Vorbild: Das Artemis-Programm ist ein bemanntes Raumfahrtprojekt der NASA in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie der europäischen, der japanischen und der kanadischen Raumfahrtagentur (ESA, JAXA und CSA). Ziel des Programms ist es, erstmals seit Apollo 17 wieder Astronauten auf dem Mond zu landen, darunter erstmals eine Frau. Anschließend sollen jährlich bemannte Mondlandungen stattfinden. Das Projekt wurde 2019 von US-Präsident Donald Trump initiiert. In Anspielung auf das Apollo-Programm wurde es nach Artemis benannt, der Mondgöttin und Zwillingsschwester Apollons in der griechischen Mythologie. Eine erste Artemis-Mondlandung war ursprünglich für das Jahr 2024 geplant, kann jedoch wegen Verzögerungen bei der Bereitstellung einer Landefähre und neuer Raumanzüge nicht vor 2027 stattfinden. Das Space Launch System (englisch für „Weltraum-Startsystem“), kurz SLS, ist eine im Auftrag der NASA entwickelte Schwerlastrakete zur bemannten Erforschung des Weltraums über einen niedrigen Erdorbit hinaus. Der erste unbemannte Start fand am 16. November 2022 statt, ein erster bemannter Start ist für 2026 geplant. Technologisch baut die Rakete auf den nie realisierten Plänen der Ares-V-Rakete im Rahmen des Constellation-Programms auf. Basis der Entwicklung sind die Haupttriebwerke, die Feststoffbooster und der Außentank des 2011 beendeten Space-Shuttle-Programms.
Quellen: Wikipedia_SLS und Wikipedia_Artemis


Bausatz: 2025 scheint die reale Raumfahrt eines der progressiven Themen der Bausatzhersteller zu sein. Als eine der Neuheiten aus komplett neuen Formen präsentiert Revell die SLS-Rakete in Block 1 Ausführung. Der Kit kommt in dem neuen Klappkarton und beinhaltet 53 Teile, verteilt auf vier Spritzrahmen. Das fertige Modell der Rakete ist am Ende 20 cm breit und über 71cm hoch! Dass das ein massives Modell wird, auch in 1/144, zeigen die beiden Hälften des Treibstofftanks auf dem Rahmen A. Sie alleine messen über 37 cm in der Länge bei einem Durchmesser von über 5 cm. Die Oberflächen bieten dabei eine Fülle von Details. Auf der Innenseite sind zahlreiche Ringen als Verstärkung vorhanden, in zwei von ihnen wird zusätzlich jeweils eine Platte als weitere Maßnahme für die Stabilität eingeklebt. Des Weiteren sind auch die jeweils beiden Hälften Bestandteile dieses Rahmens, aus welchen einerseits der Adapter hin zur dritten Stufe entsteht sowie die Antriebssektion mit den vier Haupttriebwerken.


Auf Rahmen B finden wir den stilisierten Starttisch, auf welchen später das fertige Modell auf den beiden Triebwerksglocken der Booster steht. Aus vier Teilen wird die Oberstufe/Nutzlast alias Orion-Raumschiff zusammengebaut. Hier ist die Frage hinsichtlich der Passgenauigkeit gegeben, da Spachtel- und Schleifarbeiten die feinen erhabenen Details der Oberflächen zerstören könnten. Trockenpassen und das Arbeiten mit dünnflüssigen Klebern sollten auf jeden Fall helfen. Die Oberstufe ist im Gegensatz zum Konkurrenzprodukt von Airfix nicht so detailliert dargestellt. Das „spielhafte“ Zerlegen des SLS in die Bestandteile wie früher z.B. bei den Bausätzen der SATURN V ist hier nicht mehr vorgesehen.




Die Spitze bildet das Rettungssystem für die Crew, welches aus den beiden Hälften B10 / B11 sowie den vier Düsen C28 besteht. Diese könnte man theoretisch noch ausbohren. Der zweimal vorhandene Rahmen C Rahmen liefert im Wesentlichen die Bauteile für die beiden Feststoffbooster sowie die Düsen der vier Haupttriebwerk RS-25. Diese sind leider zweigeteilt, so dass hier auch sauberes Arbeiten notwendig ist, um die erhabenen Oberflächendetails zu erhalten. Insgesamt sind die Gussqualität und die zahllosen Details als sehr gut zu bezeichnen. Auf welche Unterlagen Revell hier zugreifen konnte und wie genau am Ende alles ist, kann ich mangels Wissensstands aber nicht sagen. Eine gute Wahl ist auf jeden Fall die Verwendung des grauen Kunststoffes, mit welchen das Arbeiten einfach am angenehmsten ist.




Anleitung/Bemalung: Den Bau des Modells zeigt die farbige Baueinleitung im bekannten Stil in 26 Schritten. Die Farbangaben beziehen sich auf das hauseigene Programm, wobei die drei dominierenden Orangetöne jeweils in unterschiedlichen Mischungen aus jeweils zwei Tönen entstehen sollen. Aufgrund der benötigten Menge sollten die Modellbauenden hier einmal eine größere Menge anfertigen, um später nicht nochmal nachzumischen zu müssen. Zwei Seiten der Anleitung beziehen sich auf das Anbringen der zahllosen Abziehbilder von Decalbogen im A4-Format. Das Aufbringen dieser dürfte aufgrund der schieren Menge sowie der notwendigen Konzentration auf die richtige Orientierung/Position sicherlich eine der Herausforderungen dieses Modells sein. Bei den Markierungen orientiert sich Revell auf die Mission Artemis I bzw. Artemis II.



Der Abziehbilderbogen ist in sehr guter Qualität matt gedruckt. Im Vergleich mit dem Konkurrenzprodukt ist er wesentlich umfangreicher. Beispielhaft möchte ich hier zum Beispiel die sandfarbenen, zum Teil recht ungleichmäßigen Flächen, erwähnen, welche einen großen Teil zum dem Vorbild entsprechend Gesamterscheinungsbild beitragen. Diese sind so gar nicht bei Airfix vorhanden. Naturgemäß bedingt der dadurch vorhandene flächige Trägerfilm das Aufbringen auf eine glänzende Oberfläche unter dem Einsatz von Weichmachern, um das Silbern zu verhindern. Der spätere Überzug mit matten bzw. seidenmatten Klarlacken versteht sich. Generell könnte es sehr hilfreich sein, die Booster noch nicht zu montieren, sondern erst nach dem Anbringen aller Decals dieses zu machen. Einen „kleinen“ Fehler habe ich noch auf der Plakette für den Ständer entdeckt. Bei „Mass“ müsste es heißen 2.610.000 kg, es fehlt also eine 2 vornedran.

Fazit: Passend zum aktuellen Geschehen in der realen Raumfahrt bietet Revell hier einen sehr beeindruckenden Bausatz des Space Launch System an. Wer jetzt mit dem Bau beginnt, kann sein Modell durchaus zum nächsten geplanten Start in 2026 fertig haben. Der Hersteller ordnet sein Produkt in Level 4 ein, was sicherlich gerade in Bezug auf das Anbringen der Nassschiebebilder zutrifft.
Sebastian Adolf, Wettstetten (Dezember 2025)

