Vorbild: Die McDonnell Douglas/General Dynamics A-12 Avenger II war ein Programm der Unternehmen McDonnell Douglas und General Dynamics. Ziel war es, ein allwetterfähiges Stealth-Angriffsflugzeug für die United States Navy und das United States Marine Corps als Ersatz für die A-6 Intruder zu entwickeln.
Das Programm litt unter zahlreichen Mängeln, unter anderem an den vorgesehenen Materialien. Das Department of Defense stoppte im Januar 1991 die Entwicklung, da die prognostizierten Stückkosten zu diesem Zeitpunkt bereits auf 165 Mio. US-Dollar gestiegen waren. Stattdessen wurde die F/A-18 Hornet zur F/A-18E/F Super Hornet weiterentwickelt und produziert.
Die Entwicklung ging über die Stufe eines Mock-Ups nie hinaus. Es wurden keine flugfähigen Prototypen gebaut. (Quelle: Wikipedia)









Bausatz: Modelcollect kennen wir bisher eher aus dem Bereich 1/35 Militär. Mit der Serie „Fist of War“ möchte man nun bei den 48er-Flugzeugen einsteigen. Das gelingt so mittelmäßig. Aber eins nach dem anderen.
Das Modell ist groß – massiv groß. Die Spannweite des „fliegenden Doritos“ beträgt am Ende fast einen halben Meter. Entsprechend wuchtig sind die Ober- und Unterschalen. Die Details sind eher spärlich, was der Tatsache geschuldet ist, dass es nie ein richtiges Vorbild gab. Die Gravuren sind deutlich und eher auf der tiefen Seite. Die zahlreichen Nieten des Deckelbilds finden sich auf dem Bausatz nicht wieder. Ein bisschen Fischhaut gibt es auch – ungewöhnlich für einen neuen Bausatz.

Der Mangel an Details setzt sich im Cockpit fort. Die Sitze sehen überhaupt nicht wie Schleudersitze der Zeit aus, sondern eher wie ein bequemer Thron. Außerdem sind sie viel zu groß. Das ist mehr 1/35. Die Waffenschächte können offen dargestellt werden. Zur Befüllung gibt es eine eigentümliche Mischung aus Eisenbomben, einer Cruise Missile, HARMs und AMRAAMs. Die Flügelspitzen lassen sich wie bei Trägerflugzeugen üblich auch hochgeklappt darstellen. Die Kanzelhaube ist eine Enttäuschung: Voller Schlieren und auch nicht ganz glatt. Na gut, darunter gibt es eh nicht viel zu sehen.



Anleitung/Bemalung: Der Bau ist übersichtlich, und die Anleitung führt sicher hindurch. Baubar ist nur eine fiktive Maschine der „Tomcatters“, die aber auf jede Sonderbemalung verzichtet. Hier muss das Weathering Interesse erzeugen.

Was schade ist: Es gibt nur Decals für das Flugzeug. Für die Bewaffnung ist nichts dabei. Hier hilft nur selbst pinseln oder auf die Restekiste zurückgreifen.

Fazit: Es bleibt ein gemischtes Bild. Ja, ein Spritzgussbausatz eines so esoterischen Vorbilds kommt selten und ist löblich. Drum Hut ab vor dem Mut des Herstellers. In der Ausführung bleibt der Kit aber ein wenig grobschlächtig. Das liegt einerseits an schon beim Vorbild nicht vorhandenen Details. Andererseits wäre ein bisschen künstlerische Freiheit statt nackter, glatter Plastikflächen angebracht gewesen. Der Kit ist groß und nicht kompliziert und daher auch für Neulinge geeignet. Profis finden eine Grundlage für viel eigene Verbesserungsarbeit.
Christian Höcherl, Berlin (Dezember 2025)

