Vorbild: Die spätere Akagi wurde ursprünglich 1920 in Kure als Schlachtkreuzer der Amagi-Klasse auf Kiel gelegt. Ihr Name, abgeleitet von einem Berg in Japan, folgte der traditionellen Namensgebung japanischer Großkampfschiffe.
Im Ergebnis der Washingtoner Flottenkonferenz von 1922 wurde der Bau gestoppt und das Schiff für den Umbau zum Flugzeugträger vorgesehen. Dies erforderte tiefgreifende konstruktive Änderungen. Das Panzersystem wurde deutlich reduziert, um Gewicht einzusparen. Gleichzeitig wurden Tanks für Flugbenzin sowie Munitionsräume für Bomben und Torpedos integriert.
In ihrer frühen Konfiguration war die Akagi für den Betrieb von Doppeldeckern ausgelegt und verfügte über ein ungewöhnliches Drei-Deck-System. Die beiden unteren Decks dienten ausschließlich zum Starten. Auf dem oberen Flugdeck konnte gestartet und gelandet werden.
Die Flugdecks waren nicht durchgehend über die gesamte Schiffslänge ausgeführt. Das obere Deck wies eine leichte Wölbung auf, die Start- und Landevorgänge unterstützte. Die Hangarbereiche befanden sich unterhalb der Startdecks und boten Platz für etwa 60 Flugzeuge.
Der Stapellauf erfolgte am 22. April 1925, die Indienststellung am 27. März 1927 in Yokosuka. ( Wikipedia)
Bausatz: Mit der vorliegenden Limited Edition bringt Hasegawa eine überarbeitete Neuauflage des erstmals 2008 erschienenen Bausatzes auf den Markt. Die 2025 veröffentlichte Version ergänzt die bekannte Grundform um zusätzliche Teile und Inhalte.
Der Bausatz umfasst rund 311 Teile, verteilt auf 15 Spritzlinge. Auffällig ist die Mischung aus älteren und neueren Werkzeugständen: Während Rumpf, Decks und Flugzeuge einen modernen Eindruck hinterlassen, zeigen einige Spritzlinge noch den Zustand der Erstauflage.









Der als Wasserlinienmodell ausgeführte Rumpf überzeugt mit sauber ausgearbeiteten Strukturen. Auch die Decks sind fein wiedergegeben, inklusive filigraner Details wie Fangseilen. Der Hangar ist vorhanden, wird jedoch größtenteils vom Flugdeck verdeckt. Lediglich im Heckbereich sind Einblicke möglich.



Die Unterseite des Flugdecks offenbart strukturierte Stützbereiche, die bereits gut umgesetzt sind, aber Raum für zusätzliche Verfeinerungen lassen.




Besonders interessant ist die Möglichkeit, zwei Bauzustände darzustellen: die frühe Version von 1927–1934 sowie eine leicht modernisierte Variante von 1934–1935. Die Unterschiede betreffen vor allem die Flugabwehrbewaffnung sowie kleinere Änderungen an Aufbauten und Decksmarkierungen. Auch die Aufzüge lassen sich variabel darstellen.








Altersbedingt zeigen sich jedoch auch Schwächen: Einige Bauteile – insbesondere Schanzkleider, Masten und Bewaffnung – wirken vergleichsweise grob. Hier bietet der Zubehörmarkt mit Fotoätz- oder 3D-Druckteilen sinnvolle Verbesserungsmöglichkeiten.





Ein Highlight dieser Limited Edition ist die umfangreiche Ausstattung mit Flugzeugen: Statt der üblichen zwei liegen gleich fünf Spritzlinge bei. Damit können insgesamt 30 Maschinen dargestellt werden, was auf dem Modell eine lebendige Deckszene ermöglicht.



Bauanleitung/Bemalung: Die Bauanleitung entspricht dem für Hasegawa typischen Format. Sie ist übersichtlich aufgebaut, erfordert jedoch eine kurze Eingewöhnungszeit. Positiv hervorzuheben ist die klare Darstellung der unterschiedlichen Bauzustände, die dem Modellbauer eine gute Orientierung bietet. Mit rund zehn Bauabschnitten bleibt der Aufbau strukturiert und nachvollziehbar. Ein konkreter Takelplan für den Träger fehlt, sodass für eine realistische Darstellung zusätzliche Referenzen notwendig sind.


Der Bemalungsplan ist übersichtlich gestaltet, jedoch ausschließlich in Schwarz-Weiß gehalten. Die Farbangaben beziehen sich auf das hauseigene System (Mr. Color / GSI Creos), was eine Umrechnung für andere Farbhersteller erforderlich macht.

Die Decals stammen aus der ursprünglichen Auflage, sind jedoch sauber gedruckt und bieten eine gute Auswahl an Markierungen – sowohl für die Flugzeuge als auch für die unterschiedlichen Bauzustände des Trägers.
Fazit: Mit dieser Limited Edition der Akagi bietet Hasegawa einen interessanten Mix aus bewährter Basis und sinnvollen Ergänzungen. Trotz ihres Alters überzeugt die Form nach wie vor durch solide Detaillierung und gute Passgenauigkeit.
Die Möglichkeit, unterschiedliche Bauzustände darzustellen, sowie die umfangreiche Flugzeugausstattung machen den Bausatz besonders attraktiv. Gleichzeitig eröffnen sich durch den Zubehörmarkt zahlreiche Optionen zur weiteren Verfeinerung.
Insgesamt richtet sich der Bausatz eher an Modellbauer mit etwas Erfahrung, bietet jedoch eine hervorragende Grundlage für ein eindrucksvolles Modell eines der bekanntesten Flugzeugträger der Kaiserlich Japanischen Marine.
Ein lohnender Bausatz mit viel Potenzial – besonders für Liebhaber historischer Trägerkonzepte.
Daniel Eifler (April 2026)

