Das Vorbild: Der GAZ-A (russisch ГАЗ-А) war ein sowjetischer Personenwagen, der vom Gorkkowski Awtomobilny Sawod (GAZ) ab 1932 in Serie gebaut wurde. Er war der erste Personenwagen, der in der Sowjetunion in Großserie hergestellt wurde und ist eine nahezu exakte Kopie des Ford Modells A von 1930. In der Bevölkerung erhielt das Auto den Spitznamen „Gazik“. 

Die Zusammenarbeit zwischen der Ford Motor Company und Russland reicht zurück bis in das Jahr 1909. Ford war insbesondere in den 1910er- und 1920er-Jahren ein wichtiger Lieferant für Pkw und Nutzfahrzeuge wie Traktoren und Lastwagen. Mehrere zehntausend Stück wurden in die Sowjetunion importiert, da deren eigene Fahrzeugindustrie unterentwickelt war. Bis Ende 1932 war das Werk in Nischni Nowgorod auf einen Stand gebracht, in dem es in der Lage war, selbst Automobile zu produzieren. Die ersten Autos verließen die Hallen am 8. Dezember 1932. Ungefähr zur gleichen Zeit begann die Fertigung des GAZ-AA. Dabei handelte es sich um einen Lastwagen, der auf dem gleichen Fahrgestell aufbaute und viele andere Fahrzeugteile vom Pkw übernahm. Die Zeichnungen für das Fahrzeug stammten noch von Ford. 

Bis 1935 wurden im neuen Werk 100.000 Fahrzeuge gebaut, mehrheitlich Lastwagen. Im gleichen Jahr wurde der Vertrag zwischen Ford und der Sowjetunion im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst. 1936 endete nach 41.917 gebauten Exemplaren die Fertigung des GAZ-A zu Gunsten des Nachfolgers GAZ-M1. (Auszug aus Wikipedia)

Der Bausatz: Im Jahr 2024 hat ICM den amerikanischen PKW Ford Modell A Phaeton im Maßstab 1:24 in drei verschiedenen Varianten veröffentlicht. Da dieses Fahrzeug nahezu 1:1 als Lizenznachbau auch in Russland unter der Bezeichnung GAZ-A hergestellt wurde, legt ICM mit einer entsprechenden Neuheit nach. Logisch und konsequent!

Den Bausatz erhält man als stabilen Stülpkarton mit einem darunter befindlichen Klappdeckelkarton. Auf dem Karton befindet sich eine ansprechende Abbildung des Fahrzeuges als Beute-LKW der deutschen Wehrmacht in Zwei-Farben Tarnung.

Öffnet man den Karton sieht man, dass dieser mit zehn Spritzlingen (mit 186 Teilen) aus grauem und klarem Plastik prall gefüllt ist. Zusätzlich liegen noch 5 Reifen aus Weichgummi, ein Bogen mit Abziehbildern und die Bauanleitung bei. ICM ist bei den PKWs und LKWs im Maßstab 1:35 dafür bekannt, diese besonders detailliert als Modell umzusetzen. Dies trifft natürlich auch für diesen Bausatz im Maßstab 1:24 zu. Allein der Fahrzeugrahmen mit dem Getriebe besteht aus mehr als 48 Einzelteilen. Und auch beim Motor kann man sich so richtig austoben. Hier sind 35 Teile vorhanden und jede der vier Zündkerzen ist separat ausgeführt und zu verkleben. Unter Verwendung der Abbildungen im Internet von restaurierten Fahrzeugen kann und sollte man noch Leitungen ergänzen, sofern man das Modell mit geöffneter Motorhaube darstellen will.

Die Speichenräder sind sehr schön, aber zumindest aus meiner Sicht etwas zu dick dargestellt, was aber in diesem Maßstab weniger stark auffällt. Bei den Gummireifen wird es sicherlich auch den einen oder anderen geben, der sich hier Plastikreifen gewünscht hätte. Man befürchtet einfach, dass der darin enthaltene Weichmacher auf Dauer Probleme machen könnte und dann das Modell ruiniert.
Tipp: Die Felgen satt mit Grundierung vorbehandeln.


Die Grundplatte des Aufbaus besteht aus drei Teilen, auf dem man dann die A-Säule mit Spritzwand und alle anderen Teile des Aufbaus befestigt. Beim Armaturenbrett und der Tafel für die Anzeigen liegen dem Bausatz zusätzlich die der russischen Ausführung entsprechenden Teile bei. Gleiches gilt auch für den Kühlergrill auf dem nun an Stelle des Ford Logos das GAZ Emblem prangt.

Auch die Klarsichtteile sind ohne Fehl und Tadel, wobei ich besonders davon beeindruckt bin, dass man bei den Frontscheinwerfern nicht nur die Gläser erhält, sondern auch noch die sich im Inneren der Scheinwerfer befindlichen Glühlampen. Toll gemacht!

Bei diesem Bausatz ist für das Stoffdach die geschlossene Option vorgesehen, wobei man das Dach aus zwei Bauteilen erstellt und dann den aus 5 Einzelteilen bestehenden Klappbügelmechnismus zu ergänzen hat.

Die Bauanleitung: Für die Montage findet man eine 20 seitige Bauanleitung, die in 86 Schritten klar und übersichtlich den Bauprozess unterstützt und darstellt.

Für die Bemalung findet man bereits im Bauplan aber auch für das fertige Modell Farbangaben unter Referenzierung auf das hauseigene Farbensortiment. Optional kann man ein Beutefahrzeug der Wehrmacht in dunkelgrauer Farbe oder in einem Tarnmuster in Dunkelgelb/Grau darstellen, wofür auch entsprechende Abziehbilder beiliegen.


Fazit: Mit dem GAZ-A Bausatz zeigt die Firma ICM erneut ihr Können in Bezug auf das präzise Umsetzen von Fahrzeugen als Modell. Der Maßstab 1:24 ist wahrscheinlich primär für die Modellbauer von Autos interessant, aber genau darum handelt es sich auch in diesem Fall. Das Thema Militär rückt in den Hintergrund und mit etwas Eigeninitiative lässt sich aus dem Bausatz natürlich auch eine zivile Version des GAZ-A als Modell umsetzen. Alles, was dafür erforderlich ist, wären passende Nummernschilder.

Toll gemacht und weiter so!

Absolut und uneingeschränkt empfehlenswert!

Erhältlich im Online Handel oder direkt bei Glow 2B.

Gert Brandl, Berlin (Januar 2026)

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert