Das Vorbild: Die Republic P-47 Thunderbolt war ein einsitziges Kampfflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Republic Aviation und das schwerste einmotorige Jagdflugzeug des Zweiten Weltkriegs. Der Ganzmetall-Mitteldecker war mit 15.683 Maschinen neben der North-American P-51 Mustang (15.686 Maschinen) das meistgebaute US-Jagdflugzeug dieser Zeit. Die United-States Army Air Forces (USAAF) setzten P-47 vorwiegend auf dem europäischen Kriegsschauplatz als Jagdbomber ein. Der Buchstabe „P“ in der Bezeichnung steht für Jagdflugzeug (engl. Pursuit).


Bei der Ausführung P-47D handelt es sich um die Großserienvariante mit stärkerem Triebwerk mit Wassereinspritzung. bei der mit Hilfe eines neuen Propellertyp die Leistung gesteigert werden konnte. Ab Block 25 erfolgte dann die Verbesserung der Rundumsicht durch eine Vollsichthaube.
(Auszug aus Wikipedia)

Nach einer kleinen Recherche im Internet konnte ich herausfinden, dass die Buchstaben RA in der Typenbezeichnung auf das Zweitwerk von Republic Aviation in Evansville/Indiana verweisen.

Der Bausatz: Im Jahr 2023 eröffnete die ukrainische Firma Miniart den Modellreigen zum Thema P-47 Thunderbolt im Maßstab 1:48 und hat uns seit dieser Zeit bereits 23 verschiedene Bausätze zu dem Thema anbieten können. Diese weisen zum Teil deutliche Unterschiede auf, wie bei den Versionen Bubble-Top oder Razorback. Darüber hinaus gibt es aber auch die Konzepte Basic- und Advanced Kit. Bei den Advanced Kits erhält man noch zusätzliche Teile zur Superdetaillierung des Motors und anderen Bereichen wie die Schächte der Flügel MGs. Die Mehrkosten und auch der Mehraufwand lohnen aber nur dann, wenn man diese Bereiche zum Beispiel im Rahmen eines Dioramas entsprechend zeigen möchte. Ansonsten ist die Detaillierung der Basis Bausätze völlig ausreichend. Und schließlich gibt es noch Bausätze, die sich lediglich in Bezug auf die beiliegenden Abziehbilder unterscheiden. Für die Modellbaugemeinde ist das ein wirklich tolles Konzept, denn man kann sich damit ganz gezielt den Wunsch-Bausatz aus den Angeboten herauspicken.

In Bezug auf die Teileübersicht und die entsprechenden Beurteilung möchte ich gerne auf den First Look des Advanced Bausatzes der P-47N von Utz verweisen, da der vorliegende Bausatz in Bezug auf die Qualität der Bauteile und das Konzept der Advanced Kits sehr gut damit vergleichbar ist.

Die Bauteile befinden sich in einer vergleichsweisen großen Stülbox und zeigen auf dem Deckelbild die P-47 „Miss Mary Lou“ der 19th Fighter Squadron von der 318th Fighter Group, die 1944 in Saipan stationiert war und von Major Harry E. McAfee geflogen wurde. Das Flugzeug mit seinen attraktiven blauen Streifen auf der Motorhabe und dem Leitwerk wird hier gekonnt auf einem Flugfeld während Wartungsarbeiten dargestellt.

Im Karton findet man 22 (!!) Gussäste aus grauem Plastik, einen Teileträger aus transparentem Plastik für die Cockpithaube und die Positionslichter, einen Ätzteilebogen sowie einen Bogen mit den Abziehbildern und den Bauplan.


Speziell für die Version P-47D findet man die korrekten Rumpfteile (Gussast Fb), den Propeller (Gussast Fe) und die Teile für den leistungsgesteigerten Motor (Gussast GC). Bei den Aussenlasten ist Minart auch nicht geizig und bietet die beiden Versionen An-M59 und AN-M65 der 1000 Pfund Bomben an. Daneben gibt es auch noch 500 Pfund- und 250 Pfund Bomben, Paper Drop Tanks, 75, 150 und 200 Gal Drop Tanks, Nebel Abwurfkörper und Bazookas.


Ich bin von der Qualität der Teile und den Details, die fehlerfrei, ohne Sinkstellen oder Gussgraten gefertigt sind, extrem beeindruckt, wobei ein erstes Durchblättern der Bauanleitung eine gewisse Ehrfurcht hervorruft. Viele der Baustufen zeigen neben dem Zusammenbau mit den Basisteilen parallel auch die mit den Teilen des Advanced Kits, wobei dies mit dem Vermerk „for experienced modellers!“ gekennzeichnet ist.

Der Bau beginnt – wen verwundert das noch – mit dem Zusammenbau der Cockpitteile. Hier kann und muss man sich dann bereits entscheiden, ob man für den Pilotensitz die Plastikteile mit angegossenen Gurten oder die ohnen Sitzgurte verwenden will, die dann mit den beiliegenden Ätzteilen aufgemotzt werden. Der Arbeitsbereich des Piloten ist sehr detailliert ausgeführt und viele der kleinen Bedienelemente an den Innenseiten liegen als Kleinteile bei, die zu verbauen sind. Auch das Armaturenbrett beeindruckt, wobei die Anzeigeinstrumente mit einem einzigen Abziehbild aufzubringen sind. Hier muss man dann auf den Weichmacher seiner Wal vertrauen und hoffen, dass man damit ein überzeugendes Ergebnis erzielen kann.

So richtig rund geht es dann beim luftgekühlten 18-Zylinder-Doppelsternmotor Pratt & Whitney r_2800-59. Will man diesen mit geöffneter Motorhaube darstellen, kann man sich beim Advanced Kit austoben. Im hinteren Abschnitt der Bauanleitung findet man dazu auch gute Abbildungen zur exakten Führung der Leitungen, um diese korrekt anzubringen. Alternativ kann man auch abkürzen und nur die Basisversion einbauen. Sehr schön gemacht ist auch das Zielvisier, das mit Hilfe von Ätzteilen zum Schmuckstück werden kann.

Die Abdeckung der Motorhaube besteht aus sieben Teilen und in einigen Reviews konnte ich lesen, dass man hier Passungenauigkeiten begegnen kann, wenn man den Advanced Moto einbauen will. Sofern man die Waffenschächte der MGs und den Munitionsgurten in den Flügeln geöffnet umsetzen will, wird man bei diesem Bausatz auch mit diversen hochdetaillierten Teilen bedient. Ebenso toll sehen die Flaps aus, die man in waagerechter oder abgesenkter Position darstellen kann.
So richtig beeindruckt haben mich dann die Teile für das Hauptfahrwerk. Hier liegen reguläre Reifen bei, wie auch Versionen mit leicht ausgebeulten Auflageflächen, um das Gewicht einer vollbeladenen Maschine zu berücksichtigen. Und darüber hinaus findet man auch alternative Fahrwerksbeine (unbeladen/beladen) – Klasse!

Wie bereits erwähnt, kann man die Thunderbolt mit unterschiedlichsten Elementen wie Tanks oder Bomben bestücken. Auch die entsprechenden Aufhängevorrichtungen wissen zu überzeugen.

Der Bauplan: Als Bauplan erhält man ein 24-seitiges Heft, das in 40 Baustufen durch den Bauprozess führt. An diversen Stellen finden sich zu den jeweiligen Bauabschnitten die beiden alternativen Vorgaben für den Basic oden den Advanced Bau. Zusätzlich erhält man noch eine Übersicht für den Zusammenbau der möglichen Zuladungen mit den jeweiligen Halterungen, um diese dann korrekt an den Flügelunterseiten anbringen zu können. Wichtig dabei ist allerdings, dass man sich bereits vor dem Zusammenbau entscheidet, welche Teile man nutzen und wie man das Flugzeug ausstatten will.

Gedruckt von Cartograf, liegt auch ein sauber gedruckter Decalbogen bei, der die Darstellung von vier verschiedenen Maschinen am Standort Saipan ermöglicht. Erwähnenswert dabei sind auch unzählige Stencils.

Sowohl beim Bauplan, wie auch bei den Vorlagen für die Bemalung sind Referenzen auf die Farbpaletten von Vallejo, Mr. Color, AK RC, Mission Models, Ammo MIG und Tamiya vorhanden.


Die Optionen für die Darstellung sind:

– P-47D, 43-25429, Miss Mary Lou, 19th Fighting Squadron, 318th Fighter Group, 7th Air Force, 1944
– P-47D, 62nd Fighting Squadron, 56th Fighter Group, 8th Air Force, 1944
– P-47D, 43-25437, 8 Ball, 19th Fighting Squadron, 318th Fighter Group, 7th Air Force, 1944
– P-47D, 43-25402, Smokepole, 19th Fighting Squadron, 318th Fighter Group, 7th Air Force, 1944

Fazit: Miniart liefert hier mit dem Advanced Bausatz einer Razorback Version der P-47D einen wirklich beeindruckenden Bausatz ab, der nahezu keine Wünsche offen lässt. Mit Ausnahme des Armaturenbretts sehe ich nichts, was man hier nicht noch besser gestalten könnte.

Wegen den vielen Kleinteilen und dem erhöhten Aufwand zur Umsetzung der Advanced Version ist die Empfehlung „für erfahrene Modellbauer“ seitens Miniart absolut nachvollziehbar. Allerdings kann man das Modell auch in der Basisversion bauen, was allerdings eine „Verschwendung“ wäre. Man sollte sich dann eher für einen Basis Bausatz entscheiden.


Sehr empfehlenswert!

Erhältlich im gut sortierten Fachhandel oder bei Glow2b.

Gert Brandl, Berlin (August 2026)

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