Vorbild: Bei der Sikorsky-Baureihe UH-60 handelt es sich um einen 2-motorigen Transporthubschrauber in der mittleren Gewichtsklasse bis ca. 12 to Abfluggewicht. Er wurde nach einem Vergleichsfliegen gegen Boeings YUH-61 von den US-Streitkräften als Nachfolger des UH-1 Huey ausgewählt, und befindet sich seit dem Jahre 1977 in der Serienproduktion. Von der Grundversion wurden zahlreiche Varianten für verschiedene Einsatzzwecke entwickelt, darunter auch bewaffnete Modelle sowie zivile- und Marineversionen. Bis heute wurden von dem Typ weit über 5000 Stück ausgeliefert (der 5000. wurde im Januar 2023 an die US Army übergeben) bei weiterlaufender Produktion. Außer in den USA wird der Hubschrauber auch noch in weiteren 45 Ländern zivil und militärisch eingesetzt.
Bausatz: 2024 erschien der erste Bausatz dieser Baureihe. Ihm folgten drei weitere Versionen dieses Hubschraubers.
Die Verpackung entspricht dem von ICM gewohnten Standard: über einen stabilen Karton ist ein farbiger Deckel gestülpt. Im Karton ist ausreichend Platz, da hätte auch noch fast ein zweiter Bausatz darin Platz. Abgebrochene Teile durch eine zu enge Verpackung sind daher nicht zu befürchten. Sechs graue Gussrahmen sind gemeinsam in einer ebenfalls wieder verschließbaren Tüte verpackt. Insgesamt gilt es 302 Teile zu verbauen.

Die Teile zeigen eine satinierte Oberfläche, die aber dennoch glatt ist und keinerlei vorbereitende Schleiforgien voraussetzt. Die neuen Formen sind bestens, kein „Flash“.


Die Details treten scharf hervor, die Linien der Paneele sind deutlich, aber für den Maßstab angemessen. Die Oberfläche zeigt sowohl versenkte als auch erhabene Strukturen, wie z.B. die Rundkopfniete.






Die hohe Gussgüte lässt sich beispielsweise an den Radnaben erkennen, die den Verzicht auf Zurüstteile leicht machen. Mit der Qualität der Teile kann man uneingeschränkt zufrieden sein.

Ein eigener Gussast enthält genau 20 Klarsichtteile. Diese stammen aus einwandfrei polierten Formen, die ihnen einen glasklaren Look verleihen. Die Anleitung enthält ein Blatt mit den Vorlagen für die selbst zu erstellenden Masken an.

Anleitung/Bemalung: Die S/W-Bauanleitung führt in 108 (!) Baustufen zum Ziel. Keine Bange, alles ist sehr übersichtlich und auch so groß gedruckt, dass man keine Lupe braucht.

Zum Abschluss folgen dann die farbigen Darstellungen der Markierungsvarianten mit den benötigten Farben mit den sehr klein gedruckten Nummern der Nassschiebebilder. Das ist das einzige Manko der Bauanleitung, für das korrekte Aufbringen der Decals werden gute Augen benötigt.

Der Decalbogen stammt von ICM selber, ist auf einem hellblauen Papier gedruckt und enthält 59 Schiebebilder, von denen aber etliche doppelt und auch mehrfach vorhanden sind. Man wird es daher eher mit ca. 80 Decals zu tun haben. Der Druck ist glänzend mit wenig Trägerfilm zum Wegschneiden. Gut: es gibt auch sieben Instrumentendecals für die Armaturentafeln.
Fazit: Gesamtbeurteilung: sehr empfehlenswert. Kritik könnte man höchstens an der Auswahl dieses speziellen Untertypes MH-60L üben. Von diesem wurden nur 37 Stück hergestellt, die allesamt an die oben erwähnte 160th Special Operations Aviations Regiment gingen. Zehn dieser Maschinen wurden bis 2003 mit einer Luftbetankungssonde nachgerüstet, und drei davon kann man mit diesem Bausatz erstellen. Will man eine andere Maschine ohne die Sonde bauen, muss man die korrekte Baunummer selber recherchieren und ggfs. einen geeigneten Decalbogen dazu finden.
Uwe Christiansen, Dieter J. Schiller, RAG Modellbau der RK 08 Berlin-Süd

