Vorbild: Der offene Einheitsanhänger E3, 3to. wurde etwa 1940 eingeführt, um die große Vielfalt früherer handelsüblicher Anhänger dieser Nutzklasse durch ein einiges Modell zu ersetzen. Dieser Anhänger wies eine einfache Konstruktion auf und wurde von verschieden Firmen produziert und auch nach dem Krieg, in Deutschland und vielen Ländern Europas, weiterverwendet. Der Hänger mit Drehschemellenkung konnte für alle landwirtschaftliche Transporte und für den Transport von z.B. Baustoffen aller Art genutzt werden. Der Hänger mit einer Nutzlast von 3 Tonnen war oft hinter Trecker oder LKWs zu sehen. Da eine Vielzahl dieser Anhänger den 2.Weltkrieg überlebt haben, verrichten diese heute noch in landwirtschaftlichen Betrieben ihre Arbeit. (Heller)
Bausatz: Hier gibt es wieder ganz was Neues. Heller hat zum Ende des Jahres für eine kleine Überraschung in Form eines Anhängers gesorgt. Nun werden einige sagen „nur een Hänger“ aber dieser Anhänger hat es in sich. Vorbildwahl und Detaillierung sorgen hier für einen positiven Aha-Effekt. Wie das Original ist das Modell einfach gestrickt, kommt aber mit beachtlichen 89 Teilen daher und bringt es immerhin auf eine Länge von 24 cm. Der Bau beginnt an der Hinterachse mit der Reserveradhalterung samt Klauenkupplung und den anliegenden Blattfedern. Für den Modellbauer bedeutet es von Anfang an akkurat zu arbeiten und auf die Ausrichtung der Profile zu achten. Das Ziel ist es am Ende alle 4 Räder auf dem Boden zu haben.


Der Anhängerrahmen wird zusammen mit der fertigen Hinterachse auf der Unterseite der Ladefläche verklebt. Vier Kotflügel sowie der Staukasten werden anschließend platziert und der Bau des Drehschemels beginnt. Hier sind einige Punkte zu beachten. Um die Beweglichkeit der Deichsel sicher zu stellen, sollte man die Klebehinweise genauestens beachten. Zusätzlich muss die Größe der Zugöse an die jeweilige Anhängerkupplung angepasst werden. Nachdem der Drehschemel mit dem Rahmen verbunden wurde, erfolgt die Montage der Räder. Die Reifen bestehen aus weichem Vinyl und weisen ein zeitgenössisches Straßenprofil auf. Bei der Montage der Räder ist unbedingt das Korrekturblatt zu beachten. Ansonsten geht es mit den Pritschenwänden weiter. Diese können abgeklappt oder verschlossen dargestellt werden. Passendes Verrieglungsmaterial in hervorragender Detaillierung liegt dem Bausatz bei. In dem abschließenden Bauabschnitt geht es um die Positionierung der Decals in Form von Kennzeichen, Achslast und Geschwindigkeitsschild.



Zwischenresümee: Super detaillierte Teile, Nacharbeiten fallen nicht an. Auswurfmarkierungen sind kaum vorhanden, wenn ja später in nicht sichtbaren Bereichen. Leichte Sinkstellen sind auf der Ladefläche zu beobachten aber kaum der Rede wert.
Bauanleitung/ Bemalung: Die 12-seitige Bauanleitung führt für den kleinen Anhänger übersichtlich durch 17 Bauabschnitte. Für die Baustufe 14 liegt ein Korrekturblatt bei. Da hat man sich mit den Teilenummern der Nabenmuttern vertan. Das Decalangebot ist relativ übersichtlich. Hier gibt es unter anderem Kennzeichen verschiedener Nationalitäten. Sogar ein DDR- Kennzeichen liegt bei. Bei der Bemalung greift der Hersteller auf das firmeneigene Farbensortiment und Das von Revell. Die Farbhinweise in den einzelnen Bauabschnitten sollte man ernst nehmen, erleichtern sie doch die Bastelarbeiten in den jeweiligen Bauabschnitten sehr.




Fazit: Obwohl es sich „nur“ um einen Anhänger handelt, erhält der Modellbauer hier einen Bausatz allererster Sahne. Eine gelungene Modellauswahl, die nicht nur die Zivilisten in diesem Maßstab erfreuen wird. Es ist schon beachtlich, was die Firma Heller in letzter Zeit an Neuheiten auf dem Markt bringt. Qualität und Detaillierung bewegen sich auf sehr hohem Level. Dazu die begrüßenswerte Modellauswahl u.a. vieler französischer Fahrzeuge – es muss ja nicht immer ein Ferrari oder Porsche sein. Der Preis für den Anhänger bewegt sich um die € 25,-. Für den hervorragenden Bausatz gibt es die volle Punktzahl.
Zu beziehen ist dieser Bausatz im gut sortierten Fachhandel oder für Händler bei Glow2B.
Alexander Hilbig, Berlin (Januar 2026)

