Das Vorbild: Die Henschel Hs 123 war ein Anderthalbdecker mit festem Fahrwerk und offenem Cockpit. Die zweiteilige, teilweise nach unten stoffbespannte Tragfläche war mit einer breiten Strebe mit dem kleinen Unterflügel verbunden. Die Ruder waren alle stoffbespannt. Der Erstflug fand 1935 statt. Die Bewaffnung bestand aus zwei MG 17 und bis zu 200 kg an Bomben. Bis zum Auslaufen der Produktion Mitte 1937 wurden 250 Hs 123 gebaut (7 Prototypen, 16 Vorserienmaschinen A-0 und 229 Serienmaschinen). Fünf Hs 123 wurden im Spanischen Bürgerkrieg von der Legion Condor erprobt. Im 2. Weltkrieg kam die im Landserjargon „Einszweidrei“ oder „Obergefreiter“ genannte Maschine zum Einsatz und trug dort oftmals die Hauptlast der Schlachtfliegerei. Die Hs 123 der II. (Schlacht-)/LG 2 waren im rollenden Einsatz oft den ganzen Tag im Einsatz und 1941 der Flugzeugtyp mit den meisten Kampfeinsätzen. An der Ostfront wurde der Typ auch für Erdkampfeinsätze und Nachtschlachteinsätze eingesetzt, bei dem vor allem Störangriffe geflogen wurden. An der Ostfront blieb sie bis 1944 im Einsatz. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Henschel_Hs_123

Die hier besprochene Maschine hat eine besondere Geschichte. Im Sommer 1938 lernte Leutnant Siegfried Hamann, Adjutant der 3. Fliegergruppe 50, insgeheim das Fliegen. Er gestand dies schließlich seinem Kommandeur, der ihm erlaubte, seine Fähigkeiten zu demonstrieren. Eine Hs 123 wurde für ihn vorbereitet, die vom amüsierten Personal mit Sprüchen mehr oder weniger aufmunternder Art verziert wurde. Leutnant Hamann absolvierte seinen Prüfungsflug erfolgreich und wurde offiziell zum Piloten. (Quelle: ICM Text in der Bauanleitung)

Der Bausatz: Er ist aus dem Jahr 2025 und erschien in drei Versionen. Die anderen zwei Bausätze sind HS 123A Legion Condor (Nr. 32016) und Hs 123A-1 – late – (Nr. 32015). Das Titelbild zeigt das Flugzeug in seiner besonderen Bemalung.

Die Verpackung wird von oben geöffnet. Die Bauteile sind einwandfrei. Das Cockpit ist gut detailliert, wobei manche Modellbauer ein Detaillierungsset z.B. von Firma Eduard verwenden werden wollen. Die fehlenden Sitzgurte kann man aber auch selbst anfertigen. Der Motor ist ebenfalls schön gearbeitet, was beim fertigen Modell auch sichtbar sein wird.

Verspannung wird wohl nicht anzubringen sein, jedoch muss das Antennenkabel montiert werden. Auf dem Titelbild sind im Bereich zwischen Rumpf und oberer Tragfläche Drähte zu sehen, die Verspannung darstellen könnten. Diese sind auch auf einigen zeitgenössischen Fotos zu sehen, während auf anderen nichts zu erkennen ist. Hier wäre ergänzend zu recherchieren. Es sollte auf jeden Fall nicht schwierig sein, etwas Verspannung mit elastischem Garn aus der Kurzwarenabteilung anzubringen. Die Reifen haben feines Profil. Das gesamte Modell ist mit schönen Einzelheiten versehen.

ICM erläutert in der Bauanleitung, wie man mit etwas Hitze aus dem Gussrahmen feine Drähte bzw. Stangen zieht. Kurze Stückchen davon sollen auf der Unterseite angebracht werden. Ob man Bomben anbringt, bleibt jedem überlassen, doch Leutnant Hamann wird wohl ohne Bomben geflogen sein.

Auch die spärlichen Klarsichtteile sind ohne Mängel und gut verpackt. In der Anleitung sind Schablonen abgedruckt, die man zur Maskierung verwenden könnte.

Die Wasserschiebebilder erscheinen ebenfalls einwandfrei. Sie finden sich auf zwei Bögen.

Die Bauanleitung selbst ist spärlich koloriert. Die Bemalung der Maschine wird jedoch vollfarbig gezeigt. Die Farbangaben beziehen sich auf das ICM-Farbsortiment.

Folgende drei Ausführungen können gebaut werden:

  • Hs 123A-1, 3. Fliegergruppe 50, Leutnant Siegfried Hamann, Langensalza, Sommer 1938,
  • Hs 123A-1, 3./St.G. 165 „Immelmann“, 1937,
  • Hs 123A, Vorproduktion, 1936

Fazit: Ein sehr schöner Bausatz! Es kann eine außergewöhnliche Ausführung gebaut werden, die eine besondere Geschichte erzählt. Außerdem fehlt dieser Version das Hakenkreuz, das die meisten deutschen Flugzeuge der damaligen Zeit zierte. Das ist für diejenigen, die hakenkreuzfreie und trotzdem historisch korrekt dargestellte Modelle bevorzugen, von Bedeutung. Modellbauer, die das Modell lieber in der üblichen Tarnbemalung bauen möchten, können dies ebenfalls tun, denn alle Markierungen sind vorhanden. Dieser Doppeldeckerbausatz im großen Maßstab 1/32 ist einfach wunderbar.

BK, Dezember 2025

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