Vorbild: Der Lynx hat seine Ursprünge bereits in den 1960er Jahren, als erste Designentwürfe entstanden. Im Grundsatz sollte es von Anfang an zwei Grundversionen geben, eine für Landoperationen und eine für die Marine. Der Lynx wurde durch seine Vielseitigkeit zu einem der erfolgreichsten Muster weltweit und wird von vielen Nationen in verschiedensten Ausführungen genutzt.
Es gab auch Bestrebungen, den Hubschrauber kommerziell für den Zivilmarkt zu nutzen, dies blieb jedoch ohne größeren Erfolg, sodass das Programm wieder eingestellt wurde.
Der Lynx besticht durch seine sehr gute Manövrierbarkeit und seine hohe Geschwindigkeit. So konnte er über Jahrzehnte den Rekord für den schnellsten Hubschrauber der Welt halten, mit einer Geschwindigkeit von 400,87 km/h.
Die Variante AH-7 ist eine modernisierte Version des britischen Army Air Corps Lynx AH-5. Die Änderungen umfassen stärkere Triebwerke, ein verbessertes Getriebe sowie einen neuen Heckrotor und moderne BERP-Hauptrotorblätter. Diese verbessern vor allem die Leistung bei hoher Geschwindigkeit sowie bei Einsätzen in heißen oder hoch gelegenen Regionen.
Der Hubschrauber wird für verschiedenste Einsätze genutzt, wie zum Beispiel das Abseilen von Einheiten oder den Transport von Soldaten. Darüber hinaus kann er auch als Panzerabwehrhubschrauber (PAH) eingesetzt werden. Dafür können an zwei Waffenstationen jeweils zwei TOW-Raketen montiert werden.

Bausatz: Erneut kommt der Lynx AH-7 im neuen Gewand von Airfix in 1/48 auf den Markt. Die Bausatzform stammt aus dem Jahr 2012. Zwischendurch gab es immer mal wieder Neuauflagen mit anderen Decals, so auch 2025. Dieses Mal bekommen wir als wirkliche Neuerung das UN-Schema sowie eine Version der SFOR aus Kroatien von 1997. Ansonsten gibt es nichts Neues.
Klassisch für Airfix kommt der Bausatz in einem sehr stabilen Stülpkarton mit der UN-Version des Hubschraubers als Deckelbild. Das Bild ist irgendwie nicht gelungen. Es wirkt unglaublich künstlich, der Winkel ist etwas seltsam, und dass es sich um einen UN AH-7 handelt, fällt nicht direkt auf. Es sieht eher so aus, als hätten sie einfach die Farbe vergessen.

Das sieht doch gut aus, für 2012 sehen die Teile hervorragend aus. Die Details im Cockpit sind ordentlich. Das Muster der Polsterung der Kabine sieht super aus, auch wenn sie extrem homogen ist. In echt ist es nicht so.
Schön sind auch die Pilotensitze. Diese werden aus mehreren Teilen zusammengebaut und besitzen feine Details. Die Gurte sind in diesem Fall angegossen. Kollektivhebel, Pedale sowie der Cyclic sind fein gegossene Bauteile und nicht einfach irgendwo an der Bodenplatte angegossen. Die Frontpanels dagegen sind sehr minimalistisch ausgefallen. Jegliche Struktur oder Knöpfe sind nicht modelliert. Hier muss man auf die beigelegten Decals zurückgreifen oder direkt auf den Drittanbietermarkt schauen.
In der Kabine hinter dem Cockpit wird einem wenig Spielraum gelassen, denn es gibt nur die Option der Stoffsitzbänke. Diesen fehlt leider das Gurtzeug. Sobald der Innenraum fertiggestellt ist, wird das Außenkleid darum herum gebaut. Hier muss alles gut passen, ansonsten wird es vermutlich richtig ätzend, da die Oberfläche des gesamten Hubschraubers mit superfeinen positiven Nieten versehen ist. Dort schleifen zu müssen, wäre eine Qual.

Zwischendurch muss man immer wieder Entscheidungen treffen, welche Version gebaut werden soll, mit Waffenstationen oder ohne, mit gefaltetem Hauptrotor oder in der normalen Konfiguration. Danach richten sich auch einige Bohrlöcher.
Sobald die drei großen Teile des Hauptrumpfes verbunden sind, widmet man sich zunächst der Triebwerkssektion. Diese ist in meinen Augen unglaublich verkompliziert aufgebaut, mit völlig unnötigen Wartungsklappen, die separat angebaut werden müssen, ohne irgendeine Option, sie offen darzustellen, da sich dahinter nichts befindet. Es wirkt fast so, als hätte man anfangs größere Pläne gehabt und diese später wieder verworfen, sodass am Ende nur die vorderen Turbineneinlässe sowie die Abgasanlage im Bausatz gelandet sind.

Die Teile an sich sehen alle sehr gut aus, mit feinen Strukturen und wunderbaren Nieten. Wenn die Teile nun auch perfekt passen, würde daraus ein wirklich hervorragender Bausatz werden. Zur Passform kann ich hier natürlich noch nichts sagen.
Ist der vordere Teil soweit fertig, kommt noch der Heckausleger hinzu sowie die Türen und diverse Antennen. Hier sollte man schon etwas Erfahrung mitbringen, da es sehr viele Bauschritte sind. Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, wäre es ratsam, sich zu markieren, was bereits erledigt ist.



Nach wahnsinnigen 101 Bauschritten und 16 Seiten ist der Hubschrauber schließlich soweit fertig. Kurz bevor Haupt- und Heckrotor montiert werden, kommen noch die ganzen Scheiben an den Hubschrauber. Die Klarsichtteile sehen, wie alles andere auch, sehr gut aus. Hier kann man nicht meckern.



Bemalung: Kommen wir zum Hauptgrund der Wiederauflage des AH-7, den drei neuen Farbschemata. Am auffälligsten ist der weiße UN AH-7 aus Kroatien von 1995. Etwas komisch finde ich, dass die beiden anderen Farbvarianten auf einem extra Zettel in Glanz gedruckt sind, der UN AH-7 ist einfach als letzte Seite der Anleitung auf normalem Papier angeheftet.
Weiterhin haben wir die SFOR-Variante aus Kroatien von 1997 und als dritte Option eine Standardvariante aus Irland von 1993.
Die Decals sehen sehr gut aus, sind sauber gedruckt und selbst kleinste Markierungen lassen sich gut lesen.



Angabe zu Herstellern für die Farben gibt es keine, hier muss man selber fündig werden.



Anleitung: Die Anleitung ist schön bebildert aufgebaut, aber nichts für Anfänger. Wie häufig bei Airfix finde ich auch hier, dass unglaublich viele Bauschritte auf eine Seite gequetscht werden. Hier muss man wirklich aufpassen. Wäre das etwas aufgelockerter, wäre es eine sehr gute Anleitung.
Ist man bei der Sache, sollte man nach 16 Seiten jedoch ein schönes Modell vor sich haben.




Fazit: Ich bin bei diesem Bausatz etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite wirkt vieles sehr simpel, auf der anderen können die vielen kleinen Teile durchaus Kopfzerbrechen bereiten. Ob er für Anfänger geeignet ist, mag ich daher kaum beantworten.
Das Plastik sieht im Gussrahmen sehr gut aus. Wenn jetzt noch alles gut passt, ist es ein sehr schönes Set. Für knapp 50 € kann man den Bausatz erwerben, was für 1/48 nicht unbedingt günstig ist. Wer bereit ist, das zu zahlen, wird aber denke ich zufrieden sein.
Florian Schuster, Berlin (März 2026)

