeren Änderungen gehören die überarbeiteten vorderen und hinteren Stoßfänger sowie ein verstärktes Fahrwerk. Beim M1025A2 handelt es sich weiterhin um einen sogenannten Armament Carrier mit geschlossenem Aufbau und Waffenring, auf dem verschiedene Waffensysteme montiert werden konnten. Eine Seilwinde war bei der A2-Ausführung optional erhältlich, sodass hierfür keine separate Variante mehr notwendig war.
Bausatz: Der Bausatz kommt, wie von ICM gewohnt, in einer sehr stabilen Verpackung, sodass man sich um den Inhalt keine Sorgen machen muss. ICM brachte bereits 2024 den ersten Bausatz seiner neu entwickelten Humvee-Reihe auf den Markt. Diese Neuauflage erscheint nun erstmals als M1025A2 Armament Carrier, also mit geschlossenem Hardtop-Aufbau, dem charakteristischen schrägen Heck und einer 360°-Waffenstation auf dem Dach.
Auf den ersten Blick sieht es gar nicht nach so viel aus, was man im Karton findet. Der Bausatz bietet jedoch einen recht umfangreichen Aufbau des Trägerrahmens samt Achsen und Motor, wobei Letzterer doch etwas vereinfacht dargestellt zu sein scheint. Eine Möglichkeit, die Motorhaube geöffnet darzustellen, ist in der Anleitung zwar nicht direkt vorgesehen, sollte mit etwas Eigeninitiative aber durchaus machbar sein.

Die Qualität der Teile an sich überzeugt. Irgendwelche Fehler an den Spritzlingen sind, wie von ICM gewohnt, nicht zu finden. Lediglich die Details könnten an einigen Stellen etwas feiner ausgearbeitet sein. So sind beispielsweise Scharniere, Beleuchtung und Sitze doch recht einfach gehalten.
Auch der gesamte Aufbau zeigt, dass dieses Modell von ICM von Anfang an für verschiedene Versionen vorgesehen wurde. Das ist grundsätzlich kein Problem, solange die Passform der einzelnen Komponenten stimmt. Dies kann ich bei einem First Look natürlich noch nicht beurteilen.



Zu Beginn werden der untere Trägerrahmen sowie Achsen, Motor und Antriebswellen aufgebaut. Dieser Bereich dürfte bei den verschiedenen Humvee-Versionen weitgehend identisch sein. Darauf folgt die Bodenplatte, an der sich durch den modularen Aufbau die jeweiligen Komponenten der unterschiedlichen Varianten anbringen lassen.
In unserem Fall folgt der geschlossene Kampfraum mit vier Sitzplätzen. Im Innenraum gibt es ansonsten allerdings nicht besonders viel zu entdecken. Ein kleines Goodie sind drei Munitionskisten für das M2 Browning, davon abgesehen bleibt der Innenraum jedoch ziemlich leer. Funkgeräte, zusätzliche Kisten oder andere Ausrüstungsgegenstände sucht man vergebens. Wer hier etwas mehr Leben ins Modell bringen möchte, muss also selbst nachrüsten.



Die Vinylreifen sind ebenfalls Geschmackssache und besitzen keinerlei Markierungen. Leider weisen sie einen umlaufenden Gussgrat auf, der noch entfernt werden muss. Die Klarsichtteile hingegen sind sehr schön klar ausgeführt und können ganz entspannt erst nach der Bemalung des Fahrzeugs eingesetzt werden.



Anleitung: ICM liefert standardmäßig sehr gute und übersichtliche Bauanleitungen. Bereits auf der Coverseite finden sich einige Informationen zum dargestellten Fahrzeug. Die einzelnen Bauabschnitte sind klar voneinander getrennt und nicht unnötig überladen. Anders als bei manch anderem Hersteller müssen hier nicht gefühlt 30 Teile gleichzeitig in einem einzigen Schritt angebaut werden. Gerade für Einsteiger dürfte dies sehr angenehm sein.
Nach insgesamt 82 Bauabschnitten steht das fertige Modell vor einem. Die hohe Anzahl an Bauschritten zeigt dabei nicht, dass der Bausatz besonders kompliziert wäre, sondern vielmehr, welchen Aufwand ICM betreibt, um den Zusammenbau trotz der überschaubaren Teilezahl möglichst klar und verständlich darzustellen. Sehr gut!




Bemalung: Für die Bemalung stehen zwei Vorschläge zur Auswahl. Die erste Variante zeigt einen Humvee in der klassischen amerikanischen Dreifarben-Waldtarnung. Laut ICM handelt es sich dabei um ein Fahrzeug der Militärpolizei aus Fort Bragg im Jahr 2006. Als zweite Möglichkeit gibt es ein Fahrzeug der 3rd Infantry Division aus Fort Stewart im Jahr 2007, welches in einfarbiger Wüstentarnung dargestellt wird.
Die beiden Bemalungsvorschläge sind sehr schön und vollständig in Farbe in der Anleitung abgedruckt. So macht das Ganze Spaß und man bekommt direkt einen guten Eindruck davon, wie das fertige Modell aussehen kann.
Bei der Bemalung des Innenraums sowie des Unterbaus und Motors ist ICM leider etwas klassischer vorgegangen. In den jeweiligen Bauabschnitten finden sich zwar Hinweise darauf, welche Farben verwendet werden sollen, eine übersichtliche farbige Darstellung dieser Bereiche fehlt jedoch. Hier hätte ich mir eine ähnlich gute Lösung wie bei den beiden Außenlackierungen gewünscht.


Die Decals sind dieses Mal leider auffällig unscharf gedruckt, was so gar nicht zum ansonsten guten Eindruck des Bausatzes passen möchte. Ob es sich dabei lediglich um einen Fehler bei meinem Exemplar handelt, kann ich natürlich nicht beurteilen. Aufgrund der deutlichen Unschärfe könnte ich mir jedoch vorstellen, dass ICM hier auf Nachfrage Ersatz liefern würde.

Fazit: Für knapp 30 Euro erhält man einen soliden Bausatz, der qualitativ grundsätzlich überzeugen kann. Das Plastik und die Spritzgussqualität sind gut, insgesamt ist das Modell jedoch recht einfach gehalten. Gerade in Anbetracht des Preises hätte ich mir an einigen Stellen etwas feinere und umfangreichere Details gewünscht. Wer damit leben kann, bekommt einen unkomplizierten und soliden Bausatz des M1025A2, der eine gute Grundlage bietet, aber noch Luft nach oben lässt.
Florian Schuster, Berlin (Sept. 2026)

