Vorbild: Für die Sportwagen-Weltmeisterschaft entwickelte Lancia 1978 eine Wettbewerbsversion des Beta Montecarlo, die auf die Gruppe 5 zugeschnitten war. Das Auto hieß Beta Montecarlo Turbo. An der Chassisentwicklung und am Aufbau der Autos war der Rennwagenhersteller Dallara beteiligt; die Konstruktion des Motors verantworteten Abarth und dessen Ingenieur Gianni Tonti, auf Lancias Seite wirkte außerdem Claudio Maglioli mit. Der Beta Montecarlo Turbo hat eine im Heckbereich stark vom Serienmodell abweichende Karosserie mit ausgeprägten Kotflügelverbreiterungen, einem längeren hinteren Überhang und großen Flügeln. Der Vorderwagen ist stilistisch dagegen an das Serienmodell angelehnt. Nachdem Lancia anfänglich die Verwendung eines vom Gamma-Motor abgeleiteten Vierzylinder-Boxermotors erwogen hatte, erhielt der Beta Montecarlo Turbo letztlich einen weitgehend neu konstruierten Reihenvierzylindermotor mit 1425 cm³ Hubraum, von dem auch eine nur vereinzelt eingesetzte Variante mit 1429 cm³ Hubraum entstand. Der Motor hat eine Turboaufladung und leistete anfänglich 370 PS, in späteren Jahren bis zu 450 PS.Der Beta Montecarlo Turbo debütierte in der Sportwagen-Weltmeisterschaft 1979, die Lancia als „Lehrjahr“ ansah. Nach mehreren technisch bedingten Ausfällen wurden Riccardo Patrese und Walter Röhrl im Lancia-Werksteam mit dem Beta Montecarlo beim 6-Stunden-Rennen von Brands Hatch 1979 Klassendritte und im Gesamtklassement Fünfte. In den beiden folgenden Jahren gewann Lancia dann mit dem inzwischen konkurrenzfähigen Montecarlo Turbo jeweils die Weltmeisterschaft: 1980 fuhr der Beta Montecarlo Turbo Gestamtsiege bei den Sechs-Stunden-Rennen von Brands Hatch, Mugello und Watkins Glen ein; 1981 kam noch ein Sieg in Watkins Glen hinzu. (Wikipedia)
Bausatz: Die Firma Esci präsentierte den Lancia Beta Montecarlo erstmalig im Jahre 1979 im „Alitalia“ Kostüm. Ein Jahr später folgte die „Lancia-Italia“ Variante vertrieben durch Revell-Esci. 1996 kurzzeitig unterwegs im „Martini-Lancia“ Kleid erstmalig unter der Regie von Heller Humbrol. Danach lieferte Esci noch eine Variante mit transparenter Karosserie ebenfalls im „Martini“ Look. In den folgenden Jahren wurde es ruhig um den Lancia. Ende des letzten Jahres wurden erfreulicherweise die Formen von Heller aus der Schublade geholt und herausgekommen ist die Saisondekoration „Lubrifilm“ für das Le Mans-Rennen 1981. An der Hardware hat sich nichts geändert und so besteht der Bausatz weiterhin aus ca. 122 Teilen, verteilt auf drei weiße Spritzlingen, einem Spritzling mit transparenten Teilen, vier Vinylreifen, Decalbogen und der Bauanleitung.
Der Bau beginnt mit der Montage Motor, Getriebe und Differential mit den dazugehörigen Antriebswellen. Der Motor ist mehrteilig gehalten, verfügt über zwei separate Ventildeckel für die beiden Nockenwellen, Zündverteiler, Ansaug- und Abgaskrümmer und das alles in bester Detaillierung. Hier braucht nur noch die Zündanlage verkabelt werden. Weiter geht es mit der Vorderachse. Die Federbeine werden ohne zu verkleben mit dem Motorträger und beiden Querlenkern verbunden, die Lenkung anschließend mit Lenksäule ohne zu verkleben eingesetzt. Hut ab für die filigrane Arbeit. Im hinteren Bereich wird dann der Mittelmotor zusammen mit den hinteren Federbeinen, Längslenkern und Koppelstangen montiert. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, bekommt der Motor noch seinen Turbolader mit den dazugehörigen Anbauteilen. Nach Abschluss der Arbeiten an Motor und Hinterachse wird an der Plattform fortgefahren. Das Armaturenbrett, der Schalensitz sowie weiteres Gerät für den Motorsport werden verbaut. Die Lackierhinweise wie in den Baustufen zuvor sind alle zu beachten und die Gurte für den Schalensitz sollte man nicht vergessen. Die werden in Decalform geliefert und sind somit nicht jedermanns Sache. Der Zubehörhandel wird mit Sicherheit das passende Material in Form von Ätzteilen liefern können.




Mit der Montage der Räder geht es weiter. Zuvor werden die Bremsscheiben mit den angedeuteten Sätteln auf die Achszapfen gesetzt. Die Slick-Bereifung besteht aus weichem Vinyl und weist an den Flanken den Reifenhersteller Pirelli auf. Die Räder werden nicht mit den Achszapfen verklebt, sondern mit aufgesteckten Kunststoffpins gesichert. Somit bleiben die Räder weiterhin drehbar. Der Zusammenbau von Karosserie und Plattform folgt. Die Verglasung wird eingesetzt. Beim Kleber darauf achten, dass er nicht an den Rändern der klarsichtigen Teile anfängt zu blühen. Weitere Anbauteile wie Außenspiegel und Scheibenwischer folgen. Der Scheibenwischer erhält von mir ein Ausrufezeichen! Super detailliert. Warum schaffen das andere Hersteller nicht? Bei den folgenden Arbeiten geht es um die Fahrzeugfront. Hier hat man die Wahl mehrere Scheinwerfertypen, so wie die erste Version in Form von Klarsichtteilen. Bei der zweiten Version stehen Einfach- oder Doppelscheinwerfer zur Disposition. Das Kuriose allerdings, die Scheinwerfer bestehen aus Decals. Zu guter Letzt werden beide Haubenteile auf die Karosserie gesetzt und die abschließende Außendekorierung erfolgt für das Le Mans Fahrzeug von 1981.




Bauanleitung/ Bemalung: Die 12-seitige Bauanleitung führt einfach und übersichtlich durch 21 Bauabschnitte. Die Bemalungsanleitung bezieht sich auf das firmeneigene Farbensortiment und auf das von Revell. Die Bemalungshinweise in den einzelnen Bauabschnitten sollten so weit möglich abgeschlossen sein, um spätere Arbeiten nicht unnötig zu erschweren. Das Decalangebot ist sehr umfangreich. Zu dem Lubrifilm-Dekor kommen noch einige Werbeträger dazu. Das Kombiinstrument, die Sicherheitsgurte und Scheinwerfer werden in Decalform dargestellt. Der Druck für die Decals erfolgt randscharf auf einem hauchdünnem Trägerfilm und besticht durch eine hervorragende satte Farbqualität.




Fazit: Trotz des hohen Alters erhält der Modellbauer immer noch einen hervorragend detaillierten Bausatz der sich überhaupt nicht hinter der jüngeren Konkurrenz verstecken muss. Im Gegenteil, man kann hier nur staunen was modelbautechnisch damals schon möglich war. Wer den Motorsport jener Jahre liebt ist mit dem Bausatz in 1 zu 24 bestens bedient.
Der Preis liegt bei ca. 30,- Euro. Von mir eine klare Kaufempfehlung für diesen formschönen Italiener.
Zu beziehen ist dieser Bausatz im gut sortierten Fachhandel oder für Händler bei glow2b.
Alexander Hilbig, Berlin (Januar 2026)

