Revell E-3A Sentry

Vorbild

Die Boeing E-3 Sentry wurde auf Basis der Boeing 707-320 als militärische Variante entwickelt, die als Airborne Warning and Control System (AWACS) bei den Luftstreitkräften mehrerer Staaten im Einsatz ist. Besonders fällt der große Diskus auf dem hinteren Teil der Rumpfoberseite ins Auge, der ein Radar beinhaltet.

Erstmals nach einigen Vorserienmaschinen starte ein voll ausgerüsteter Prototyp 1975. Im Laufe der Jahre wurde das Flugzeug immer wieder an die Notwendigkeiten der Aufklärung angepasst und modernisiert, die seine äußere Optik leicht verändert hat. Die NATO unterhält 17 Maschinen dieses Typs seit 1982.
Um den Nachfolger wird noch gestritten. Einige wollten die Boeing E-7 Wedgetail nutzen, was aber wohl daran gescheitert ist, dass die USA ausgestiegen sind. In Deutschland denkt man über GlobalEye nach, einem Gemeinschaftsprojekt von Bombardier und Saab.

Ob es zu einem gemeinsamen NATO-Aufklärungsflugzeug kommt, ist derzeit völlig offen. Gemäß der NATO werden wir wohl die E-3A noch bis 2035 am Himmel sehen.

Bausatz

Es handelt sich um einen Spritzguss-Bausatz in hellgrau-grünem Plastik in Wiederauflage, der in einer schönen Verpackung zum Aufklappen verpackt ist. Das Titelbild ist sehr schön und zeigt eine korrekte Abbildung der Boeing E-3A Sentry (AWACS) im Kleid der NATO.
Die Teile sind unter Berücksichtig des Alters der Form (1961) recht gut gepresst, Nacharbeit wird hier und da nötig sein. Ein Klarsichtteil für Cockpitscheibe liegt bei.
Neu hinzugefügt hat Revell den Spritzrahmen „V“, der ergänzend zur Radarscheibe einige Erweiterungen des Rumpfes mitbringt. Funfact: Die Scheibe dreht sich nach korrekter Montage sogar.

Die Bauanleitung ist im modernen Stil klar und übersichtlich.

Die Decals sind herausragend und erlauben je eine Version der NATO Tigers oder der US Airforce darzustellen.

Bausatzgeschichte

Tatsächlich hat Revell dieses Modell erstmals 1982 in der damaligen NATO-Bemalung auf den Markt gebracht. Seitdem erschien es immer wieder einmal im Handel in unterschiedlichen Aufmachungen.
Der Bausatz basiert auf dem 1958 erschienenem Modell einer Boeing 707-120, welcher immer wieder modifiziert (1961) und revelltypisch unter verschiedensten Bezeichnungen (B720, KC-135; b707-320B) veröffentlich wurde. Es gab im Laufe der Zeit Modifizierungen am Rumpf und an den Triebwerken.
Man findet geschlossene Rümpfe mit Cockpitglas (1961), Rümpfe mit eingedrückten Fenstern, offenen Türen und Cockpitstreben (1958), Triebwerke der Typen P&W JT3C-6 Turbojets (B707-120) oder P&W JT3D-1 Turbofans (B707-120B).

Aber was auch immer verändert wurde: Es blieb in der Basis eine B707-120!
Dieses Modell repräsentiert nicht die nötige B707-320B. Ich wiederhole: Keine B707-320B!
Der Rumpflänge fehlen ca. 2,41m also knapp 1,7 cm. Die Tragflächen sind in Form, Größe und Anschluss an den Rumpf völlig falsch.
Die Triebwerke 2 und 3 haben Turbokompressoren am Triebwerkseinlass, welche die E-3A nicht hat, usw., usw.

Sehr persönliches Fazit:

Die Aufmachung und das Marketing dieses Modells unter der Bezeichnung Boeing E-3A ist schon immer dreist gewesen.
Aber dieses Modell 2026 so wieder aufzulegen, und so zu tun, als repräsentiere es eine Boeing E-3A, ist in meinen Augen schon frech, eine Mogelpackung sondergleichen.
Hätte man es als „Revell Classic“ auf den Markt gebracht, fairerweise mit einem beiliegenden Hinweis auf die tatsächlichen Unstimmigkeiten, kein Problem.
Es gibt sicher Modellbauer wie mich, die gerne aus nostalgischen Gründen aus dem Bausatz eine schöne zivile oder militärische Boeing 707-120(B) bauen würden.

Ich kann hier nur schreiben: Wer eine akzeptable Boeing E-3A bauen möchte, suche bei den Herstellen Academy und Roden, und auch wenn diese nicht ganz frei von Unstimmigkeiten sind, ergeben sich dann dennoch passable Modelle.

Vorteile des Modells:
Wiederauflage der klassischen Boeing B707-120B von Revell für Liebhaber.

Nachteil des Modells:
Es ist keine E-3A. Punktum.


Uwe Damaschek, Berlin im Januar 2026

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