Das Vorbild: Der Panzerkampfwagen III (auch Panzerkampfwagen III oder PzKpfw III) war ein mittlerer deutscher  Panzer im Zweiten Weltkrieg. Als Standardmodell für die künftigen Panzerdivisionen vorgesehen, war er mit einer panzerbrechenden Kanone für die Panzerbekämpfung ausgerüstet, während der bauähnliche Panzer IV als Unterstützungsfahrzeug dienen sollte. Der von Daimler-Benz entwickelte Panzer III, der in den Jahren 1941 und 1942 der wichtigste deutsche Panzerkampfwagen war, bewährte sich in der ersten Kriegshälfte gut, danach nahm jedoch mit dem Erscheinen leistungsfähigerer gegnerischer Panzer sein Kampfwert aufgrund der eingeschränkten Ausbaufähigkeit, schnell ab. Von 1936 bis 1943 wurden 5700 Exemplare hergestellt.

Die 1937/38 ausgelieferten zehn Fahrzeuge der „Ausführung B“ (Typ 2/ZW) hatten ein verändertes Laufwerk, das aus acht kleinen Laufrollen bestand, die zu je zwei Paaren in einer Doppelschwinge zusammengefasst waren, wobei vier Laufrollen mittels einer Blattfeder abgedämpft wurden.
(Auszug aus Wikipedia)

Nach der Fertigstellung von Vorserienfahrzeugen vom Typ B blieben noch 5 Türme und Bugteile übrig, die dann 1940 auf Wannen des weiter entwickelten Typs D gesetzt und als Hybrid D/B bezeichnet wurden. Der Hauptunterschied beim Typ D bestand darin, dass nun die beiden äußeren Blattfederpakete schräg angeordnet waren und die Rundumpanzerung auf 30mm erhöht wurde, wodurch sich das Gesamtgewicht des Fahrzeuges auf 19,8 Tonnen erhöhte.

Der Bausatz: Der erste Bausatz vom D/B Hybrid des Panzerkampfwagens III erschien bei Miniart unter der Bausatznummer 35213 bereits 2018 und nun folgt eine Wiederauflage, die um zwei Figuren bereichert wurde. Die neu gestaltete Boxart ist wieder sehr schön und professionell ausgeführt und zeigt ein Fahrzeug der 2. Panzer-Kompanie Pz.Abt. (ZbV) 40, das im November 1941 in Karelia in Finnland eingesetzt wurde.

In der Stülpbox befinden sich 34 Gussäste für das Fahrzeug mit unzähligen Ketteneinzelgliedern und einem klaren Gussast für die Klarsichtteile. Desweiteren sind zwei Gussäste für Holzkisten, zwei für die beiden Figuren und einer für Waffen und Ausrüstungsgegenstände vorzufinden. Zusätzlich liegen noch ein Bogen mit Ätzteilen, der Bogen für die Abziehbilder und der Bauplan bei.

Die Teilezuordnung sieht dabei wie folgt aus:

Ac (4x): Blattfederpakete
Ad (4x): Laufräder
Ae (3x): MG 34
Af (2x): Antriebsräder
B: Klarsichtteile
Bc (2x): Aufbaukleinteile
Bd: Antriebsräder
Be: Kleinteile
Bf: Teile für Panzerturm
C: Teile für Wannenaufbau
Ca: Wannaufbau und Turmteile
E: Panzerturm
F: Fahrzeugwannenteile
F1: Wannendach
Hc (2x): Leiträder
J. Montagehilfe für Panzerkette
K: Turm
K (21x): Einzelkettenglieder
Ka: Aufbauteile
Ke: Holzkisten
L (5x): Haltestifte für Ketteneinzelglieder
Kd: Teile für Wannenaufbauten

B1: Stehende Figur
C1: Sitzende Figur
Ad1: Waffen und Ausrüstungsgegenstände

PE Teile
Decalbogen

Die Fahrzeugwanne ist aus einem Unterteil und den beiden Seitenteilen zusammen zu bauen, was die Gestaltung aller Nieten formenbautechnisch ermöglicht. Bei den einzelnen Federpaketen und den Aufhängungen für die Laufrollen sind diverse und oft winzige Kleinteile zusammen zu fügen. Hier übertreibt Miniart aus meiner Sicht etwas. Man könnte auch von over-engineering sprechen. Ähnliches trifft auch für die Antriebs- und Leiträder zu, die unter vorsichtigen Einsatz von Klebstoff genauso wie die Laufräder drehbar angebracht werden können. Beiligende Kettchen aus Ätzteilen, ermöglichen die Verfeinerung, der Nebelkerzen, die am Heck zu montieren sind.

Alle Luken auf der Wanne sind einzeln anzubringen und ermöglichen somit auch deren Darstellung im geöffneten Zustand, wobei man dann jedoch den Innenbereich dann selbst kreativ gestalten müsste. Sehr schön ausgeführt ist das Ätzteil der Lüfterabdeckung, das hinten über den Auspufftöpfen verbaut wird.

Besonders gut gelungen sind die aus MG 34 bestehenden Bordwaffen inklusive der Munitionssäckchen. Wirklich toll gemacht! Eine Besonderheit der frühen Panzerfahrzeuge bestand darin, dass für die Flugabwehr eine MG Halterung seitlich an der Fahrzeugwanne angebracht war, die auch bei diesem Bausatz hervorragend berücksichtigt wurde. Auf den einzeln beiliegenden Kettenabdeckblechen muss und kann man noch diverse Werkzeuge und Kleinteile befestigen.

Ein weiterer Höhepunkt des Bausatzes besteht aus den einzelnen Kettengliedern, die maximale Detaillierung bieten aber auch etwas Zeitaufwand für deren Montage zur Folge haben. Um den Aufwand erträglicher zu machen, legt Miniart eine Platte als Montagehilfe bei, in die man 8 Kettenglieder einsetzt und dann die Haltestifte auf beiden Seiten vorsichtig mit minimaler Klebstoffmenge einsetzt. Diese sind in Gruppen zu je 8 Stiften an einem Teileträger angebracht. Nach dem Trocknen des Klebstoffes knipst man dann die Teileträger einfach ab. Als zusätzlicher Schutz für die Wannenfrontplatte können noch weitere Kettenstränge angebracht werden.

Entsprechend den Aufnahmen von Originalfahrzeugen hat Miniart mehrere Holzkisten berücksichtigt, die man dann inklusive Halterungen auf dem Heck des Fahrzeuges platzieren kann. Auch hier ist Miniart wieder extrem detailverliebt und legt die Scharniere und Vorhängeschlösser als einzelne Bauteile bei.

Ausgesprochen gut gefällt mir die Gestaltung des Turminnenraumes inklusive Hauptwaffe und den beiden MGs sowie der Kommandantenkuppel. Hier wurde an fast alles gedacht und es ist etwas schade, dass man von der ganzen Pracht nach dem Zusammenbau so gut wie nichts mehr sehen kann.

Im Gegensatz zu den extrem sauber ausgeführten Bauteilen für den Panzer sieht es bei den Gussästen der beiden Figuren etwas anders aus.Hier findet man reichlich Überstände an den Gussnähten, die allerdings mit einem Bastelmesser gut entfernt werden können. Die Figuren selbst sind jedoch sehr schön in überzeugenden Haltungen ausgeführt und sollten damit das fertig gebaute Modell etwas bereichern.

Der Bauplan: Für die Montage der Teile liegt dem Bausatz ein Heft im Format DIN A4 mit 16 Seiten bei, auf denen der Zusammenbau in 61 Baustufen klar erläutert wird.

Für Teile, die sich im Inneren des Fahrzeuges befinden oder nach dem Zusammenbau nur schwer zugängig sind, erhält man bereits während des Baus Information zur richtigen Farbauswahl für die Bemalung.

Um den Modellbauer dabei zu unterstützen und unterschiedliche Alternativen anzubieten, ist auch eine Referenztabelle mit den Farbkodierungen der Firmen Vallejo, Mr. Color, AK, Mission Models und Tamiya vorhanden.

Diese Farbkodierungen findet man auch bei den Bemalungsvorlagen für die Figuren und für das Panzerfahrzeug.

Die beiliegenden Abziehbilder ermöglichen die Darstellung von vier verschiedenen Panzerausführungen.

Die Fahrzeuge sind:

– Nummer 214, I. Panzer-Zug 2. Panzer-Kompanie Pz.Abt. (ZbV) 40 der Division Nord, Karelia 1941
– Nummer 313, IV Panzer-Zug 3. Panzer-Kompanie Pz.Abt. (ZbV) 40 der schnellen Zugriffstruppe Fossi, Karelia 1941
– Nummer 211, 1. Panzer-Zug 2. Panzer-Kompanie Pz.Abt. (ZbV) 40 der Division J, Karelia 1941
– Nummer 312, IV Panzer-Zug 3. Panzer-Kompanie Pz.Abt. (ZbV) 40 der Divison Nord, Kestenga 1941

Fazit: Miniart hat sich eines Panzertyps angenommen, von dem nach meinem Verständnis lediglich 5 Exemplare existierten. Dennoch hat dieser Bausatz seine Berechtigung, zumal Miniart hier mit nur wenig Aufwand aus bereits vorhandenen Formen kombinieren konnte. Die um zwei Figuren bereicherte Wiederauflage wird sicherlich das Interesse des einen oder anderen Modellbauers oder Sammlers wecken können.

Sehr empfehlenswert!

Erhältlich im gut sortierten Fachhandel oder über Glow2b.

Gert Brandl, Berlin (August 2026)

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