Vorbild: Die P-39 war für ihre Zeit eine ungewöhnliche Konstruktion. Sie war bereits mit einem Dreibeinfahrgestell ausgerüstet, welches auf dem Boden eine verbesserte Sicht nach vorne gewährleistete. Das Triebwerk war zu besseren Gewichtsverteilung hinter dem Cockpit angeordnet und saß nun mittig. Der Antrieb der Luftschraube erfolgte mit Hilfe eines Untersetzungsgetriebes über eine verlängerte Welle und man konnte das Cockpit über “Autotüren” von beiden Seiten betreten. Aufgrund der Konfiszierung eines ursprünglich für die Royal Air Force vorgesehenen Kontingents bekam die US-Luftwaffe kurz nach Kriegseintritt ihre ersten Maschinen, die sie für die Pilotenschulung einsetzte. Danach folgte mit 80 P-39C die erste direkte Bestellung, da vor allem in den ersten beiden Kriegsjahren dringend Jagdflugzeuge benötigt wurden. Das Interesse sank aber im weiteren Kriegsverlauf kontinuierlich, da die Konkurrenz bald leistungsstärkere Muster zur Verfügung stellen konnte. Bell blieb jedoch im Geschäft und konnte im Rahmen des Lend/Lease-Abkommens mit weiterentwickelten Versionen (meist P39N/Q) die UdSSR beliefern, die ca. 5000 Exemplare des dort beliebten Flugzeuges bis zum Kriegsende abnahmen. Auch Australien, Frankreich, das später auf alliierter Seite kämpfende Italien sowie auch Portugal gehörten zu den Nutzern.

Bausatz: Die Airacobra war vor 20 Jahren mein erster Eduard-Bausatz und damals eine angenehme Überraschung für mich. Zu dieser Zeit waren die Spritzlinge noch in braun gehalten, und ein passend geformtes Ausgleichsgewicht für die Nase lag der Packung bereits bei. Nun liegt die neueste Wiederauflage dieses Klassikers als “Weekend Edition” vor. Eduard hat jüngst das Verpackungsdesign geändert. Alles wirkt jetzt noch etwas hochwertiger. Im Vergleich zu früher muss man sich nicht mit einer Version begnügen, sondern hat gleich vier zur Auswahl.

Der Bausatz selbst ist wie gesagt ein alter Bekannter und hat sich über die Jahre gut gehalten. Die Oberflächen sind sauber graviert und ausreichend detailliert. Auch die gute Passgenauigkeit sorgt für wenig Bedarf an Spachtelmasse. Die Klarsichtteile sind ebenfalls noch auf der Höhe der Zeit. Separate Ruder und Klappen gab es damals bei Eduard allerdings noch nicht. Dafür können beide “Autotüren” geöffnet dargestellt werden. Wer separate Ruder und Klappen mag, für den hält die Firma Aires das passende Zubehör bereit.

Die Glasteile sind dünn und klar.

Anleitung/Bemalung: Die Qualität der hochglänzenden Abziehbilder ist wie immer hervorragend und beinhaltet einen weiteren Bogen mit zahlreichen Stencils. Auch die schwarzen Trittflächen für die Tragflächen liegen als Abziehbilder dabei

Jede Variante wird farbig aus vier Blickwinkeln in der klar verständlichen Bauanleitung dargestellt, die auch den interessanten Werdegang der Airacobra in englischer Sprache beschreibt.

Fazit: Die Weekend-Editionen von Eduard sind deutlich attraktiver geworden! Aus Erfahrung kann ich sagen, dass der Bau ohne nennenswerte Probleme abläuft.

Marco Doehring, Stuttgart (April 2021)

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