Vorbild: Eines der erfolgreichsten Kampfflugzeuge aller Zeiten, die F-15C Eagle ist seit den 1970igern im Dienst und fliegt bis heute. Entwickelt, um gegen die sowjetischen MiG-25 bestehen zu können, wurde sie der direkte Nachfolger der F-4 Phantom. Die beiden Pratt & Whitney F100-PW-220 Triebwerke der frühen F-15-Versionen lieferten pro Triebwerk etwa 105 kN Schub. Mit ihrem modernen Radar und den fortschrittlichen Waffensystemen konnte sich die F-15 auf vielen Kriegsschauplätzen behaupten und über 100 Air-to-Air-Kills erzielen ohne einen einzigen Verlust im Luftkampf.
Wahrscheinlich auch deshalb wurde dieses Muster ausgewählt, um in die Rolle des Aggressors zu schlüpfen. Die 65th Aggressor Squadron hat eine lange Geschichte, schon im Zweiten Weltkrieg flog die 65th Fighter Squadron Kampfeinsätze über Afrika und Italien.
Ab 1975 flog die Squadron die F-5E Tiger, welche erstmals dazu genutzt wurde, anderen Piloten die Taktiken und Eigenschaften feindlicher Flugzeuge im Luftkampf zu vermitteln. Nach dem Kalten Krieg wurde das Programm im April 1989 eingestellt.
Im September 2005 wurde die Staffel wiederbelebt und mit 24 F-15C/D ausgestattet, die in typischen Sukhoi-Farbschemata lackiert wurden, um feindliche Flugzeuge zu repräsentieren. 2014 wurde das Programm erneut eingestellt und die Flugzeuge wurden seither von der Flanker Aircraft Maintenance Unit gewartet, einer besonderen Abteilung der 757th Aircraft Maintenance Squadron, welche sonst die „geheimen“ Su-27 der Amerikaner betreut.
Seit 2022 ist die 65th wieder aktiv und nimmt erneut ihre Rolle als Aggressor-Staffel ein. Mit F-35 und F-22 sollen nun moderne chinesische Jets der fünften Generation simuliert werden, um US-Piloten auf mögliche Bedrohungen der Zukunft bestmöglich vorzubereiten.

Modell: Dies ist bereits die dritte Auflage der 2022 neu erschienenen F-15 in 1/72 von Revell, nun jedoch als C-Variante und nicht als Strike Eagle. Sie kommt in der neuen Revell-Schachtel mit klappbarem Deckel, auf dem das echte Vorbild des Modells abgebildet ist. Auf der Rückseite findet man außerdem eine wirklich schön gebaute Modell-F-15C im Splinter-Scheme und einige Infos zum Flugzeug selbst. Ich hätte es schön gefunden, wenn man auf das offensichtliche Hauptthema, das 65th Aggressor Squadron, etwas eingegangen wäre, doch dazu gibt es auf dem Karton keine Hinweise.
Man erhält fünf graue Gussrahmen sowie einen mit Klarsichtteilen. Diese machen insgesamt einen guten Eindruck, grobe Fehler gibt es nicht, doch die Revell-typische Fischhaut ist bei vielen Teilen zumindest dezent vorhanden. Der Gussrahmen C ist für die F-15C entscheidend, denn er enthält die maßgeblichen Änderungen wie zum Beispiel das hintere Cockpit ohne WSO Platz, sowie die neuen Seitenteile der Triebwerke ohne die für die F-15E prägnanten Conformal Fueltanks.

Ärgerlich ist zumindest in meinem Fall die Cockpithaube. Diese kommt out of the box deutlich zerkratzt daher. Zusätzlich hat sie eine wirklich auffällige Naht. Hier muss man einiges an Arbeit investieren, um sie wieder schön hinzubekommen.

Gebaut wird in 45 einzelnen Abschnitten, begonnen wird mit dem Cockpit. Dieses sieht durchaus gut aus. Besonders das Frontpanel wirkt sehr gelungen, dafür gibt es zusätzlich noch Decals für die Instrumente. Die Sidepanels wirken dagegen etwas schwammig, sind für den Maßstab aber in Ordnung. Die Avionik-Bay hinter dem Piloten ist ebenfalls eher einfach gehalten.


Der weitere Aufbau folgt dann tatsächlich einem ähnlichen Prinzip wie beim Panavia Tornado. Der vordere und der hintere Rumpf werden separat gebaut und anschließend miteinander verbunden. Die Lufteinlässe sind wie so oft in viele kleine Teile aufgeteilt, die im perfekten Winkel zusammengefügt werden sollen. Dafür müssten die Teile eine sehr gute Qualität haben, was beim Tornado nicht der Fall war. Ob es hier besser ist, wird erst der Bau zeigen.

Die Detaillierung der Strukturen am Rumpf sieht ganz nett aus, wenn auch etwas zu prominent für meinen Geschmack, dafür aber sehr sauber umgesetzt. Was jedoch deutlich auffällt, sind die Nozzles. Diese sind doch recht grob gestaltet und erinnern eher an ein Spielzeug als an ein Scale-Model. Hier wird man wohl auf Ersatz aus dem Aftermarket zurückgreifen müssen.

Die Zuladung der F-15E liegt noch bei, wird jedoch für den Bau nicht benötigt.

Bemalung: Die Lackierung der F-15C des Aggressor Squadron ist natürlich das Highlight an diesem Bausatz. Die typische Splinter-Tarnung muss in diesem Kit lackiert werden. Dafür stellt Revell eine sehr schön farblich dargestellte Ansicht von allen Seiten zur Verfügung, jedoch bekommt man hier, anders als bei manchen anderen Kits von Revell, keine Decals für die komplizierte Muster.
Insgesamt bekommt man drei Variationen der F-15C in diesem Kit. Zwei Flugzeuge des 65th Aggressor Squadron und tatsächlich eine klassische F-15C des 33rd Tactical Fighter Wing aus dem Golfkrieg 1990/91 für alle, die gar keine Splinter-F-15C bauen wollen.




Die Decals von Revell gefallen mir eigentlich immer, und auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Sie sind sehr dünn und gestochen scharf. Hier kann ich nichts Negatives sagen.



Die Anleitung ist ebenfalls nach dem neuen Standard von Revell gedruckt, mit klaren Bauschritten, die durch farbliche Akzente zeigen, was als Nächstes zu tun ist. Nach 45 Bauschritten soll das Modell fertig sein. Auf den ersten Seiten bekommt man noch diverse Symbole erklärt sowie die Revell-Farbtabelle und eine Übersicht der Spritzlinge.
Während ich mir die Anleitung so ansah, wurde ich allerdings stutzig. Es hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. In den bildlichen Darstellungen hat die F-15C die Conformal Fueltanks der F-15E behalten, doch solange die Bauteile im Bausatz korrekt sind, kann man damit leben.


Fazit: Ein Modell, das sich durch die Wahl des Themas deutlich von anderen abhebt. Der Bausatz macht grundsätzlich einen soliden Eindruck. Wenn die Teile nun auch passen, kann man ihn wärmstens empfehlen. Der Preis liegt bei etwa 25 €, was vollkommen in Ordnung ist.
Florian Schuster, Berlin (Februar 2026)

