Vorbild: Die Messerschmitt Bf 109 war ein einmotoriges, einsitziges Jagdflugzeug der Bayerischen Flugzeugwerke AG (BFW, ab 1938: Messerschmitt AG ). Mit rund 33.300 Maschinen ist die Bf 109 das meistgebaute Jagdflugzeug der Geschichte.

Die G-6 war die Antwort auf die sich dramatisch verändernde Luftkriegslage: Die Alliierten flogen nun mit massiven Bomberverbänden und leistungsstarken Begleitjägern in den deutschen Luftraum ein. Um dem zu begegnen, musste die 109 schwerer bewaffnet und motorisch hochgezüchtet werden. Das optisch auffälligste Merkmal der G-6 sind die zwei charakteristischen Ausbuchtungen auf der Oberseite der Motorhaube. Diese „Beulen“ waren notwendig, um die größeren 13-mm-MG 131 unterzubringen.  Dazu kam standardmäßig die20-mm-MG 151/20 Motorkanone. Doch das Vorbild war modular: Über sogenannte Rüstsätze konnte die Maschine spezialisiert werden.

Angetrieben wurde die G-6 vom Daimler-Benz DB 605 A. Spätere Varianten erhielten zudem Einspritzsysteme wie die MW-50-Anlage, die für kurze Zeit eine enorme Notleistung freisetzte, um im Luftkampf mitzuhalten. Um die schlechte Sicht nach hinten durch die stark verstrebte Kanzel zu verbessern, kam es zur Einführung der „Erla-Haube“. ( Wikipedia)

Bausatz: Der Bausatz kommt im typischen Eduard-Stülpkarton daher. Er enthält vier Spritzgussrahmen aus grauem Kunststoff, eine Fotoätzteilplatine, von denen einige Elemente farbig bedruck sind, ein Rahmen mit Klarsichteilen sowie eine hochwertige Lackiermaske für die Kanzel. Abgerundet wird alles mit zwei Bogen Decals und der Bauanleitung.

Die Spritzgussrahmen sind sauber gespritzt. Nietreihen, Wartungsöffnungen und Panellines sind fein detailliert. Leider weisen einige Kleinteile „Fischhäute“ auf. Bis auf die Federbeine des Fahrwerks, stellen diese jedoch kein größeres Problem dar. An den Federbeinen müssen die „Fischhäute“ jedoch vorsichtig entfernt werden, um diese nicht zu beschädigen.

Einige Bauteile werden für die vorliegende G-6-Version nicht verwendet und können in die Ersatzteilkiste wandern.

In Besprechungen zu den ersten Bausätzen der Bf 109 von Eduard wurde bei einigen Bauteilen die Maßstäblichkeit bemängelt. Eduard hat diese jedoch nach Beschwerden mit der „Messerschmitt Bf 109G-6 late series“ nachgearbeitet.

Die Glasteile sind klar und dünn gespritzt, Schlieren sind keine zu erkennen. Auch hier sind verschiedene Bauteile für andere Versionen vorhanden.

Die fein detaillierte Fotoätzteileplatine ist teilwiese (Sitzgurte, Cockpit, etc.) farbig bedruckt. Hiermit lässt sich das Cockpit noch detaillierter gestalten, insbesondere im geöffneten Zustand. Abgerundet wird das Ganze mit einer hochwertigen Lackiermaske für das Cockpit.

Bauanleitung/Bemalung: Die Bauanleitung ein farbiges A4-Heft, das den Modellbauer professionell durch das Projekt leitet. Der eigentliche Zusammenbau wird in klaren 3D-Zeichnungen illustriert. Da es sich um einen Profipack handelt, integriert die Anleitung die Montage der Fotoätzteile direkt in den jeweiligen Bauschritt. Symbole weisen präzise darauf hin, an welchen Stellen Kunststoffteile entfernt oder modifiziert werden müssen, um Platz für die feineren Metallveredelungen zu schaffen.

Ein wesentlicher Teil des Heftes ist den Bemalungsschemata gewidmet. Jede der fünf enthaltenen Markierungsvarianten wird in brillanter Vierfarb-Grafik präsentiert.

Abschließend enthält die Anleitung einen separaten Plan für die Wartungsbeschriftungen (Stencils). Diese zeichnen sich durch hohe Passgenauigkeit, Schärfe und Farbdichte aus. Die Farbangaben beziehen sich auf die Farbsysteme von Gunze.

Fazit: Selbst zehn Jahre nach dem ersten Erscheinen setzt die aktuelle Bf 109G-6 den Maßstab innerhalb dieser immer weiter verfeinerten Modellfamilie. Die Spritzgussrahmen überzeugen weiterhin durch ihre erstklassigen Oberflächen, präzise Gusskanten, Nieten und Gravuren, die kaum Nacharbeit zu erfordern. Zusammen mit den Fotoätzteilen, passgenauer Maske und fünf attraktiven Markierungsoptionen bietet das Set alles, um ein erstklassiges Modell direkt „out of the box“ zu bauen. Der Bausatz empfiehlt sich wegen der vielen Kleinteile eher für den erfahrenen Modellbauer.

ASC, Hamburg Mai 2026

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