Das Vorbild: Der mittlere Schützenpanzerwagen Sd.Kfz.251 (Sonderkraftfahrzeug 251) war ein deutsches Halbkettenfahrzeug, das von 1938 bis 45 und sogar noch danach gefertigt wurde. Die Fahrgestelle wurden durch die Firmen Hanomag, Auto Union und Weserhütte gefertigt. Die Aufbauten dann von den Deutschen Werken Kiel sowie Büssing. Als mittlerer Schützenpanzerwagen (SPW) gehörte er zur Ausrüstung der gepanzerten Panzergrenadier-Bataillone und Panzerpionier-Kompanien. Das Sd.Kfz.251 basierte auf dem Fahrgestell des Leichten Zugkraftwagens 3 t (Sd.Kfz.11). Bis 1945 wurden vier verschiedene Ausführungen (A bis D) produziert. Das Fahrwerk blieb während der Entwicklung weitgehend unverändert. Gegenüber der ersten Ausführung A, mit sechs Sichtöffnungen im oberen Teil der Seitenpanzerung des Kampfraumes, sind diese bei der Ausf. B dann entfallen womit sich die beiden Ausführungen, leicht unterscheiden lassen.
Auf der Basis entstanden, neben reinen Mannschaftstransportern auch verschiedene Spezialfahrzeuge für bestimmte Sonderaufgaben. Hierzu gehörte auch die Version eines Raketenwerfers, der 280mm Sprengwurfkörper oder auch 320mm Sprengflammkörper mit bis zu 80 kg über eine Distanz von bis zu 2 km abfeuern konnte. Wegen des charakteristischen Pfeifens, wurden diese von der Truppe auch als „Stuka zu Fuss“ oder auch „heulende Kuh“ bezeichnet.
Der Bausatz: Das sehr schön gestaltete Packungsbild zeigt neben dem Fahrzeug auch die Gefahren des Startvorgangs: Die Besatzung steht in sicherem Abstand hinter dem Fahrzeug und zündet die Raketen per Fernauslösung. Wie bei ICM üblich, befinden sich in dem gut gefülltem stabilen Deckelkarton insgesamt acht graue sowie ein klarer Spritzling. Zusätzlich ist ein Wannenoberteil für die Ausf. B als separates Bauteil vorhanden, da der eigentliche Bausatz der Ausf.A entspricht, der bereits 2018 erschienen ist.

Die Fertigungsqualität kann sich durchaus sehen lassen. Hier hat der Hersteller sogar einige Bauteile im Slidemold Verfahren gefertigt und auch sehr darauf geachtet, dass Auswerfermarken sehr günstig platziert und am fertigen Modell nicht sichtbar sind.




Die zusätzliche einteilige Aufbauwanne der Ausf. B zeigt die hochwertige Spritzgusstechnik und besticht durch sehr gute Detailierung. Hier gefällt mir besonders, dass die Motorklappen als separate Teile beiliegen. Da diese Fahrzeuge sehr häufig mit überhitzten Motoren zu kämpfen hatten und daher meist geöffnet blieben, wie auf vielen Aufnahmen zu sehen ist, wurden diese meist nur im eigentlichen Kampfeinsatz geschlossen. Da der Bausatz neben einer kompletten Innenaustattung sogar auch den Motor enthält, ist das somit auch im Modell gut und leicht umsetzbar.



Die Ketten und Reifen der Vorderachse sind in Vinyl gefertigt. Während die Reifen mit dem gut gestaltetem Profil noch als sehr brauchbar durchgehen, sind die Ketten jedoch mit unschönen Rändern versehen, die einiges an Nacharbeit erfordern. Vermutlich wird man sich hier wohl besser aus dem Zubehörmarkt bedienen. Es liegt zwar auch ein klarer Spritzling mit verschiedenen Scheiben bei, von dem hier jedoch nur die beiden Scheinwerfergläser benötigt werden. Leider sind diese komplett glatt und besitzen keine Riffelung wie die originalen Gläser.




Dem Bausatz liegen neben den Bauteilen für das Grundfahrzeug auch vier zusätzliche Spritzlinge für die Raketen nebst ihren Halterungen bei. Diese beinhalten jeweils drei Geschosse mit 28 und 32mm. Somit werden diese verschiedenen Größen wohl jeweils an einer Seite des Fahrzeuges montiert werden müssen. Die Fertigungsqualität und Passgenauigkeit dieser Bauteile sieht hier wirklich gut aus. Besonders viel Mühe hat sich der Hersteller auch bei den Halterungen für die Holzbehälter an den Seiten des Fahrzeuges gegeben und sogar die Winkeleinstellung für die Ausrichtung der Raketen mit bedacht. Hier wurde selbst an ein kleines aber wichtiges Detail gedacht. Wie auch auf dem Packungsbild erkennbar ist, sind an der Vorderfront der Wanne Peilstangen für den Fahrer angebracht, die zur Ausrichtung der Ziele vorgesehen sind. Da die Raketen auschließlich in der Höhe justierbar waren, musste der Fahrer das komplette Fahrzeug mittels dieser Peilmarken in die richtige Ziellinie manövrieren. Schön, dass ICM auch diese Stangen nicht vergessen hat.


Bemalung: Die Farbangaben beziehen sich auf insgesamt vier verschiedene Varianten der Ostfront 1941, von denen drei in klassischem Wehrmachtsgrau gehalten sind und eine in Wintertarnung der 16. Pz.Division 1942. Die Farben sind hier zwar ausschließlich aus dem ICM Sortiment angegeben, jedoch auch mit Bezeichnungen in Kyrillisch und Englisch versehen worden, womit sich auch mit anderen Herstellern gut arbeiten lassen dürfte.




Der Decalbogen für die verschiedenen baubaren Ausführungen enthält neben den Armaturen und Geschoßmarkierungen für die Raketen auch die Decals für die Winkeleinstellung und sogar ein zweiteiliges Decal für die Fliegererkennung. Diese machen qualitativ einen guten Eindruck und sind auch randscharf gefertigt.

Fazit: Nachdem dieser Bausatz des Sd. Kfz. 251 in der Ausf. A erstmals 2018 bei ICM erschien, war das schon toll, dass erstmals diese erste Version auf den Markt kam. Bis daher gab es bei allen Herstellern fast ausschließlich die späteren Versionen C und D. Diese Linie wurde durch ICM konsequent in den letzten Jahren weiterverfolgt und in den verschiedenen Versionen der Ausf. A auf unsere Basteltische gebracht. Dieser Bausatz ist somit eine sehr gute Ergänzung dieser Reihe. Abgesehen von den nicht so gelungenen Vinylketten, ist die Qualität wirklich sehr gut und damit durchaus empfehlenswert.
Der Verkaufspreis von über 40 € für diesen Bausatz ist zwar nicht gerade günstig, dürfte jedoch dem interessierten Modellbauer auch nicht vom Kauf abschrecken.
Reiner Janick, Berlin (September 2026)

