Vorbild: Der Zil-131 ist ein ab 1967 in der ehemaligen Sowjetunion produzierter LKW. Die Entwicklung des Fahrzeugs reicht zurück bis in die Mitte der 1950er Jahre. Zu diesem Zeitpunkt wurde damit begonnen, einen dreiachsigen Militärlastwagen zu entwickeln. 1956 wurde ein erster Prototyp präsentiert. Dieser hatte große Ähnlichkeit mit dem Prototypen des Zil-130, der jedoch nur zwei Achsen aufwies. Erst im Jahre 1967 begann die Serienproduktion der Allrad angetriebenen Zil-131. Bis in das Jahr 2011, nun unter der Bezeichnung AMUR-531340, und somit 43 Jahre lang wurde dieses Fahrzeug in Serie gebaut. Vom Zil-131 gab es diverse Modellvarianten, so zum Beispiel als Sattelzugmaschine, als Fahrzeug für die nördlichen Regionen (nutzbar bis -60°C) oder als Fahrzeug für die Feuerwehr. Angetrieben von einem 150 PS leistenden V8-Ottomotor, erreicht der Zil-131 eine Höchstgeschwindigkeit von 88 Km/h. Angegeben ist der Verbrauch dabei mit ca. 40 Litern auf 100 km, wobei in Unterlagen der ehemaligen NVA auch von 63 Litern auf 100 km die Rede ist. Der Zil-131 verfügt über eine Reifendruckregelanlage und ist watfähig bis zu einer Tiefe von 1,4 m. Viele Armeen des Warschauer Pakts, so auch die ehemalige DDR, nutzten den Zil-131. Nur allein im ehemaligen Moskauer Werk Sawod imeni Lichatschowa wurden bis zum Jahr 1990 fast 1000000 Fahrzeuge gebaut.Auch heute noch sind viele Fahrzeuge dieses Typs, leider auch im derzeitigen Ukraine-Krieg im Einsatz.
Quellen: Wikipedia und www.7globetrotters.de


Bausatz: Unter der Bausatznummer 35019 veröffentlicht ICM diese Variante des Zil-131. Ganz neu ist dieser Bausatz dabei nicht. Die ursprüngliche Gussform stammt aus dem Jahr 2014. Es handelt sich bei dem Bausatz um eine Variante mit Kofferaufbau. Der überwiegende Teil der Gießäste sind alte Bekannte aus vorher aufgelegten Bausatzvarianten. Neu sind die Bauteile für die Figur des ukrainischen Fahrers. Enthalten sind 10 Gießäste aus grauem Kunststoff, zwei mit Klarsichtteilen, Reifen aus Gummi, eine Bauanleitung, ein kleiner Decalbogen mit Nummernschildern, Kreuzen und Anzeigen für das Armaturenbrett, ein großer Decalbogen mit der Pixeltarnung und eine Bauanleitung. Ätzteile sind nicht vorhanden, sind meiner Meinung nach auch nicht unbedingt nötig.




Die Qualität der Bauteile ist typisch ICM als sehr gut zu bezeichnen. Ich konnte keinerlei Sinkstellen, Fischhäute oder sonstige Fehlstellen entdecken. Die Reifen besitzen ein schönes Profil, ihre Angüsse sind jedoch direkt auf den Laufflächen positioniert. Das Chassis wird aus einzelnen Teile zusammengebaut. Dabei heisst es sehr genau arbeiten, da sich Schlamperei in dieser frühen Phase durch den gesamten Bau ziehen würde. Außerdem ist ein sehr gut gemachter, mehrteiliger Motor mit Keilriemen, Lüfterrad und Antriebsstrang vorhanden. Nach der Montage von Chassis, Motor, Achsen und Rädern, folgt der Zusammenbau des mehrteiligen Fahrerhauses mit Inneneinrichtung. Auch hier muss man sich Zeit lassen und genau arbeiten. Zu diesem Zeitpunkt sollte man auch die sehr gut gemachte Figur zusammenbauen, bemalen und ins Fahrzeug setzen. Die Türen und die Motorhaube könnte man eigentlich sogar geöffnet montieren, um z.B. auch den Motor zu zeigen. Die Klarteile verdienen ihren Namen. Sie sind schlierenfrei gefertigt. Als letztes steht jetzt noch die Montage des Kofferaufbaus an. Auch dieser besteht aus mehreren Teilen. Leider ist hier keine Inneneinrichtung vorhanden. Wer also die Türen geöffnet darstellen möchte, muss hier selbst Hand anlegen, wobei es da unendlich viele Möglichkeiten der Gestaltung gibt.






Bauanleitung / Bemalung: Die Bauanleitung liegt dem Bausatz als Heft im Format A4 bei. Auf dem Deckblatt sind ein paar Angaben zum Fahrzeug, die Erklärung der Piktogramme und die Farbangaben, die sich ausschließlich auf das hauseigene Farbsortiment beziehen, zu finden. Nach der Übersicht der Gussäste, beginnt der Bau mit der Montage des Fahrzeugrahmens. In insgesamt 125 !!! Bauschritten wird man durch den Bau des Modells geführt. Die einzelnen Schritte sind dabei angenehm groß und übersichtlich dargestellt. Es sollten keinerlei Fragen zur Positionierung der einzelnen Bauteile offen bleiben. ICM gibt zwei Möglichkeiten zur Bemalung des Fahrzeuges mit einem Grundanstrich in US Dark Green oder 4BO Green für den Zeitraum 2022 – 2024 vor. Die Digitaltarnung wird dabei durch die vorhandenen Decals realisiert. Die Abziehbilder sind angenehm dünn und fast ohne Rand von ICM selbst gedruckt. Die Pixeltarnung der Uniform des Fahrers muss hingegen vom Modellbauer selbst bewerkstelligt werden. Das wird spannend. Jedenfalls für mich.









Fazit: Ein sehr schöner Bausatz mit Bezug auf ein aktuelles und hochbrisantes Thema. Vielleicht nicht unbedingt für Neueinsteiger in unser wunderschönes Hobby gedacht, wird der Fortgeschrittene mit etwas Mühe ein sehr schönes Modell in die Vitrine stellen können.
Ich kann diesen Bausatz nur empfehlen.
Erhältlich im gut sortiertem Fachhandel.
Sven Bednareck, Berlin (März 2025)