Geschichte: Die Lawotschkin-Gorbunow-Gudkow LaGG-3 so ihre vollständige Typbezeichnung, war ein einsitziges, einmotoriges Jagdflugzeug, das von der Sowjetunion entwickelt und im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Semjon Lawotschkin, seit 1929 Mitarbeiter des ZAGI, beschäftigte sich seinerzeit mit der Entwicklung eines speziellen Baustoffs, der es möglich machen sollte, leistungsfähige Jagdflugzeuge in Ganzholzbauweise zu produzieren. Am 14. Juni 1940 war der Erstflug dieses I-301 und später LaGG-3 genannten Modells, wiederum durchgeführt von Nikaschin. Insgesamt wurden 6528 LaGG-3 gebaut. Die LaGG-3 war sehr robust und widerstandsfähig, doch kränkelte sie zeitlebens an einem zu schweren und zu schwachen Motor, weshalb Lawotschkin mehrere andere Triebwerke testete. Die LaGG-3 bildete bald den Kern der sowjetischen Jagdfliegerverbände. Sie zeigte sich jedoch den damals neu eingesetzten Bf 109 F der deutschen Luftwaffe unterlegen, was zur Entwicklung des Nachfolgemusters La-5 führte (Auszüge aus Wikipedia).
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LaGG-3 Modelle im Maßstab 1/48 werden seit 1996 von LTD, seit 2008 von ICM (wiederaufgelegt 2012 von Hasegawa) und 2012 von Amodel angeboten. 2024 hat ebenso wie Zvezda auch Clear Prop einen neuen Bausatz des Typs aufgelegt.
Der Zvezda-Bausatz kommt in einem stabilen Karton mit Überwurflasche, der in einer farbigen Box mit einem dramatischen Deckelbild steckt. In drei großen und einem kleinen Rahmen finden sich 157 Teile in einem mittleren Grau und in einem klaren Rahmen weitere sechs Teile. Der Kunststoff ist seidenmatt, Gussgrate finden sich nicht, aber zahlreiche relativ dezente Auswerfermarkierungen, die aber nur an versteckten Stellen liegen. Die Gravuren sind fein und kontinuierlich ausgeführt, Niete finden sich dem Vorbild entsprechend mit seinem überwiegend aus Holz ausgeführten Bauteilen nur wenige. Die Glasteile sind dünn und klar ausgeführt.
Die Bauanleitung besteht aus acht auf Normalpapier gedruckten schwarz-weißen Seiten und einem farbigen doppelseitig bedruckten Hochglanzbogen mit fünf Bemalungsvorschlägen. Der kleine Decalbogen ist auf hellblauem Papier gedruckt, die roten Sterne mit und ohne weißen Rand sowie die individuellen Abzeichen sind randscharf gedruckt, die Farbsättigung erscheint gut.
Die Bauanleitung beginnt zunächst mit einer Aufklärung über die zwei baubaren Konfigurationen erstens am Boden, mit ausgefahrenem Fahrwerk, geöffneter Motorhaube und offener Kabine oder in Flugmodus, wofür man dann aber auch einen wohl extra zu bestellenden Ständer verwenden soll. Als nächstes findet man zunächst erstmal einen Teileplan, aber dann geht es los mit dem Motor, der allein acht Baustufen erfordert. Wer die Motorhaube geschlossen lassen möchte, benötigt von letzterem nur die hintere Wand des Motorraumes. Zum Cockpit: Es gibt eine Pilotenfigur, mit zwei Köpfen (Brille aufgesetzt oder auf dem Helm) und mit drei Armen (rechter am Steuerknüppel oder aus dem Cockpit gestreckt). Dazu passend gibt es eine Sitzwanne mit Polster oder ohne, letztere, falls man den Piloten verwenden möchte. Die Cockpitwand ist mit Streben versehen und plastischen Details, die durch extra anzubringenden Gashebel und Trimmrad sowie Signalpatronen ergänzt werden. Das Instrumentenbrett hat nur vertiefte Instrumente ohne Details, wird aber durch ein Decal aufgewertet. Für die geschlossene Variante werden beide Motorhauben aufgeklebt, für die offene nur die vordere Haube. Die Auspuffrohre sind leider nicht offen und sollten ausgebohrt werden oder durch welche aus dem Zubehörmarkt ersetzt werden. Für die zwei großen Kühler unter Motorhaube bzw. unter dem Bauch gibt es extra Klappen, die offen oder geschlossen angebracht werden können. Die Ruder sind alle separat ausgeführt. Die Räder haben ein tiefes Profil und bestehen aus zwei Reifen-Hälften und zwei Felgen. Für die In-Flight-Option gibt es extra flache Radhälften und Abdeckungen. Der Propeller entsteht aus dem Spinner, der Spinnerrückseite und drei einzelnen Blättern. Die vierteilige Cockpithaube kann offen oder geschlossen dargestellt werden.
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Die Decals bieten die folgenden fünf Vorbilder zur Auswahl:
1. „weiße 915“, 88. Novorossiysk-Jagdflieger-Regiment der Roten Armee, Frühling 1943;
2. „weiße 7“, 979. Jagflieger-Regiment der roten Armee, Ende 1942, transkaukasische Front;
3. 159. Novorossiysk-Jagdflieger-Regiment der Roten Armee, Frühling-Sommer 1944, Primorskaya Armee, mit weißer Widmung auf der linken Rumpfseite;
4. „weiße 43“, 9. Jagdflieger-Regiment, UdSSR-Marine, Schwarzmeerflotte, Sommer 1944, Flugplatz Skadovsk, Region Kherson, mit Herz und Löwenkopf auf der linken Rumpfseite;
5. „weiße 41“, 9. Jagdflieger-Regiment, UdSSR-Marine, Schwarzmeerflotte, Frühling 1944, Flugplatz Myshako, mit rotem Blitz vor weißer Scheibe auf beiden Rumpfseiten;
Die ersten beiden Vorbilder waren lt. Bauanleitung in „Schwarz“ (AMT6?) und „Schutzlack“ (Grün AMT4?) über „Flugzeug-Hellblau (AMT7?) lackiert. Die Maschinen 3 – 5 waren lt. Zvezda in „Panzer-Dunkelgrau“ (AMT12?) und „Hellblau-Grau“ (AMT11?) über „Flugzeug-Hellblau“ (AMT7?) getarnt. Zvezda gibt für die Trivialnamen Farben aus dem Tamiya-Farbsortiment an. Die Farben der Einzelheiten in Cockpit, Rumpf und Fahrwerksschacht sind ebenfalls mit Zahlencodes in den einzelnen Baustufen angegeben.
Fazit: Die Zvezda-LaGG-3 stellt (wahrscheinlich neben dem neuen Clear-Prop!-Modell) das z.Z. beste Angebot dieses Vorbildes dar und kann sich durchaus sehen lassen. Für Modellbauer mit etwas Erfahrung sehr zu empfehlen.
Erhältlich in gutsortierten Modellbauläden und bei Online-Anbietern.
Utz Schißau (Berlin, Februar 2025)
Quellen (Auswahl):
- Zvezda-Bauanleitung;
- https://de.wikipedia.org/wiki/Lawotschkin_LaGG-3;