Das Vorbild: Der Flakscheinwerfer 34 bzw. 37 war ein deutscher Suchscheinwerfer aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem 150 cm breiten Parabolreflektor aus Glas. Er war um 360 Grad schwenkbar und von -12 bis 192 Grad neigbar. Seine Erfassungsreichweite betrug 8 Kilometer für Flugzeuge in einer Höhe von 4 bis 5 Kilometern. Er wurde 1934 entwickelt und auf einem Spezialanhänger transportiert.
Ursprünglich war für den Transport der Sd.Ah. 102 Anhänger vorgesehen, später wurde dieser jedoch durch den Sd.Ah. 104 Anhänger ersetzt. Die Stromversorgung erfogte mittels eines eines 24-kW-Generators. Als Ausführungen 37 und 42 erfolgte die Weiterentwicklung des Flakscheinwerfers.
(Auszug aus LandMarkScout)

150cm Flakscheinwerfer 37 im Militärhisorischen Museum Berlin Gatow
Der Bausatz: Vom 150cm Flakscheinwerfer 37 gab bis vor kurzem lediglich Resin Bausätze der Firmen DES Kit und Precision Models, die nicht gerade preiswert und auch schwer erhältlich sind. Dies gilt insbesondere für den Bausatz von Precision Models, der leider nicht mehr hergestellt wird und somit lediglich noch auf Versteigerungsplattformen gefunden werden kann.
Seit kurzem gibt es allerdings zusammen mit dem Sonderanhänger 104 endlich einen entsprechenden Bausatz der jungen polnischen Firma TDW Models (Triumph des Willens), der im 3D Druckverfahren produziert wird. TDM Models existiert seit 2011 und hatte anfangs lediglich Resin Bausätze in 1:72 im Programm. Mit Aufnahme der 3D Druck Technolgie im Jahr 2024 werden nun auch Modelle im Maßstab 1:35 angeboten.
Den Bausatz habe ich in einem stabilen Klappkarton erhalten, in dem alle gedruckten Teile sicher auf den Stützästen befestigt enthalten sind. Darüber und darunter verteilt sind noch Transport-Chips. Das schützt die Teile auch beim Transport vor Beschädigungen. Insgesamt handelt es sich lediglich um 12 Bauteile, die auf 6 Druckplatten verteilt sind. Die Anordnung dabei sieht wie folgt aus:
1. Zwei Sd.Ah. 104 und Zugstange
2. Räder für Sd.Ah. 104 (2x)
3. Transportbasis und Graphitstab für Scheinwerfer
4. Gabelhalterung für Scheinwerfer
5. Scheinwerferkorpus, Frontrahmen, Richtkranz




Ein Abgleich der Teile mit den mir zur Verfügung stehenden Bildern vom Original zeigt, dass die wesentlichen Details vorhanden sind um überzeugende Modelle vom Scheinwerfer und dem Sonderanhänger zu bauen. Sehr positiv hervorzuheben ist die hervorragende Druckqualität, bei der nahezu keinerlei Druckrillen erkennbar sind und somit ein Schleifen der Teile nicht erforderlich sein sollte.
Hier kann man sehr gut erkennen, welchen Fortschritt die 3D Drucktechnologie inzwischen erzielt hat.
Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Scheinwerfer etwas zu klein wirkt. Die Überprüfung des Durchmessers ergab lediglich 3,8cm. Im Maßstab 1:35 müsste dieser jedoch 4,2cm betragen, womit der Bausatz eher dem Maßstab 1:40 entspricht. Dies gilt für den gesamten Schweinwerfer inklusive Transportrahmen mit Basis. Der Sonderanhänger 104 wirkt allerdings stimmig und weist vergleichbare Abmessungen, wie die der Bausätze von DES Kit und Precision Models.
Nach Rücksprache mit dem Hersteller habe ich in Erfahrung gebracht, dass das 3D Design unter Verwendung eines Bausatzes in 1:72 (wahrscheinlich Wespe Models) erstellt und dann hochskaliert wurde. Ich vermute, dass dieser Bausatz eher den Maßstab 1:76 besaß, womit sich die Diskrepanz in Bezug auf das 3D Modell ergäbe. Nach meiner Kenntnis, wird der TDW Bausatz wohl entsprechend überarbeitet, wobei lediglich die Skalierung beim Druck angepasst werden müsste.
Der Bauplan: Als Unterstützung zum Bau des Modells liegen zwei Blätter in DIN A4 bei, die als schlechte s/w Kopien eine Teileübersicht, das fertige Modell und Tipps zur Bemalung des Innenbereiches vom Scheinwerfer aufzeigen. Außerdem wird beschrieben, wie man das Scheinwerferglas aus Klarsichtmaterial selbst herstellen kann.
Aus eigener Erfahrung kann ich dazu nur sagen, dass dies – insbesondere, wenn man die diversen Rillen perfekt gestalten will – auch für erfahrene Modellbauer eine echte Herausforderung ist.


Fazit: Leider entspricht der Bausatz momentan eher dem Maßstab 1:40, was jedoch nur in Verbindung mit Figuren oder Fahrzeugen auffällt. Sofern man den Scheinwerfer als „Stand-Alone“ Modell bauen will, wäre dies kein Problem. Aber auch in diesem Fall ist das Fehlen des Scheinwerferglases, das selbst angefertigt werden muss, eine ziemliche Herausforderung.
Unter Berücksichtigung dieser Aspekte kann ich für diesen Bausatz, trotz seines günstigen Preises und der hervorragenden Druckqualität, leider keine Empfehlung aussprechen.
Derzeit ist der Bausatz nur direkt bei TDW Models im Internet erhältlich. Man kann sich dabei auch den „Katalog“ ansehen, der weitere interessante Bausätze in den Maßstäben 1:72 und 1:35 zeigt.
Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

