Das Original: Der Porsche 911 ist ein Sportwagen von Porsche und der Nachfolger des Porsche 356. Der kurz „Neunelfer“, oder nur „Elfer“ genannte Porsche 911 ist das bekannteste Fahrzeug des Stuttgarter Unternehmens und gilt als Inbegriff der Marke.

Porsche stellte das später so genannte „Urmodell“ im September 1963 vor. Das „G-Modell“ ab 1973 bildete dann die zweite Generation der inzwischen acht Generationen der 911er-Modellreihe (Stand 2022). Auslöser für diese erste größere Überarbeitung der 911-Karosserie wurde durch eine 1972 von der US-Behörde für Fahrsicherheit (NHTSA) erlassene Vorschrift nötig. Der „Motor Vehicle Information and Cost Savings Act“ forderte für alle Neufahrzeuge, dass ein Aufprall der Stoßfänger auf ein Hindernis bis zu einer Geschwindigkeit von 5 mph = 8 km/h keine Schäden am Wagen zur Folge hat. Zur Erfüllung dieser Auflage wurden die 911er mit neu gestalteten Stoßfängern versehen, die für den US-Markt mit integrierten elastischen Pralldämpfern ausgerüstet waren. Bei allen Fahrzeugen, die nicht für den Export in die USA bestimmt waren, fanden günstigere Prallrohre Verwendung, die sich jedoch bei Parkremplern verformten und daher ausgetauscht werden mussten. Die Pralldämpfer konnten als Extra bestellt werden. Das G-Modell wurde insgesamt 16 Jahre lang bis Mitte 1989 hergestellt.

Porsche 911 Turbo (1974–1989):

Nach dem 1973 präsentierten BMW 2002 Turbo baute Porsche als zweiter Hersteller im Jahr darauf einen Abgasturbolader in ein Serienfahrzeug ein. Mit der Turboaufladung hatte Porsche in den frühen 1970er Jahren bei Rennwagen wie den Porsche 917/10 und 917/30 große Erfolge erzielt und Erfahrungen gesammelt, die in die Serienproduktion einflossen. Der unter der internen Nummer 930 entwickelte neue Porsche 911 Turbo wurde 1974 auf dem Pariser Automobil-Salon präsentiert. Der Porsche Turbo war der erste Sportwagen mit serienmäßigem Abgasturbolader und Ladedruckreglung. Der Wagen mit 3 Litern Hubraum brachte es anfangs auf eine Leistung von 191 kW (260 PS). Die Leistung wurde für das Modelljahr 1978 durch eine höhere Verdichtung, Erhöhung des Hubraums auf 3,3 Liter sowie den Einsatz eines Ladeluftkühlers, der auch einen größeren Heckflügel erforderte, auf 220 kW (300 PS) gebracht. Der Kraftstoffverbrauch der Turbomotoren liegt deutlich über denen eines 911 ohne Turboaufladung bei etwa 20 Liter auf 100 Kilometer. Typische Merkmale des 911 Turbo sind die vorne und hinten stark verbreiterten Kotflügel und der große Heckspoiler mit einer nochmals wuchtigeren Abrisskante aus Gummi. (Wikipedia)

Der Bausatz: Der Porsche 911 Turbo erschien erstmalig unter dem Label von Monogram 1976. Anfangs noch qualitativ ein typischer Vertreter der 70er Jahre, traten in den Folgejahren formentechnisch einige Verbesserungen auf. 1989 erneuerte man die Bodengruppe, 1992 folgte eine stark überarbeitete Karosserie mit einem heute zufriedenstellenden Ergebnis. Seit 2014 wird der Porsche durch Revell vertrieben. 2017 verpasste man dem Bausatz nochmals eine neue Box und 2025 erfolgte die Wiederauflage als 50-jähriges Geburtstagskind. Der Porsche-Bausatz besteht aus ca. 86 Bauteilen, verteilt auf 6 Spritzlingen, der Karosserie, 4 Vinylreifen, einem Decalbogen, einem Beutel mit Farben, Pinsel und Kleber und die Bauanleitung.  Der Bau gestaltet sich durch 39 Bauabschnitte beginnend mit Motor, Getriebe und Differential. Die Detailierung fällt altersbedingt einfacher aber noch recht ordentlich aus. Der 6 Zylinder-Motor ist mehrteilig gehalten. Wichtige Bauteile wie u.a. Einspritzanlage, Riementrieb, Lichtmaschine sind vorhanden. Ein Highlight in diesem Bereich ist die Verwendung von Decals an den Bauteilen. Was absolut nicht gefällt sind die hierzu verwendeten verchromten Teile. Runter damit und mit der Farbe Aluminium neu lackieren. In den folgenden Baustufen geht es um den Turbolader und der Abgasanlage. Auch hier ist alles in zwei Bauteilen komprimiert.

Im Innenraum kommt man auch recht zügig zum Ziel. Teilweise etwas vereinfacht und leicht unscharf in der Detailierung wirkt der Innenraum immer noch gut detailliert. Später werden diese Bereiche zusätzlich mit reichhaltiger Dekorierung durch Decals sehr gut in Szene gesetzt. Bei der anschließenden Montage der Scheiben fällt auf, dass speziell die hintere rechte Seitenscheibe eine kleine Sinkstelle aufweist. Dies ist nicht weiter tragisch. Ansonsten fällt die Qualität der Klarsichteile in Materialstärke und Oberflächengüte absolut zufriedenstellend aus. Ist dieser Bereich abgeschlossen folgt die Hochzeit zwischen Karosserieoberteil und Unterboden. Die Motorhaube wird ohne verkleben aufgesteckt und gewährt somit einen guten Einblick in den Motorraum.  Die Stoßfänger vorn und hinten werden montiert, die gewünschten Kennzeichenhalter platziert.

Bei den Rädern wurde wieder die hervorragende typische Schmiede-Felge aus dem Hause Fuchs genommen. Die Bereifung, aus weichem Vinylmaterial, weist ein zeitgenössisches feines Profil auf, ähnlich der TRX-Bereifung von Michelin in jenen Jahren. An den Flanken der Reifen findet sich jedoch kein Herstelleraufdruck. Die Chrombeschichtung auf den Felgen sollte entfernt (oder überlackiert) werden und wie beim Motor mit der Farbe Aluminium lackiert werden. Die Räder sind laut Bauplan nicht drehbar gehalten, sollen an den Achsenden verklebt werden.

Zu guter Letzt folgt die Montage der Spiegel, beider Türgriffe und den Scheibenwischern. Leider fallen die vorderen Scheibenwischer etwas klobig und simpel aus.

Bauanleitung/ Bemalung: Die 16-seitige Bauanleitung führt einfach und übersichtlich durch 39 Bauabschnitte. Die Bemalungsanleitung bezieht sich wie immer auf das firmeneigene Farbensortiment. Auch hier gibt es zu jedem Bauabschnitt die passenden Bemalungshinweise. Der Modellbauer erhält zu dem Fahrzeugmodell noch 6 passende Aquafarben mit Pinsel und Kleber. Diese Zugabe wird zusätzlich den einen oder anderen Modellbaueinsteiger oder Gelegenheitsbastler ansprechen. 

Fazit: Ein Bausatz mit Höhen und einigen Tiefen. Die Überarbeitungen 1989/92 haben dem Bausatz gut getan. Fahrwerk und Motorenbereich hinken im Detail etwas hinterher. Auf die Verchromung von Motor/ Getriebe und Felgen hätte Revell verzichten können. Das Erscheinungsbild beim Original ist immer noch leicht matt aluminiumfarbig.

Trotz alledem ein gelungener Jubiläums-Bausatz. Der Modellbauer wird immer noch mit einem absolut stimmigen Modell belohnt.

Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel und bei Revell erhältlich.

Alexander Hilbig, Berlin (Juli 2025)

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