Geschichte: Die Spitfire Mk. IX wurde ab der zweiten Jahreshälfte 1944 mit amerikanischen 12,7-mm-Colt-Browning-Maschinen-Gewehren an den Flügeln ausgerüstet. Die Tragflächen waren ansonsten konstruktiv identisch mit denen der Spitfire Mk. IXc, wobei die äußeren MG-Halterungen beibehalten wurden und gleichzeitig die 7,7-mm-Brownings entfernt wurden. Die großkalibrige 12,7-mm-Browning wurde innenbords der 20mm-Hispano-Maschinenkanone angeordnet, die nun selbst außen an den Flügeln befestigt wurden. Diese Version wurde als Mk. IXe bezeichnet. (Quelle: Bauanleitung)
Der Bausatz wird im typischen roten Hornby-Hobbies-Stülpkarton ausgeliefert mit einer computergenerierten Darstellung einer Squadron von Maschinen über den Wolken.




Der Kit basiert laut Scalemates auf älteren Spitfire-Kits von Airfix. Er besteht aus vier Gießästen in einem mittelgrauen Kunststoff mit insgesamt 114 Teilen sowie einem klaren Gießast mit neun Teilen. Die Oberfläche weist stellenweise eine leichte Rauigkeit auf. Alle grauen Gießäste finden sich in einem gemeinsamen Kunststoffbeutel, den noch ein weiterer kleiner Beutel mit dem Rahmen für die Klarteile besiedelt. Die Oberflächendetails der grauen Teile sind durch feine, gleichmäßige Gravuren, zahlreiche feine versenkte Niete, Schnellverschlüsse und ein paar erhabene Details dargestellt. Die Auswerfermarkierungen finden sich im Inneren der Bauteile. Fischhaut findet sich auch an den sehr kleinen Teilen nicht. Die Glasteile sind dünn und klar. Die Bauanleitung ist im bekannten Stil verfasst und führt auf 12 Seiten über 67 Baustufen zum fertigen Modell. Leider fehlt, wie immer bei den Briten, ein Teileplan, dafür sind die drei Bemalungs- und Decal-Platzierungshinweise farbig und in Vierseitenansichten ausgeführt.



Der Zusammenbau beginnt, wie zu erwarten, mit dem Cockpitinneren. Das Instrumentenbrett zeigt erhabene Instrumente und einige Skalendetails, ein Instrumenten-Decal ergänzt das Ganze. Der Cockpitboden ist realistisch „bodenlos“ dargestellt, die Seitenruderpedale sind darauf anzubringen. Die in die Innenseiten der Rumpfhälften gravierten Geräte und Instrumente wirken etwas vereinfacht. Die Öffnungen an den Spanten und den unteren Teilen des Instrumentenbrettes muss man selbst aufbohren, wenn man die Lightningholes realistisch darstellen will. Der Gashebel und die Fahrwerksteuerung sind separate kleine Teile, die an den Innenseiten des Cockpits angebracht werden müssen. Der Sitz besteht aus sechs Teilen, für Gurte muss der Modellbauer selbst sorgen, es sei denn, er verbaut die mitgelieferte Pilotenfigur. Wer will, kann die Einstiegsklappen aussägen. Hinten im Rumpf verschwinden die Sauerstoffflaschen auf nimmer Wiedersehen.
Positiv ist die Tatsache zu werten, dass die obere Motorhaube einteilig ausgeführt ist, was Schleifarbeiten erspart (erinnert sei hier nur an Eduards Mk. IX, für die man ein extra Resinteil für diesen Zweck erwerben muss). Wie heutzutage zu erwarten, sind alle Ruder separat und nach Geschmack zu positionieren, ebenso wie die Kühlerklappen. Drei Paar Räder sind entweder bei geschlossenem Fahrwerk direkt in den Fahrwerkschächten zu befestigen oder wahlweise mit Block- oder Radialprofil an das Fahrwerk zu montieren. Alle sind leicht abgeplattet. Das Spornrad ist, wie bei Spitfires Mk. IX typisch, nicht einfahrbar und daher nur schlicht anzukleben. Wer seinen Propeller drehbar halten möchte, kann ihn nach dem Schließen von vorn mit Rückhalteplatte und Retainer einsetzen, so wie es Revell schon in den Sechzigern bei seinen 1/72-Kits vorgemacht hat. Wie so was modern geht, lernt man besser bei Tamiya, die Ihre drehbaren Teile mit Weichplastik-Manschetten aufsteck- und abnehmbar halten. Die Auspufföffnungen sind leider nicht aufgebohrt, es gibt runde und Fishtail-Rohre. Für die Cockpithaube liegen für die geöffnete Version eine separate Haube und ein hinteres Klarteil vor, für den geschlossenen Zustand gibt es ein Kombiteil, nach deren Anbringung der Bau bereits beendet ist.



Der kleine Decalbogen ohne erkennbare Herkunft ist randscharf und seidenmatt glänzend auf hellblauem Papier bedruckt, die Farbe ist deckend und auch die zahlreichen kleinen Wartungshinweise sind lesbar. Airfix weist bei den Farbempfehlungen nur auf die Humbrol-Farbreihen hin und verwendet überwiegend generische Namen wie „Matt Beige Green“ statt „Sky“. Das geht besser!
Variante A: „CoFT“, P/O Alan G. Ewards (Aus), No.43 Squadron (A Flight), Ravenna, Italien in Matt Dark Green und Matt Ocean Grey über Satin Medium Sea Grey mit rotem Spinner und Sky Rumpfband sowie schwarz-weiß-gewürfeltem Band oberhalb des Fin Flashs;
Variante B: weiße 422“, Flugbasis Karup,Mittel-Jütland , Dänemark, 1947, Bemalung wie bei Variante A mit rot-gelbem Spinner, dänischen Kokarden an sechs Punkten und einem kleinen Dannebrog auf beiden Leitwerkseiten
Variante C: „SM 26“ Brustem Fortgeschrittenen Pilotenschule, Brustem, Begien, 1952 in Silber Metallic und schwarzem Antiblendpanel sowie mittelblauem Spinner mit dünner roter Spirale. Die Maschine hat gekappte Flügelspitzen und keine Flügelwaffen.
Fazit: Airfix hat in letzter Zeit auf seinem angestammten Gebiet, Modelle für Anfänger und Fortgeschrittene zum kleinen Preis anzubieten viel Boden gut gemacht, wobei der Schwerpunkt auf Nachbildungen britischer Vorbilder liegt. Diesem Vorsatz ist man auch mit diesem Vorbild treu geblieben und hat hier eine weitere Version der langen Evolution der Spitfire geschaffen. Wegen der zahlreichen kleinen und kleinsten Teile eher für Modellbauer mit etwas Erfahrung durchaus empfehlenswert!
Literatur (Auswahl):
- Scutts, J. Spitfire in action, Aircraft Number 39, Squadron/Signal Publication
- Humphreys, R., Supermarine Spitfire Merlin-Powered, Pt. 1, MDF 23, A comprehensive Guide for the Modeller
- https://de.wikipedia.org/wiki/Supermarine_Spitfire
- Bauanleitung
Utz Schißau, Berlin (Februar 2026)

