Eduard hat mit seinen neuen P-40E-Formen diesmal eine Weekend-Edition herausgebracht.

Zur Geschichte der Warhawk gibt es reichlich Literatur, die ich hier nicht alle aufführen werde. Wikipedia fasst es folgendermaßen zusammen:

Die Curtiss P-40 Warhawk (auf Deutsch etwa Kriegsaxt oder auch Kriegsfalke) ist ein US- amerikanisches Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Die von Curtiss-Wright entwickelte Warhawk war das Standard-Jagdflugzeug der United States Army Air Forces (USAAF) beim japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 und wurde bis zum Ende des Pazifikkrieges Anfang September 1945 verwendet, ergänzt ab 1942 durch weitere einmotorige Muster wie P-47, P-51 und F4U. P-40 wurden auch im Kriegsschauplatz Mittelmeerraum eingesetzt. Die an die britische Royal Air Force (RAF), die Streitkräfte des Commonwealth und die Luftstreitkräfte der Sowjetunion gelieferten P-40 wurden als Tomahawk bzw. Kittyhawk (ab Version P-40D) bezeichnet. Alle 13.738 P-40 baute das Curtiss-Wright-Stammwerk Buffalo im US-Bundesstaat New York, bis die Fertigung im November 1944 endete. (Quelle Wikipedia)

Mit dem vorliegenden Bausatz setzt Eduard seine Serie mit den neuen P-40-Modellen fort. Auf der stabilen blauen Stülpbox prangt eine P-40E im Angriff auf zwei  japanische G4M Betty-Bomber, von denen der eine bereits in Brand geschossen ist.

Die 234 Teile sind in drei wiederverschließbare Beutel verpackt, die fünf Gießrahmen mit grauen Spritzgussteilen und einen mit Klarteilen enthalten. Dazu gibt es eine zwanzigseitige Bauanleitung, die nach einem historischen Abriss 13 Seiten Bauanleitung und vier Bemalungs- und eine Decal-Platzierungsanleitung enthält. Die Oberflächengestaltung zählt zum Besten, was ich je gesehen habe, und selbst Eduard hat sich hier noch einmal übertroffen, wenn man sich z.B. die gehauchten Nieten auf den Flügeloberseiten ansieht. So etwas Feines war bisher noch nicht auf meinem Basteltisch. Außerdem gibt es verschiedene Kaliber an Nieten und Schnellverschlüssen sowie feine Gravuren und erhabene Strukturen plus Kabel oder Schläuche, wo sie sichtbar sind. Das sind durchaus keine MG-Einschusslöcher, sondern realistische Oberflächendetails, wie sie in diesem Maßstab kaum besser dargestellt werden können. Die Klarteile gehen auch als solche durch und bieten einige konstruktive Verbesserungen gegenüber älteren P-40-Modellen anderer Anbieter. Nicht mehr ganz neu ist die Idee, für die geöffnete Haube zusätzlich eine weitere Schiebehaube anzubieten. Die Windschutzscheibe umfasst auch noch die benachbarten Rumpfbereiche, so dass beim Verkleben ein Verschmieren der Scheiben an den Rändern vermieden wird. Sehr gut gefällt mir auch, dass die oft schief gehende Montage der „Rückfenster“ nach dem gleichen Prinzip wie die Windschutzscheibe entschärft wurde, nämlich mit dem Angießen von Rumpfbereichen an die Klarteile, welche später übermalt werden und somit nicht so schmierempfindlich sind. Dazu ist lobend anzumerken, dass die Leute in Obrnice bei all dem darauf Wert gelegt haben, die Ränder dieser Klarteile soweit möglich auf Blechstöße zu legen.

Die Montage beginnt wie zu erwarten mit dem Cockpit, was zwei alternative, jeweils dreiteilige Sitze erhält und auch sonst mit vielen kleinen und kleinsten Kunststoffteilen dekoriert wird. Da dem Kit keine Ätzteile beiliegen, wird für die Gurte und die Instrumente auf Decals verwiesen. Pep hat auch die Auswahl von drei verschiedenen Reflexvisieren für verschiedene Bemalungsalternativen. Aber der größte Knaller sind für mich die Cockpit-Seitenwände, die zusammen mit extra zu montierendem Gashebel, Kühlklappenhebel und anderem Kleinteilen sowie durch die Darstellung von zahlreichen Kabeln und Leitungen und Decal-Placards in Höhen aufsteigen, für die man früher auf dem Zusatzteilemarkt viel Geld für Resinteile von True Details oder Aires ausgeben mußte. Und hier gibt es zusätzlich auch noch eine Auswahl zwischen Cockpitwänden für die amerikanische und die britische Variante, die wohl unterschiedliche Ausrüstungsteile besaßen. Gute Recherche, Eduard!       

Weiter geht es mit der Motorhaube, wo für die Auspuffrohre Führungen einzusetzen sind, in die jeweils sechs einzelne Rohre zu montieren sind. Der Kühler kann mit offenen oder geschlossenen Klappen dargestellt werden. Die Fahrwerksschächte bieten als ein weiteres Leckerli alternativ die Darstellung mit und ohne Stoffbespannung an, wobei die eigentlichen Schächte jeweils aus zwei Wänden und einer Abdeckung zusammenzubauen sind.

Seit den Zeiten der ersten Eduard Spitfire-Kits der neuen Ära sind wir gewohnt, dass die Tschechen für jede Rumpf-Variante ein eigenes Teil verwenden, statt einen Einsatz oder Sägearbeiten anzudienen. Aber beim „Hängebauch“ der P-40E hat man sich bei Eduard definitiv selbst überholt: Für absolut jedes Stück Außenlast kann man ein anderes von drei Teilen mit passenden Bohrungen verbauen! Wow!

Wie bei Eduard gewohnt, sind sämtliche Ruder auch bei diesem Kit separate Teile, die der geneigte Modellbauer nach Wunsch in Nullstellung oder nach Kappen der Passzapfen auch ausgelenkt anbauen kann. Die winzigen Positionslichter sind separate Klarteile, die mit Lupe und ruhiger Hand eingesetzt werden müssen, notfalls kann man aber auch einen Tropfen lichthärtendes, klares Harz verwenden.  

Das komplexe Fahrwerk der Curtiss P-40 besteht bei diesem Kit aus zwei Radhälften ohne Profil und je zwei abgedeckten Felgen. Die Fahrwerksbeine werden durch jeweils drei Extra-Streben abgestützt. Das Spornrad ist ein separates Bauteil, das zusammen mit seinem Bein in auf der Innenseite gut detaillierten Klappen gesetzt und mit einer feinen Einziehstrebe versehen wird. Der Propeller setzt sich nur aus den Blättern, der Spinner-Rückseite und dem spitzen Spinner zusammen. Für die Antennendrähte gibt es auf einer Seite der Anleitung genaue Angaben für die Befestigungs- und Bohrungspunkte, und die letzte Seite betrifft die weiter oben bereits angesprochene reichhaltige Auswahl an Ordonanz, als da wären eine große (500 Pfund?) und zwei kleine (250 Pfund?) Bomben sowie zwei unterschiedliche Zusatztanks.  

Die vier Decal-Optionen betreffen:

A: Lt. Harold J. Martin, 7th FS, 49th FG, Horn Island, Australien, Frühling 1942, in Olive Drab über Neutral Gray;

B: Lt. John E. Petach Jr, 75th FS, 23rd FG, 14th AF, Hengyang, China, Juli 1942, in Olive Drab über Neutral Gray;

C: 41-36243, 1/Lt John Landers, 9th FS, 49th FG, Port Moresby; New Guinea, 1942 in Dark Green und Dark Earth über Neutral Gray;

D: AK653, F/O Neville Duke, No. 112 Squadron (RAF), El Adem, Lybien, Januar 1942 in Dark Earth und Middle Stone über Azure Blue;

Fazit: Die derzeit mit Abstand beste P-40E in jedem Maßstab auf dem Markt! Und in Anbetracht der nahezu unbegrenzten Auswahl an Bemalungsoptionen für den Curtiss-Jäger könnte man sich einen ganzen Stapel an Overtrees von denen anschaffen. Ein Muss für jeden WK-II-Sammler!

Utz Schißau, Berlin (November 2025)

Quellen (Auswahl):

  • Bauanleitung
  • McDowell, E., Curtiss P-40 in action, Squadron/Signal Publications, 1976
  • Drendel, L., Walk Around P-40 Warhawk, Walk Around Number 8, 1996

https://de.wikipedia.org/wiki/Curtiss_P-40

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