Das Vorbild: Der leichte Truck SPA Viberti AS43 war ein italienisches Aufklärungsfahrzeug, das für die Regio Esercito (italienische Königliche Armee) zur Fernaufklärung in der nordafrikanischen Wüste, zum Überfall auf alliierte Konvois, zur Bekämpfung der Long Range Desert Group (LRDG) und zur Eskortierung von Achsenkonvois auf den Wüstenstraßen entwickelt wurde. In der Regel waren die Fahrzeuge mit Halterungen zur Aufnahme von 8-mm-Maschinengewehren vom Typ Mitragliatrici Medie Breda Modello 1937 oder Modello 1938 versehen, die zur Flugabwehr und zur Bekämpfung von Personen eingesetzt wurden.

Es existieren Fotos vom SPA AS43, auf dessen Pritsche die deutsche 2cm Flak 38 aufgesetzt wurde. Verwendung fand diese Kombination in erster Linie 1943 bei der Flak Erdkampfschule Süd im Nordosten von Italien.

Archiv Armando Rossi

Das Bauprojekt:

Verwendete Materialien:
2cm Flak 38, ICM, 35717
MG 15, Gaspatch, 35116
AS43, WIP3D, 35166

Als ich die Zeichnung des AS 43 mit einer 2cm Flak 38 gesehen habe, begann ich umgehend nach weiteren Informationen zu dem Thema zu recherchieren. Nach relativ kurzer Zeit wurde ich im Internet fündig und konnte sogar drei Originalaufnahmen des Fahrzeuges finden. Die Anfrage in einer Modellbau Community ergab dann nicht nur weitere Fotos von mehreren Fahrzeugen sondern auch Informationen in Bezug auf die Einheit, bei der man die Trucks nutzte sowie auch deren Einsatzzeitraum. Mein persönliches Highlight darunter war, dass zumindest auf einer der Aufnahmen sogar ein Nummernschild lesbar war. Jetzt hielt mich nichts mehr davor zurück, ein entsprechendes Modell zu bauen. Da der entsprechende Bausatz von WIP3D noch nicht existierte und ich nicht länger warten wollte, ging ich genauso vor, wie die Italiener und Deutschen es beim Original umgesetzt haben. Unter Verwendung des Basisbauatzes vom AS43 (Bausatzvorstellung), einer 2cm Flak 38 (von ICM) und dem MG 15 (von Gaspatch) konnte ich mit der Umrüstung loslegen.

Einige Teile und Oberflächen vom Bausatz wurden zunächst mit feinem Sandpapier geschliffen, um zum einen noch vorhandene Reste der Druckstreben zu entfernen und aber auch um leichte Rillen vom Druckprozess zu glätten. Und dann ging es schon los mit dem Zusammenbau des Chassisrahmens, der aus nur wenigen Teilen besteht. Nach dem Anbringen des Motorblockes, des Auspuffs und den Achsen inklusive Federpakete habe ich bei den vorderen Rädern deren Aufhängung so bearbeitet, dass die Räder leicht eingeschlagen dargestellt werden konnten. Im Anschluss daran erfolgte die obligatorische Grundierung der Teile mit Mr Surfacer Schwarz.


Mehr Zeit für das Schleifen und dem Entfernen von Druckrückständen habe ich bei der Motorabdeckung bzw. Kühlerhaube investiert, da gerade diese sehr gut sichtbar ist und optimal aussehen sollte. Für die Teile des vorderen Aufbaus, der Sitze und dem Heck verwendete ich „Mr Surfacer Grau“, womit eine sehr homogene Grundlage für die später folgende Lackierung erzielt werden konnte. Nach dem losen Zusammenstecken aller Teile stand das Fahrzeug in seiner Grundform jetzt bereits vor mir.

Bei genauerer Betrachtung ist mir aber aufgefallen, dass im Heckbereich vier Munitionskisten für die 2cm Breda Flak an den inneren Seitenflächen verbaut sind. Bei einer Verwendung der 2cm Flak 38 erschien mir das nicht sinnvoll, weshalb ich mit einem Dremel vorsichtig zumindest die beiden vorderen Kästen entfernt habe. Das hört sich einfacher an, als es tatsächlich war, denn einmal nicht aufgepasst und schon ist zuviel Material entfernt. Nach dem Verspachteln und Verschleifen der Bereiche sah aber dann alles sehr zufriedenstellend aus.

Nun konnte die 2cm Flak 38 aufgesetzt werden, wobei im unteren Bereich des Drehtellers mit Plastikscheiben ca 5 Millimeter aufgefüttert werden mussten, damit die Plattform auf gleiche Höhe wie die Oberkanten der Bordwände erreichte. Dies ist sehr gut auf einem der Fotos vom Original erkennbar.
Mit einem mittig angebrachten Plastik-Rundstab, war es dann möglich die Flak auch drehbar anzubringen.


Dem Basisbausatz liegt ein Reserverad inklusive Halterung bei, das am Fahrzeugheck angebracht war. Auf den Fotos vom Originalfahrzeug erkannte ich lediglich die Halterung ohne Rad, was am Bauteil auch entsprechend umgesetzt wurde. Der gute alte Dremel …

Als weitere Vorbereitung für die Lackierung habe ich noch einige Bereiche und Details mit Pre-shading versehen und korrekte Munitionskisten für die Flak aus meiner Grabbelkiste vorbereitet.
Los ging es dann mit der Lackierung der Flak in leicht aufgehelltem German Grey von Tamiya und Highlights mit weiter aufgehellter Farbe. Nach Versiegelung mit Klarlack und der Bemalung von Details wie dem Zielgerät, konnte ich die beiden winzigen Abziehbilder mit Skalen für das Zielgerät anbringen. Dass ICM daran gedacht hat, finde ich beeindruckend.

Als Grundfarbe für das Fahrzeug nutzte ich Dark Yellow von Tamiya, das ich mit etwas Weiss aufhellte und mit ein paar Tropfen grüner Farbe so variierte, dass wie beim Original ein leichter Grünstich im Farbton erkennbar war.


Die Scheinwerfer und Heckleuchten sind beim Bausatz solide ausgeführt. Damit beide realistischer aussehen, habe ich diese ausgefräst, die Innenbereiche mit Chromfarbe versehen und dann Gläser aus der Elf-Serie angebracht. Im Fall der Hauptscheinwerfer war es erforderlich diese in Bezug auf deren Durchmesser noch minimal zu verkleinern.


Das Instrumentbrett habe ich versehentlich falsch herum eingebaut, was auf einigen der Fotos auch erkennbar ist. Der Fehler trat deshalb auf, weil sich der darauf befindliche Tachometer rechts angebracht war und ich mich daran orientiert hatte. Dadurch ragte die abgeschrägte Instrumentenbrett Fläche nach unten, was auch nicht dem Original entspricht. Nach dem Entfernen der runden Anzeigen habe ich diese nach Abgleich mit Aufnahmen vom Original neu erstellt und konnte das Instrumentenbrett korrekt einbauen.


Das 3D gedruckte MG 15 von Gaspatch weist eine beeindruckende Qualität und Detailtreue auf. Hier war lediglich die Schulterstütze zu entfernen und die dem WIP3D Bausatz beiliegende Halterung für das italienische MG durch Aufweiten der Aufnahmegabel etwas anzupassen.


Bei den Tarnflecken mit leicht aufgehelltem Grün von Tamiya, habe ich mich so gut wie möglich an Aufnahmen vom Original orientiert. Um das Fahrzeug noch etwas interessanter zu gestalten, wurden noch zusätzliche Details ergänzt, die auf den Aufnahmen vom Original erkennbar waren. Zum einen konnte ich das KFZ-Kennzeichen eines Fahrzeuges reproduzieren. Interessant dabei war ein eher ungewöhnlicher Schrifttyp. Außerdem habe ich aus dünner Pappe eine Abdeckung für den Kühler ergänzt – anscheinend war es im Nordosten von Italien ziemlich kalt. Links am Heck fand noch eine Decke aus Magic Sculp seinen Platz und auf der rechten Fahrzeugseite sowie in dem Kabinenbereich habe ich noch ein paar Utensilien sowie eine Bergmann MP-35 positioniert .


Für die Darstellung des Fahrzeuges auf einer kleinen Vignette musste noch eine passende Figur her. Die Originalaufnahmen zeigen in erster Linie deutsche Soldaten mit Wintermänteln. Bei Masterbox wurde ich bei einem kleinen Set fündig und habe eine der Figuren davon mit einem Resin Kopf aus der Hornet Reihe ausgestattet.


Als Grundplatte fand ein Bilderrahmen aus Holz Verwendung, in den ich eine Platte aus dickem Plastik einpasste, die noch mit Hilfe von Magic Sculp, feinem Sand und Farbe angemessen aufbereitet wurde.

Nun konnte das Modell zusammen mit der Figur in Szene gesetzt werden und ich kann wieder ein weiteres Projekt auf meiner Liste als „umgesetzt“ abhaken.



Fazit: Der Umbau war einfacher, als ursprünglich gedacht. Damit konnte ich noch vor dem Erscheinen des offiziellen Bausatzes, den es bei WIP3D inzwischen als limited Edition gibt, das entsprechene Modell realisieren.

Das fertige Modell kann im März in der Vitrine des Modellbaufachgeschäftes “Werken, Spielen, Schenken” in Berlin Steglitz an der Schloßstr. 110B, begutachtet werden. 


Erhältlich im Online Handel oder direkt bei WIP3D.

Gert Brandl, Berlin (Februar 2026)

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