Original: Der Bugatti EB 110 ist ein von 1991 bis 1995 gebauter Supersportwagen des Herstellers Bugatti. Der Bugatti EB 110 war das erste Fahrzeug des 1989 neu gegründeten Unternehmens Bugatti Automobili SpA, nachdem sein Gründer, der Finanzmakler Romano Artioli, 1987 die Namensrechte an „Bugatti“ erworben hatte. Technischer Direktor des Projekts war Paolo Stanzani, die ersten Designentwürfe stammten von Marcello Gandini, der zuvor unter anderem die beiden Lamborghini-Modelle Miura und Countach entworfen hatte. Angekündigt als der technisch am weitesten fortgeschrittene Supersportwagen, den es je gegeben habe, wurde der EB 110 am 15. September 1991, dem 110. Geburtstag von Ettore Bugatti, vorgestellt und ab 1992 produziert. Somit trug erstmals seit 1956 wieder ein Fahrzeug den Namen der legendären Marke. Der EB 110 kostete 690.000 DM einschließlich eines ungewöhnlichen Wartungsvertrags, wonach innerhalb von drei Jahren alle Verschleißteile ohne zusätzliche Berechnung ersetzt wurden. Zur Serienausstattung des Wagens gehörten u. a. Antiblockiersystem, Klimaanlage, Servolenkung, elektrisch betätigte Sitzlehnenverstellung, eine Stereoanlage von Nakamichi sowie eine infrarotbetätigte Zentralverriegelung. Zu den Neuwagenkäufern des Bugatti EB 110 GT bzw. EB 110 SS gehörte unter anderem Michael Schumacher. (Wikipedia)

Bausatz: Der Bugatti EB110 feierte sein Debut 1992 bei der Firma Revell. Heller brachte kurz danach ebenfalls einen EB110 in 1:24 auf dem Markt, konnte aber qualitativ mit dem Revell-Produkt nicht ganz mithalten. Von den Revell-Formen profitierten in Folgejahren Monogram, Monogram-Hasegawa und Revell-Estrela aus Brasilien. 2025 erfolgte durch Revell-Europa ein Rebox unter Verwendung der alten Formen. Der EB110 besteht aus insgesamt 148 Bauteilen, die sich auf 9 Spritzlingen zuzüglich der Karosserie und 4 Vinylreifen verteilen. Dazu gibt es einen umfangreichen Decalbogen und eine Bauanleitung. Bei genauer Betrachtung der Spritzlinge fällt auf, dass hier und da an den Bauteilen der Fisch seine Haut abgestreift hat und Mehrarbeit in Form von Versäubern ansteht. Ebenso fallen speziell an der Karosserie geringfügige Sinkstellen auf, die erstmal bearbeitet werden müssen.


Der Bau beginnt mit dem umfangreichen V12-Motor. Revell hat sich schon damals die Mühe gemacht eine Vielzahl von Motorkomponenten und Anbauteilen als Einzelteile darzustellen. So werden u.a. Ölwanne, Zylinderköpfe und Ventildeckel, Klimakompressor und Lichtmaschine samt Riementrieb, Abgaskrümmern und die Turbolader in guter Detaillierung Stück für Stück dem Motor zugeführt. Die Hinweise dazu sollten peinlichst genau beachtet werden. So soll der Ansaugbereich nur zu Probezwecken zwischen den Zylinderköpfen gelegt werden. Somit erfolgt die endgültige Montage erst nachdem eine Vielzahl von Schläuchen, Turboleitungen, Abgasanlage, hintere Domstrebe usw. verbaut worden sind. Ebenso ist auf eine korrekte Ausrichtung der 4 Turbos zu achten. Eine Vielzahl von Anbauteilen wie Batterie, Hauptbremszylinder und Flüssigkeitsbehälter finden zusätzlich ihren Platz. Zwischendurch muss sich der Modellbauer dem Fahrwerk widmen, das ebenfalls recht umfangreich ist. So ist zum Beispiel die Lenkung beweglich gehalten. Ja, die Bereiche Motor und Antriebsstrang haben es in sich. Mit dem Innenraum geht es weiter. Auf der Bodenplatte werden die Sitze, Armaturenbrett und Türverkleidungen montiert. Auch in diesem Bereich kommen wieder zahlreich die Decals zum Einsatz was eine Vorlackierung voraus setzt. Ist diese Hürde gemeistert, widmen wir uns wieder mal dem Fahrwerk. Stoßdampfer, Querlenker und Antriebswellen werden montiert und Chassis Ober- und Unterteil miteinander verbunden.




Etwas umfangreicher geht es bei der Komplettierung der Karosserie zu. Nachdem die Karosseriemängel beseitigt wurden sollten die Passgenauigkeit / Spaltmaße von Front- und Heckklappe überprüft werden und ggf. nachgearbeitet werden. Bei der Montage der Verglasung ist absolut sauberes Arbeiten angesagt. Kleine Klebeflecke auf den Scheiben können alle Mühen im Vorfeld zunichtemachen. Nachdem die Scheinwerfer und Rückleuchten montiert worden sind, erfolgt die Hochzeit von Chassis und Karosserie mit anschließender Montage von Heckspoiler und Diffuser. Außenspiegel und Scheibenwischer folgen. Abschließende Arbeiten sind noch die Montage der Räder und den dahinter liegenden gelochten Bremsscheiben mit Bremssätteln. Die Bereifung besteht aus weichem Vinyl, der Hersteller Michelin wird durch Decals an den Flanken benannt. Arbeitsintensiv fallen allerdings die Felgen aus. Hier müssen die Fischhäute aus den kleinen Felgenöffnungen beseitigt werden. Zu guter Letzt gibt es noch ein paar Tipps für eventuelle Präsentation des Fahrzeuges und wie bei Revell gewohnt die Hinweise der noch fehlende Außendekoration in Form von Decals zu ergänzen.




Bauanleitung/ Bemalung: Die 32-seitige Bauanleitung führt einfach und übersichtlich durch 80 Bauabschnitte. Die Bemalungsanleitung bezieht sich wie immer auf das firmeneigene Farbensortiment. Die Bemalungshinweise in den jeweiligen Baustufen sollten eingehalten werden, da in fast allen Bereichen noch Decals zur Anwendung kommen und die Arbeiten letztendlich doch wesentlich erleichtern. Der Decalbogen mit diversen fahrzeugspezifischen Features und mehreren internationalen Kennzeichen ist randscharf gedruckt und besticht durch satte Farben. Der Trägerfilm ist erfreulicher Weise hauchdünn.




Fazit: Trotz des Alters wird der Modellbauer mit guter Ware belohnt. Ärgerlich sind die eingangs genannten Fabrikationsmängel die den Bau unnötig erschweren. Der Bausatz ist daher und auch wegen seiner Komplexität eher für Profis geeignet. Preislich liegt der Bugatti bei ca. € 35,-.
Vielen Dank an Revell für die Bereitstellung des Besprechungsmuster. Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel und bei Revell erhältlich.
Alexander Hilbig, Berlin (Januar 2026)

