Das Vorbild: Die Ardennenoffensive im Winter 1944/45 (deutscher Deckname, Unternehmen „Wacht am Rhein“, auch Rundstedt-Offensive oder im angloamerikanischen Sprachgebrauch Battle of the Bulge) war ein Versuch der Wehrmacht, den westalliierten Armeen eine große Niederlage zuzufügen und den Hafen Antwerpens zurückzuerobern. Ohne diesen hätten die Alliierten nicht den für ihren weiteren Vormarsch benötigten Nachschub, anlanden können. Die Ardennenoffensive gilt als die vorletzte deutsche Offensive an der Westfront im Zweiten Weltkrieg. Der deutsche Diktator Adolf Hitler hoffte, die dadurch an anderen Frontabschnitten entstandene Ruhe ausnutzen zu können. Daher ordnete er auch in Lothringen und im Elsass eine Offensive („Unternehmen Nordwind“) zur Zerschlagung der 7. US Armee an. Beide Militäroperationen scheiterten.
(Auszug aus Wikipedia)

Der Bausatz: Zum Thema Ardennenoffensive hat die ukrainische Firma bereits einige Figurenbausätze im Angebot. Neben den Tank Riders (35411), der Infantry Ardennes (53064), erschienen vor kurzem auch noch die Bausätze, Kampfgruppe Hansen (35051) sowie Figuren vom Luftwaffen Feldregiment (35479). Das Sortiment wird nun um vier völlig neue Figuren unter der Bezeichnung „German Infantry Ardennes 1944 – 45“ erweitert.

Der Figurenbausatz besteht aus der typischen flachen Laschenbox, in dem man Teile für vier unterschiedliche Figuren, diverse zusätzliche Spritzgussäste, sowie ein kleines Blech mit Ätzteilen finden kann. Die Boxart ist dabei erneut professionell und interessant gestaltet und dient zugleich auch als Vorlage für die Bemalung der Figuren.

Die Investition lohnt sich auch in diesem Fall, denn die kleine Box ist prall gefüllt mit den folgenden Teileträgern:

– A, B, C und E: 4 Figuren-Sprues (eine Figur pro Spritzling)
– Ad: Ausrüstungs- und Waffenteile
– Ac: Ausrüstungsteile
– Ae: Ausrüstungs- und Waffenteile
– De: Panzerschreck Ofenrohr mit Munitionskiste
– Df x 2: Munition für Panzerschreck

Bei den einzelnen Figurenbauteilen findet man an diversen Stellen Fischhaut und Rückstände der Formentrennlinien. Dies ist leider seit geraumer Zeit bei Figurenbausätzen von Miniart der Fall. Glücklicherweise kann man die unschönen Stellen vergleichsweise einfach mit der Rückseite eines Bastelmessers bereinigen. Allerdings stellt sich die Frage, warum man diese Probleme durch entsprechenden Formenbau nicht vermeiden kann. Dass dies möglich ist, beweisen die Spritzgussäste der Zurüstteile, die absolut gratfrei und perfekt aussehen.

Die Figuren selbst sind jedoch in Bezug auf deren Haltungen sehr schön gemacht und sollten überzeugende Ergebnisse liefern, wobei die Details an den Uniformen etwas verwaschen wirken. Ein kleines Manko bleibt jedoch weiterhin die Tatsache, dass die Designer von Miniart die Anbringung der Ausrüstungsgegenstände nicht berücksichtigt haben, wodurch diese dann auf die Uniformen aufgeklebt werden und diese damit aufgesetzt wirken. Eine gefüllte Wasserflasche oder eine Munitionstasche besitzen ein Eigengewicht, wodurch der Ausrüstungsgegenstand leicht in die Uniformoberfläche „eintaucht“. Dies sollte man durch Bearbeitung der Figuren und/oder der Ausrüstungsgegenstände berücksichtigen. Einige der Firmen setzen dies inzwischen bei ihren Bausätzen bereits um.


Die diversen Waffen und Ausrüstungsgegenstände sind von absolut herausragender Qualität und bestehen nicht nur aus den üblichen und bekannten Mauser Karabinern sondern man kann auch unterschiedliche eher exotische Waffen und Pistolen, sowie Holster in geschlossenem oder offenen Zustand finden. Hier kann man sich bei den Figuren so richtig austoben oder die Ersatzteilekiste auffüllen.

Besonders interessant bei diesem Set ist die Raketenpanzerbüchse 54 Ofenrohr, mit dessen Hilfe wirkungsvolle 8,8cm Raketen zur Panzerabwehr rückstossfrei abgefeuert werden konnten.

Auch die Ätzteile sind tadellos und beeindruckend, allerdings benötigt man eine ruhige Hand, Ausdauer und das richtige Werkzeug um diese auch korrekt anzubringen.

Der Bauplan: Auf der Rückseite der Verpackung werden plausible Vorschläge zur Bemalung gezeigt, wobei besonders die ausschnittsvergrößerte Vorlage zur Gestaltung des Erbsentarnmusters hilfreich ist. Man sollte diese extrem schwierige Bemalung allerdings vorab an einer Figur ausprobieren, denn eine überzeugende Darstellung von diesem Muster mit korrekter Größe der Farbflecken ist eine echte Herausforderung.

Auf der Packung findet man eine Tabelle für die Farbcodes mit den Herstellern wie Vallejo, Mr. Color, AK, Mission Models und Tamiya.

Für den Panzerschreck bzw das Ofenrohr liegt noch ein kleiner Bauplan bei, der insbesondere für die Anbringung der Griffe, des Zielvisiers und des Trageriemens hilfreich ist.


Fazit: Die Firma Miniart stellt mit dem neuen Figurenbausatz erneut ihre Kreativität unter Beweis. Die Haltung und das Design der Figuren sind stimmig und überzeugen. Leider bewegt sich die Gussqualität der Figurenbauteile weiterhin nicht auf dem Level der Zurüstteile oder Fahrzeugmodellbausätze.

‚Erhältlich im gut sortierten Fachhandel oder bei Glow2b.



Gert Brandl, Berlin (September 2026)

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