Das Vorbild: Die Martin B-26 Marauder (dt.: Plünderer) war ein mittelschwerer zweimotoriger Mittelstreckenbomber in der Zeit des Zweiten Weltkrieges aus US-amerikanischer Produktion. Hersteller war die Glenn L. Martin Company. Ausgelegt als Schulterdecker, entstand die Maschine aus einer Ausschreibung der US-Army vom 25. Januar 1939 für einen mittleren Bomber mit sehr hohen Flugleistungen. Von 1941 bis 1945 wurden 5266 Maschinen gebaut. Der Buchstabe „B“ in der Bezeichnung stand für Bomber.
Die B-26C Ausführungen waren prinzipiell B-26B-10 und wurden im neuen Werk Omaha (Nebraska) in einer Stückzahl von ca 1235 Maschinen produziert. Sie waren mit R-2800-43-Motoren mit 1920 PS Startleistung ausgerüstet und hatten ein 7,62-mm-MG in einem Tunnel unter dem Rumpf sowie eine Heckbewaffnung mit zwei 12,7-mm-MGs. (Auszug aus Wikipedia)
Der Bausatz: Der erste Bausatz der B-26 von ICM erschien in der B-Version 2024 und wird nun mit diesem Bausatz, zum zehnten Mal angeboten. Dabei handelt es sich aber nicht nur um unterschiedliche Varianten in Bezug auf die Abziehbilder und Waffenstände, sondern auch um die Bauvarianten G und F, die sich in Bezug auf die Flügelkonstruktion zur B und C Version unterscheiden. Entsprechende Informationen zur G-Variante ist in der Bausatzvorstellung von Andreas hier zu finden.
Die Teile des „Plünderers“ befinden sich in einem ziemlich großem und prall gefüllten Stülpkarton, der von einem ansprechenden Bild des Marauders geziert wird, die unter schwerem Flak Beschuss steht.
Im Karton befinden sich insgesamt zehn Gussäste, von denen einer für die Kanzeln und Fenster in transparentem Plastik ausgeführt ist. Alle Teile weisen eine sehr gute Gussqualität auf und geben das Original präzise wieder. Nieten und Fugen sind sauber und maßstabsgerecht umgesetzt und auch im Innenraum des Rumpfes findet man Nieten und Spanten. Diese könnten zwar noch schärfer sein, aber in Anbetracht der Tatsache, dass man davon nur wenig bis nichts einsehen kann, ist dies absolut ausreichend. Sehr positiv fallen die Nieten und Wartungsklappen auf den Flügeln aus. Diese machen einen sehr guten Eindruck auf mich. Ob diese auch zu 100% mit dem Original übereinstimmen kann ich wegen mir nicht zur Verfügung stehender Referenzen nicht beurteilen.




Für die Gestaltung des Innenraums liegen auch einige Teile bei, wobei aber gerade für die Pilotenkanzel sicherlich ein Ätzteilesatz von Aber das Ganze noch abrunden kann. Sofern man den Bombenschacht geöffnet darstellen will, finden sich auch dafür diverse Details, die im Bausatz berücksicht sind. Und natürlich gibt es dann auch noch eine entsprechende Ladung bestehend aus 6 Bomben.



Auch die Waffenstände am Bug, unter und auf dem Rumpf sowie am Heck überzeugen. Jedoch geht es auch hier mit Zurüstsätzen von ICM oder Eduard hinsichtlich Detaillierung noch ein Stückchen besser. Die Ruder am Heckleitwerk sind als separate Teile enthalten, womit ein lästiges Sägen nicht erforderlich ist.




Die beiden großen Flügel sind unter Verwendung von zwei großen Querspanten sicher und korrekt anzubauen. Auch bei den Tragflächen hat ICM diese so konzipiert, dass alle Ruder und Steuerflächen separat ausgeführt sind. Tolle Sache!. Die seitlich angebrachten Abdeckungen der Positionsleuchten liegen als Klarsichtteile bei. Das ist nicht selbstverständlich und wird somit gerne gesehen.
Die beiden Stern-Motoren bestehen aus jeweils 27 Teilen und ermöglichen damit eine sehr gute Wiedergabe des Originals. Einen genauso guten Eindruck hinterlassen auch die Teile für die großen Triebwerksgondeln und auch die für das Fahrwerk.
Die Bauanleitung: Beim Studieren der 24-seitigen Bauanleitung hatte ich den Eindruck, dass man sich diese ganz genau ansehen muss.

Einerseits sind die Abbildungen der 130 (!!!) Bauabschnitte sehr klar und präzise, allerdings tauchen immer wieder Abschnitte auf, auf denen Vorgaben zu finden sind, wie man die Teile noch selbst abändern muss. In der Regel handelt es sich um das Bohren von Löchern, für die man dann die entsprechenden Abstandsangaben zur korrekten Platzierung finden kann. Hier wäre es wahrscheinlich einfacher für den Modellbauer, wenn diese Positionen bereits am Gußteil markiert wären. So kennt man das zumindest von anderen Herstellern.

Wichtig bei diesem Modell ist es auch daran zu denken, im vorderen Bereich mindestens 50 Gramm Ballast zu verstecken, damit das Flugzeug nicht zum Tailsitter wird und sauber auf den drei Fahrwerksbeinen steht.

Für die Erstellung von Abdeckmasken der Klarsichtteile findet man auf Seite 21 der Bauanleitung entsprechende Schablonen und Hinweise zur Anbringung der Masken. Hier empfehle ich trotz guter Absicht von ICM die perfekten Masken Sets von Eduard zu verwenden. Damit erhält man nicht nur perfekt zugeschnittene und passende Masken, sondern auch das optimale Material für diesen Zweck.
Mit Zeit, Geduld und Masking Tape kann aber man aber sicherlich auch in Eigenarbeit ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielen.
Decals und Bemalungsoptionen:

Für die Markierungen liegt ein sehr großer und sauber gedruckter Decalbogen bei unter dessen Verwendung die drei folgenden Maschinen dekoriert werden können:
– 42-107783, Thumper, 441st Bombardment Squadron, 320 Bombardment Group, France, 1945
– 42-107534, Belle Ringer, 441st Bombardment Squadron, 320 Bombardment Group, France, 1945
– 42-107729, Stud Duck, 34th Bombardment Squadron, 17th Bombardment Group, France, 1945



Fazit: Ein weiterer sehr guter Bausatz der Marauder aus dem Hause ICM, der mit attraktiven Abziehbildern den Bau eines interessanten Bombers aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ermöglicht.
Wer hier zugreift macht sicherlich nichts verkehrt, muss allerdings dafür auch den entsprechenden Platz zur Verfügung haben, denn das Endergebnis ist alles andere als klein.
Absolut empfehlenswert!
Erhältlich im gut sortierten Fachhandel oder über Glow2b.
Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

