Original:  Der Plymouth GTX ist ein von dem US-amerikanischen Automobilhersteller Chrysler Corporation unter der Automobilmarke Plymouth von 1966 bis 1974 produziertes Muscle Car auf Basis der Mittelklasse-Modelle Plymouth Belvedere bzw. ab 1971 Plymouth Satellite. Ende 1970 wurde der Belvedere durch den Plymouth Satellite ersetzt. Folgerichtig basierte der GTX jetzt auch auf dem neuen Modell – allerdings nur noch für ein Jahr. Völlig neu war die Coupé-Karosserie, technisch blieb alles beim Alten. Lieferbar waren weiterhin der 7,2-Liter in zwei Leistungsstufen und der Siebenliter-Hemi-V8. Wegen stark gesunkener Absatzzahlen wurde der GTX als selbständiges Modell im Herbst 1971 aus dem Programm genommen; in den Modelljahren 1972 bis 1974 gab es aber für den weitergeführten Plymouth Road Runner ein GTX-Paket. (Wikipedia)

Ein 1971 GTX wurde im 8. Teil der Filmreihe Fast & Furious verwendet, in dem Dominic „Dom“ Toretto einen getunten schwarzen GTX in New York fährt.

Bausatz: Premiere bei Revell hatte der 71er Plymouth GTX 1995 und erschien dann in den Folgejahren in verschiedenen Kartonaufmachungen. Von Revell USA wurde das Modell 2020 mit neuen Teilen aufgewertet und in das Kleid des Fast & Furious Plymouth GTX gesteckt. 2021 fand der Bausatz den Weg in die europäischen Modellbauläden. Der Bausatz besteht aus ca. 83 Bauteilen, verteilt auf sechs Spritzrahmen, der Karosserie als Einzelteil, vier Vinylreifen und einem Decalbogen. Der Modellbauer hat bei diesem Bausatz die Wahl das Fahrzeug wie auf dem Deckelbild als Street Machine oder in der Stock-Version zu bauen. Ist die Entscheidung gefallen und man hält sich an die Bauanleitung, kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Markante Unterschiede sind u.a. die Motorhaube, Felgen und einige Motorenteile.

Die originalgetreu nachgebildete Karosserie weist feine Oberflächenstrukturen auf. Die aufgeprägten Details wie die Türgriffe, Schließzylinder, Schwellerleisten und GTX-Embleme kommen gut zur Geltung. Im Motorraum ist u.a. die Batterie Bestandteil der Karosserie. Die spürbar kantigen Trennlinien an den C-Säulen sollten sorgfältig vor dem Lackieren geglättet werden. Ebenso finden sich an beiden hinteren Seitenteilen hinter den Radausschnitten ansatzweise Unregelmäßigkeiten (ähnl. Fischhaut) im Kunststoff. Die Motorhaube wird später lose auf die Karosserie gesetzt. Somit erhält man einen sehr guten Einblick in den Motorraum mit einem mehrteiligen sehr schön detaillierten V8-Motor. Hier fehlt es an Nichts. Verchromte Ventildeckel, Lichtmaschine, Zündverteiler, Bremskraftverstärker, Servopumpe usw. Leider wird auf die Verwendung von Decals, bis auf das Luftfiltergehäuse, im Motorraum gänzlich verzichtet. Der Fast & Furious GTX hat diesbezüglich mehr zu bieten. Jedenfalls gibt es an den Teilen für die Stock- und Street Version nichts zu mäkeln. Für das Auge empfiehlt es sich auf alle Fälle die Zündkabel zu verlegen. Ein positiver Effekt, der mit wenig Aufwand zu bewältigen ist und diesen Bereich realistischer aussehen lässt. Der Kofferraumdeckel bleibt aus Stabilitätsgründen bei diesem Modell verschlossen. Bei den Anbauteilen an der Außenkarosserie fällt auf, dass der GTX über keine Scheibenwischer verfügt. Seltsam, denn in der Regel wurden diese am Frontscheibenrahmen mit aufgeprägt. Hier kann man auf den Zubehörmarkt zurückgreifen und wesentlich authentisch wirkenden Scheibenwischer als Fotoätzteil verbauen. Die Außenspiegel und der Heckspoiler gehen absolut in Ordnung. Lediglich die Unterseite vom Spoiler sollte von den Auswurfmarkierungen befreit werden.

Die Auspuffanlage ist zweiflutig gehalten und bildet mit der Hinterachse eine Einheit. Der Detailreichtum im Unterbodenbereich fällt zufriedenstellend aus. Vorder- und Hinterachse sind einfach und einteilig. Die Lenkung ist aufgrund der einteiligen Achse nicht beweglich. Die Räder werden durch Achszapfen drehbar gehalten. Die Felgen werden verchromt geliefert. Für die Stock-Version gibt es die original Rallye Road Wheels, die Street-Version bekommt die Cragar-Wheels. Die Qualität der Verchromung fällt zufriedenstellend aus. Die Bereifung – aus weichem Vinylmaterial – weist ein feines Profil auf. Diese „normale “ 14 Zoll-Bereifung deckt beide Varianten ab. Bremstechnisch wird der Modellbauer etwas im Dunkeln gehalten. Die runden Scheiben (39) würde ich hier als Bremstrommeln interpretieren. Bei beiden Versionen an der Hinterachse geht das in Ordnung. An der Vorderachse melde ich meine Zweifel an. Meines Wissens wurden bis 1970 auch vorn Trommeln bei der Stock-Version verbaut. Beim Fast & Furious Plymouth GTX Bausatz zum Beispiel liegen Scheibenbremsen für vorn und hinten vor.

Der Innenraum, Instrumentenbord und Sitze sind sehr gut dargestellt. Die typische „Innenraumwanne“ verfügt über strukturierte Innenverkleidungen. Ebenso die zweiteilig gehaltenen Sitze weisen die original korrekte Form, wie sie auch beim Charger, Super Bee, Satellite und Roadrunner verbaut wurden. Die längsgerippten Sitzbezüge sind ebenfalls absolut stimmig. Das Armaturenbrett erhält noch eine zusätzliche Aufwertung durch Rundinstrumente in Form von Decals. Schwarze Instrumente für die Stock-Version und weiße Instrumente für die Street-Version. Bei den weißen Instrumenten hat man leider einen leichten Druckversatz. Das Lenkrad ist für beide Varianten identisch.

Wenden wir uns der Verglasung zu. Die Materialstärke der Klarsichtteile fällt zufriedenstellend aus. Keine Schlieren, keine Einschlüsse oder sonstige Ärgernisse. Die mitgelieferten Scheinwerfergläser weisen die typisch authentische Riffelung auf der Oberfläche auf. Rückleuchtengläser gibt es nicht. Hier werden rote Decals auf den Stoßfänger angebracht. Ob das Ergebnis später zufriedenstellend ist, wird sich nach dem Zusammenbau zeigen.

Ebenso zufrieden kann man bei den verchromten Stoßfängern sein. Hier ist es Revell gelungen, den Chromeffekt nicht allzu „fett“ erscheinen zu lassen um auch kleine Details sehr gut sichtbar zu halten. Das trifft auch auf die verchromten Motorenteile, speziell für die Street-Version, zu.

Anleitung/Bemalung: Die 12-seitige Bauanleitung in Englisch, Französisch und Spanisch führt einfach und übersichtlich durch 25 Bauabschnitte. Auf die Varianten Stock und Street wird immer wieder hingewiesen. Die Bemalungsanleitung bezieht sich auf das firmeneigene Farbensortiment. Der Abziehbilderbogen ist sauber und randscharf gedruckt und bietet die Plymouth GTX-Dekoration, markante Dekorstreifen, Rundinstrumente und Kennzeichen. Die weißen Rundinstrumentierungen weisen wie schon erwähnt einen leichten Versatz auf.   

Fazit: Eine willkommene Wiederauflage eines Modellauto-Klassikers. Trotz Alters kann dieser Bausatz mit jüngeren und detailreicheren Bausätzen noch mitziehen. Auf alle Fälle bietet der GTX eine hervorragende Basis für weitere Detaillierungen in Eigeninitiative. Preis-Leistungsverhältnis stimmen. Tipp von mir: 2 GTX auf Lager legen. Ob „Stock“ oder „Street“ – beide sehen klasse aus.

Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel und bei Revell erhältlich.

Alexander Hilbig, Berlin (August 2026)

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