Vorbild: REVELL hat bereits im vergangenen Jahr eine Wiederauflage des 2010 als Formenneuheit erschienen Bausatzes der Arado Ar 196 A-3 herausgebracht. Das Original basiert auf einem Entwurf, den die Warnemünder Firma Arado als Reaktion auf eine Ausschreibung des RLM 1936 entwickelte. Als Ersatz für die leistungsmäßig an ihre Grenzen stoßenden He 60 – einen Entwurf aus den späten 20ern – schlug Arado einen Tiefdecker mit einer Zelle aus geschweißten Stahlrohren, nach hinten klappbaren Tragflächen und einem luftgekühlten BMW 132 Sternmotor mit neun Zylindern vor. Da das zweisitzige Flugzeug aufgrund seiner einfachen Konstruktion schneller und günstiger als ein ebenfalls gelungener Konkurrenzentwurf von Focke-Wulf herzustellen war, erhielt schließlich Arado 1938 den Auftrag für die zehn ersten Vorserienmuster. Im Endeffekt wurden bis Kriegsende durch Arado und mehrere Lizenznehmer ca. 435 Ar 196 aller Versionen gebaut, die letzten davon flogen bis in die 60er-Jahre – beispielsweise im Rahmen des Fischereischutzes in Bulgarien.

Eingesetzt wurde die Maschine durch die deutsche Seite im Krieg als katapultstartfähiger Bord- und Küstenaufklärer, aber auch als Schleppmaschine für Übungsziele, Nebelträger, Verbindungsflugzeug, Seenotmaschine, U-Boot-Jäger sowie sogar zur Bekämpfung gegnerischer Flugzeuge. Die Höchstgeschwindigkeit der Baureihe A-3 wird mit 320 km/h angegeben, die maximale Einsatzhöhe mit 7000 m und die Reichweite mit 1070 km. Als Bewaffnung verfügte die A-3 über zwei 20mm MG FF in den Tragflächen sowie über ein MG 17 am Bug und ein MG 15 am Heck. Zusätzlich konnten zwei 50 kg-Bomben mitgeführt werden.

Bausatz: Das Modell ist eine 15 Jahre alte Eigenentwicklung von REVELL, die praktische, nach oben aufklappbare Schachtel im aktuellen, schwarzen REVELL-Design teilt sich das gelungene Deckelbild mit der Erstauflage. Im Karton befinden sich insgesamt 13 Spritzlinge; für die Erstellung des Modells müssen 192 Teile verarbeitet werden.Deren Qualität – auch diejenige der Klarsichtteile – ist immer noch einwandfrei, alle Gravuren sind schön ausgeprägt. Die Klarsichteile sind zudem separat verpackt.

Abgesehen davon, dass es ohnehin das einzige Modell dieses Musters in 1/32 aus Plastikspritzguss ist, muss man attestieren, dass es immer noch ein gelungener und sehr schön detailierter Bausatz ist. Meiner Meinung nach stechen der schöne Motor und das Cockpit inkl. der internen Stahlrohrkonstruktion besonders hervor. Auch die Tatsache, dass man die Tragflächen an- oder ausgeklappt bauen kann, ist ein großer Pluspunkt. Da die Gurte für Flugzeugführer und Beobachter bereits an die Sitze angegossen sind, könnte man theoretisch ganz ohne Zubehör ausgekommen, zumal sich die Zündverkablung des BMW-Sternmotors auch in Eigenregie aus Kupferdraht nachbilden lässt. Lediglich das MG 15 des Beobachters wirkt etwas grob strukturiert und weist zudem eine kleine Sinkstelle auf, die sich aber problemlos wegspachteln lassen dürfte.

Die Abziehbilder für zwei unterschiedliche Versionen sind allesamt sauber gedruckt und bieten neben zwei Markierungsvarianten auch eine Fülle von Wartungshinweisen und Instrumenten an. Die Decals sind 1:1 identisch mit der Erstauflage.

Folgende Versionen sind mit den Abziehbildern darstellbar:

  • Arado Ar 196 A-3, 111./KG 100, Kalamaki auf Kreta, Januar 1943
  • Arado Ar 196 A-3, Bordfliegergruppe 196, Schlachtschiff Tirpitz, Sommer 1943

Fazit: Ein auch nach 15 Jahren immer noch gelungenes Modell. Einziges Manko meiner Meinung nach ist der Fakt, dass REVELL die Gelegenheit hätte nutzen können, zwei andere historische Vorbilder als in der Erstauflage auszuwählen. Dafür bietet die Neuauflage den Vorteil, dass die Bemalungshinweise in Farbe abgedruckt sind. Da die Ar 196 von sehr vielen Kriegsparteien geflogen wurde – und sogar bei Tim und Struppi eine Rolle spielt – und dabei viele interessante Farbkleider getragen hat, kann sich der geneigte Modellbauer ohne weiteres auch ein individuelleres Vorbild suchen und umsetzen. Von mir gibt es daher eine klare Kaufempfehlung, zumal man für den derzeit abgerufenen Preis zwischen 30 und 40 € wirklich nichts falsch machen kann (Stand August 26).

Danke an REVELL für das Besprechungsmuster und für das glückliche Händchen bei der Auswahl der Wiederauflage.

Literatur:

Flugzeug Classic Nr. 2/2024, Artikel: „Im Fokus: Arado Ar 196 – Arados Allrounder“ von Christian König, S. 30 ff.

Matthias Böcking, August 2026

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