Das Fahrzeug / Thema: Der GMC Vandura ist ein Kleintransporter des US-amerikanischen Automobilherstellers GMC, einer Marke von General Motors. Der Vandura wurde von 1968 bis 1996 produziert. Danach wurde er vom Savana abgelöst. Der GMC Vandura wurde baugleich mit dem Chevrolet G20 gefertigt, gilt jedoch als luxuriöses und qualitativ hochwertigeres Modell. Gebaut wurde der Vandura als mittelgroßer Lkw, als Kleintransporter oder als Kleinbus, wobei die Kleinbusse von diversen Ausstattern zu Conversion Vans umgebaut wurden. Diese sind heutzutage noch vereinzelt weltweit anzutreffen und werden von vielen Besitzern ganz individuell verschönert oder sogar umgebaut, sodass jeder Van seine einzigartige Note erhält. Unser Vorbild steht für die 3.Generation der Bauphase 1971 – 1977. Im April 1970 stellte GM die dritte Generation der G-Serie als Modelljahr 1971 vor. Im Zuge einer kompletten Neugestaltung der Modellreihe erhielten die Transporter eine Frontmotor-Konfiguration. Bei den zwei Generationen davor befand sich der Motor zwischen Fahrer und Beifahrer. Die Transporter der 3. Generation der G-Serie wurden 25 Jahre lang produziert und zählten damit zu den am längsten produzierten Fahrzeugplattformen von General Motors. Der GMC Vandura wurde ebenfalls bekannt durch die US-Fernsehserie „Das A-Team“ aus den 80er Jahren.

Stranger Things (englisch für ‚merkwürdigere Dinge‘) ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Mysteryserie, die am 15. Juli 2016 beim US-amerikanischen Video-on-Demand-Anbieter Netflix veröffentlicht wurde. Die Idee zu Stranger Things stammt von den Zwillingsbrüdern Matt und Ross Duffer, die von den Science-Fiction- und Horrorfilmen der 1980er Jahre inspiriert wurden, darunter insbesondere Werke von Steven Spielberg oder John Carpenter. Die Serie spielt in den 1980er Jahren im fiktiven Ort Hawkins in Indiana. Im Mittelpunkt stehen vier befreundete Jungen und das mysteriöse, plötzlich aufgetauchte Mädchen Elfi, das über psychokinetische Fähigkeiten verfügt. Ausgehend von der Suche nach einem der Freunde, der zu Beginn der ersten Staffel verschwindet, kommen die Kinder übernatürlichen Ereignissen und geheimen Experimenten der Regierung auf die Spur. Das Fahrzeug hat eine Schlüsselrolle in der 5. Staffel von „Stranger Things“. Der Wagen, oft in Verbindung mit den Hauptfiguren gezeigt, kommt in der letzten Staffel vielfach zum Einsatz (Staffel 5, Folge 1 – 6).  (Wikipedia / Revell)

Der Bausatz: Schau an! Hat doch die Firma Revell aus komplett neuen Formen diesen GMC Vandura nicht nur für die amerikanische Science-Fiction-Mysteryserie, sondern auch die Basis für ein Fahrzeug nach „Netflix“ gesorgt. So wird aller Wahrscheinlichkeit mit einem Chevy Van zu rechnen sein, erkennbar durch das Chevrolet-Logo am Chromspritzling. Der Vandura besteht aus ca. 73 Bauteilen, die sich hauptsächlich auf sieben Spritzrahmen verteilen. Dazu kommen eine Karosserie als Einzelteil, 4 Vinylreifen, ein umfangreicher Decalbogen sowie die Bauanleitung. Der Bausatz bietet dem Modellbauer hier die Möglichkeit den Übertragungswagen des lokalen Radiosenders WSQK 94.5 FM des Ortes Hawkins, der als verdecktes Einsatzhauptquartier dient, zu bauen.

Los geht es gleich mit den Rädern. Hier heißt es schon mal aufpassen. 2 Felgen mit und 2 Felgen ohne Nabenabdeckungen. Wichtig bei der späteren Montage an den Achszapfen in der Baustufe 4. Die Bereifung, aus weichem Vinyl, geht absolut in Ordnung. Reifen mit aufgedruckte Whitelines und anständigem Profil. Die Baustufe 3 beinhaltet lediglich die Lackierung des einfach gehaltenen Wagenbodens. Hier kann man mit entsprechenden Farbaktzenten die Schlichtheit etwas überspielen. Nachdem die Räder in der Folgebaustufe aufgesetzt wurden geht es schon in Richtung Innenraum. Der Innenraumboden wird auf dem Wagenboden verpflanzt. Sitze, Armaturenbrett und Lenkrad werden montiert. Auch hier sollten die Lackierarbeiten abgeschlossen sein, den eine Vielzahl von Decals finden jetzt ihren Platz.

Weiter geht es mit der Außenkarosserie. Hier sind erstmal die dicken Angüsse zu entfernen und alles ist gut zu versäubern. Was folgt ist die Montage der Hecktüren sowie der seitlichen Schiebetür. Hier sollte man besonders auf die Passungen achten. Die Hecktürscharniere zum Beispiel sind Bestandteil der Innenraumwände. Also Vorsicht, den Innenraum einmal schief eingeklebt, ergibt garantiert keine zufriedenstellende Schließung bzw. Passung. In dieser Montagephase werden ebenfalls die Scheiben eingeklebt. Da die Materialstärke relativ dick ausfällt, auch bei der Windschutzscheibe, empfiehlt es sich speziell die Hecktürscheiben innen am Rand in schwarz zu lackieren um hässliche Klebespuren zu kaschieren. Die Scheiben waren damals eh mit einer Gummidichtung eingezogen worden und der Wulst außen und innen sichtbar. Nachdem die Schiebetür montiert wurde, werden Außenkarosserie mit dem Fahrgestell verbunden. Die Montage von Kühlergrillgitter, Stoßfänger, Spiegel und die Sidepipes folgt. Alle Teile dazu weisen eine qualitativ sehr gute Verchromung auf.

Zu guter Letzt folgen die Montage und Lackierung des Sendestudios. Das Sendeequipment ist rudimentär gehalten, was auch den technischen Stand der 80er Jahre wieder spiegeln soll. Ein Klapptisch und ein Drehstuhl gibt es noch dazu. Das Technikregal weißt innenseitig durch Prägung die Lizenzrechte von Netflix für diese speziellen Innenraumteile auf. Den letzten Schliff erhält das Fahrzeugdach. Es lässt sich abnehmen, gewährt so einen großzügigen Einblick in den Innenraum. Die auf dem Dach aufgepflanzte Antenne als Klarsichtteil ist eher eine kostengünstige Kompromisslösung. Ein Fotoätzteil hätte hier besser gefallen. Bei der allerletzten Baustufe geht es um die auffällige Außenlackierung und Dekorierung des Vandura.

Bemalung/Bauanleitung: Der Decalbogen ist randscharf auf einem dünnen Trägerfilm gedruckt und beherbergt eine Vielzahl diverse themenspezifischen Dekorierungen, Logos und der Instrumentierung. Das Kennzeichen für den Bundesstaat Indiana liegt bei. Die 16-seitige Bauanleitung führt einfach und übersichtlich durch 37 Bauabschnitte. Die Bemalungshinweise ziehen sich leicht verständlich durch fast alle Bauabschnitte durch. Bei den Farben bezieht sich Revell wie immer auf das firmeneigene Sortiment.

Fazit: Ein solider und gut gemachter Bausatz für die Modellbauer ab 12 Jahren, Gelegenheitsbastler und Neueinsteiger. Der Modellbauprofi wird hier und da über Detailschwächen stolpern und sich modellbautechnisch in die 70er/80er zurückversetzt fühlen. Das liegt sicherlich mit an der geringen Teilezahl, vereinfachtem Fahrwerk, Unterboden und einem Antrieb in Curbsideausführung. Zusätzlich kommt noch der Spielcharakter mit zu öffnenden Hecktüren und der Schiebetür.  Schade, denn mit dem Vandura hat man sich erhofft ein qualitativ ähnliches Fahrzeug zu bekommen wie den „Stranger Things“ Police Blazer K5 zumal hier auch eine Formenneuheit vorliegt. Der Vandura wird trotzdem seine Fans und Käufer finden und ist neben dem Chevy Van von AMT zur Zeit der einzige Vertreter seiner Art in diesem Maßstab. Außerdem haben Modellbausätze von Filmautos und den damit verbundenen Lizenzen oftmals die Angewohnheit schnell wieder vom Markt auf nimmer Wiedersehen zu verschwinden. Also macht es Sinn sich dieses Fahrzeug, ggf. auch für Umbauten, auf Lager zu legen.

Der Bausatzpreis liegt bei ca. 30,- bis 35,- Euro.

Der Bausatz ist im gut sortierten Fachhandel und bei Revell erhältlich.

Alexander Hilbig, Berlin (Dezember 2025)

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