Das Vorbild: Die Handley Page H.P.52 Hampden war ein zweimotoriger britischer Mittelbomber, der von 1938 bis 1942 vor allem zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eine zentrale Rolle im Bomber Command der Royal Air Force (RAF) spielte.Entwicklung und Produktion
Entworfen unter Leitung von Gustav Lachmann gemäß der Spezifikation B.9/32, absolvierte der erste Prototyp am 21. Juni 1936 seinen Erstflug. Die Serienproduktion der Hampden Mk I begann 1938; bis 1941 entstanden insgesamt 1.430 Maschinen bei Handley Page, English Electric und in Kanada. Eine mit Napier-Dagger-Motoren ausgestattete Variante wurde als Handley Page Hereford bezeichnet, erwies sich jedoch als problematisch und diente größtenteils nur zu Ausbildungszwecken. Charakteristisch waren die schlanke, kastenförmige Rumpfkonstruktion und das einziehbare Spornradfahrwerk, weshalb die Besatzungen die Hampden liebevoll „Flying Suitcase“ oder „Flying Tadpole“ nannten.
Ab September 1938 rüsteten die ersten RAF-Staffeln, darunter No. 49 Squadron, auf die Hampden um; bis Kriegsausbruch im September 1939 waren 226 Maschinen in zehn Staffeln einsatzbereit. Die Hampden nahm an zahlreichen frühen Offensivoperationen teil, etwa am ersten Bombenangriff auf Berlin im Juni 1940 und am 1.000-Bomber-Angriff auf Köln („Operation Millennium“) im Mai 1942. Besondere Bekanntheit erlangte ein Tiefflugangriff auf den Dortmund-Ems-Kanal am 12. August 1940, für den Flight Lieutenant Rod Learoyd das Victoria Cross erhielt. Hauptaufgaben waren Nachtbombardierungen und Minenlegeeinsätze; das Küstenkommando nutzte die Hampden zudem weiter als Torpedobomber und Aufklärer. Der letzte Einsatz im Bomber Command erfolgte in der Nacht vom 14. auf den 15. September 1942 gegen Wilhelmshaven.
Im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes wurden 1942 32 Hampden TB. Mk I in die Sowjetunion überführt, wo sie im 24. Minen- und Torpedofliegerregiment gegen Schiffsziele eingesetzt wurden. Zudem flogen Hampdens bei den Luftstreitkräften Australiens, Neuseelands und Schwedens. (Textübernahme aus Perplexity)


Das Modell: Bei dem hier vorgestellten Modell handelt es sich um die erste Kit-Version. Inzwischen ist eine bereits auf unserer Website von Gert Brandl vorgestellte Version erschienen (Torpedobomber):
HP.52 Hampden TB Mk.I – IPMS Deutschland
Die Bauteile sind in beiden Bausätzen identisch. Im Ursprungsbausatz ist allerdings die Torpedobewaffnung nicht enthalten.


Die Einzelteile sind sauber und frei von Grat (Fischhaut) ausgeführt, Formenversatz findet nicht statt. Der Kunststoff ist relativ weich und lässt sich sehr gut bearbeiten. Jedoch ist bei den vielen filigranen Teilen beim Handling Vorsicht geboten. Die diversen inzwischen vorliegenden Bauberichte aus dem Internet lassen auf eine gute Passgenauigkeit schließen.


Der Gussrahmen mit den Fahrwerks- und Motorenteilen ist doppelt vorhanden, derjenige mit den Abwurfwaffen dreifach.

Die Oberflächenstruktur ist hinsichtlich der Darstellung der Vernietung eine Frage des Geschmacks bzw. der Modellbaumoden. Der nachfolgende Screenshot (ausschnitt) ( www.britmodeller.com/forums/index.php?/topic/234966292-handley-page-hp52-hampden ) zeigt, wie es am Original aussieht. Eine „glatte“ Oberfläche kommt dem Original näher.



Die Klarsichtteile sind an der Oberfläche glatt poliert und frei von Kratzern, da sie in der Verpackung mittels Schutzschaumstoff besonders gut geschützt sind. Die Materialstärke ist akzeptabel, die Konsistenz des Gusses resultiert in nahezu völliger Freiheit von Verzerrung.



Die Passgenauigkeit der Klarsichtteile ist befriedigend.
Das Abziehbild ist versatzfrei gedruckt, die Motive sind randscharf und die Farben recht gut getroffen. Die Decals sind glänzend ausgeführt und der Trägerlack steht nur gering über die Motive hinaus. Die Verarbeitung wurde nicht getestet, aber die Erfahrung mit ICM-Abziehbildern sind gut.

Die Bauanleitung liegt in gehefteter Form im A4 Format vor. Gedruckt wurde auf Hochglanzpapier. Die Farbangaben beziehen sich leider nur auf das eigene Farbsystem. Hier ist eine Erweiterung geboten. Die einzelnen Bauabschnitte sind sehr übersichtlich, da in jedem Abschnitt nur eine sehr geringe Anzahl von Bauteile dargestellt sind. Die gedruckten Maskiervorlagen sind zwar ein netter Gedanke aber nur die drittbeste Lösung.






Die vier Farbvorschläge sind nicht gerade prickelnd.




Die Auswahl der Vorbilder ist natürlich an die zeitgemäßen Vorgaben gebunden. Die nachfolgende Torpedobomber-Version ist deutlich attraktiver. Wir werden sehen, was noch so kommen mag….
Fazit: Die ICM Hampden ist ein interessantes Modell mit guter Fertigungsqualität aber zu einem relativ hohen Preis. Die Anschaffung von Lackiermasken (Eduard oder andere Hersteller) ist dringend empfohlen, ebenso Detailsätze für den gut einsehbaren Cockpitbereich (zumindest Sitzgurte).
Andreas Beck, Berlin Juli 2026

