Vorbild: Das Akronym BMP-3 steht im Russischen für Bojewaja Maschina Pechoty 3, was übersetzt Kampfmaschine der Infanterie Typ 3 bedeutet. Das Fahrzeug wurde in den 1980-er Jahren in der Sowjetunion entwickelt und befindet sich nach wie vor in Russland in der Serienproduktion. Hersteller ist die Firma Kurganmashzavod (KMZ) aus der russischen Stadt Kurgan. Es handelt sich um einen schwimmfähigen Schützenpanzer für 3 + 7 Mann Besatzung mit ca. 20 Tonnen Gefechtsgewicht, allerdings mit einer ungewöhnlich starken Bewaffnung, bestehend aus einer 100-mm-Kanone und einer parallelen 30-mm- Maschinenkanone. Die Kanone kann neben Granaten auch eine spezielle Panzerabwehr-Lenkrakete verschießen. Dazu kommen noch zwei in die Wanne eingebaute MG. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Derivaten des Fahrzeuges, wie z.B. einen Bergepanzer, Panzerhaubitze, Flakpanzer und auch einige weitere Modelle.

Bisher sollen über 2000 Fahrzeuge ausgeliefert worden sein, bei einer derzeitigen Jahresproduktion von etwa 200 Stück. Das Fahrzeug wurde auch in westliche Länder (Südkorea, Zypern) exportiert und wird derzeit von 12 Ländern aktiv genutzt.

Bausatz: In einer farbigen Faltschachtel befindet sich ein stabiler Karton mit einem nach oben aufklappbaren Deckel. Dieser enthält einen Bausatz aus einer neuen Form. Die 127 Einzelteile finden sich auf vier Gussrahmen. Sie sind in einem mittleren glänzenden Grauton gehalten und zeigen eine Oberfläche, die sehr glatt ist und keinerlei vorbereitende Schleiforgien voraussetzt. Die Formen sind bestens, kein „Flash“. Die Details treten scharf hervor, was vor allem an den Schraubköpfen der Leiträder gut zu erkennen ist.

Der erste Rahmen umfasst hauptsächlich die Wannenteile und die daran zu befestigenden Werkzeuge, einschließlich des bei russischen Fahrzeugen unvermeidlichen Baumstammes. Dieser sollte allerdings vor der Bemalung angeraut werden, um die Holzstruktur darzustellen.

Der zweite Rahmen nimmt sich des Turms und der Wannenunterseite an. Die beiden Kanonen sind als ein Bauteil gespritzt, so dass man nicht lange probieren muss, um sie parallel auszurichten.

Rahmen 3 und 4 sind identisch und werden für die Laufrollen, die Segmentketten und den verbleibenden Kleinkram verwendet. Auch hier fällt die sehr gelungene Oberflächengüte auf, die aber auf sämtliche Teile zutrifft.

Klarsichtteile für die Winkelspiegel, die Beleuchtungsanlage oder die Zieloptiken gibt es diesmal keine, da muss der Modellbauer improvisieren. Oder sich mit einer geschickten Bemalung behelfen.

Bauanleitung: Die s/w Anleitung führt in 23 Bauabschnitten zum Ziel. Positiv ist die Übersichtlichkeit zu bemerken, pro Abschnitt werden nur wenige Teile verbaut. Durch das DIN-A4-Format sind auch die Bauzeichnungen erfreulich groß. Für die beiden Bemalungsvorschläge liegt ein Farbblatt bei, das keine Fragen bezüglich des Tarnverlaufes offenlässt.

Zum einen kann man ein russisches Fahrzeug aus dem Jahre 2010 mit dem bekannten Dreiton-Anstrich in Grün-Sand-Schwarz bauen, zum anderen ein südkoreanisches in Grün-Braun-Schwarz.

Der Decalbogen stammt von Zvezda, ist auf einem mittelblauen Papier gedruckt und enthält insgesamt 66 Schiebebilder. Der Druck ist glänzend mit wenig Trägerfilm.

Fazit: Wegen der doch ansehnlichen Teilezahl und auch einiger recht kleinen Teile im Kettenbereich halte ich den Bausatz nicht für anfängertauglich. Mit etwas Erfahrung stellt der Bausatz sicherlich kein Hindernis dar. Das Fehlen von Klarsichtteilen ist für mich das ärgerlichste Manko. Da muss man sich etwas Mühe geben, aber ein erfahrener Modellbauer wird sich über diese Herausforderung freuen.

Dieter J. Schiller, RAG Modellbau der RK 08 Berlin-Süd

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